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Fußball-Bundesliga: Frankfurt siegt in letzter Minute

Bei Schalke 04 wächst der Glaube an die Champions League. Dank eines 2:0-Erfolges über den 1. FC Köln bleibt das Team von Felix Magath dem Führungsduo auf den Fersen. Im zweiten Sonntagsspiel schlug Frankfurt den SC Freiburg durch einen Last-Minute-Treffer von Altintop.

Schalke 04 bleibt Bayer Leverkusen und dem FC Bayern auf den Fersen: Vor 61.673 Zuschauern in der Veltins-Arena trafen Joel Matip (45.+1 Minute) und Jefferson Farfan (81.) für die Gastgeber zu einem glanzlosen, aber ungefährdeten 2:0-Sieg gegen den 1. FC Köln. Schalke, das bereits das sechste Heimspiel in Serie ohne Gegentor gewann, liegt damit weiter sechs Punkte vor dem Tabellenvierten aus Hamburg. Dagegen mussten die Kölner, die in den vorigen acht Bundesliga- Auswärtsspielen ohne Niederlage geblieben waren, nach dem Pokal-Aus beim Zweitligisten FC Augsburg einen weiteren Rückschlag verkraften.

Trainer Felix Magath lobte nach dem Schlusspfiff die Geduld seiner Spieler vor dem Führungstreffer: "Wir müssen Fußball arbeiten, das ist es, was wir können." Auch Torschütze Matip betonte, man habe das Glück durch harte Arbeit erzwungen. Kölns Verteidiger Christopher Schorch bemängelte dagegen: "Wir haben wieder nach einer Standardsituation ein Tor bekommen. Das passiert uns einfach zu häufig." Vier Tage nach dem mühsamen Weiterkommen im Pokal zeigten die "Knappen" auch gegen Köln eine über weite Strecken uninspirierte Vorstellung, hielten das Tempo niedrig und waren kaum gefährlich. Das Resultat: Viel Ballbesitz, aber auch häufige Abspielfehler und viele lange Flanken in die Spitze. Die einzige gefährliche Torchance bis kurz vor der Pause hatte Torjäger Kevin Kuranyi, der eine Hereingabe von Ivan Rakitic über das Tor der Kölner köpfte (34.). Aber Schalke wäre nicht Schalke, wenn dann nicht doch wie aus dem Nichts das Tor fällt - so auch gegen Köln: In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit köpfte Matip einen Freistoß von Lukas Schmitz ins Tor. Eine Co-Produktion ganz nach dem Geschmack von Coach Magath, der den 18-jährigen Matip und den 21-jährigen Schmitz während Saison in die Stammelf beförderte. Das zweite Saisontor von Matip war zugleich der 10. Kopfballtreffer eines Schalkers in dieser Spielzeit.

Kaum ein Mittel gegen dicht gestaffelte Schalker

Die Gäste traten wie schon in den vorangegangenen Liga-Spielen couragiert auf, brachten im Angriff allerdings wenig zustande. Milivoje Novakovic und Lukas Podolski, der zum ersten Mal seit dem Rückrundenbeginn gegen Borussia Dortmund wieder in der Startelf stand, waren im Angriff isoliert. Gefahr strahlten die Rheinländer gegen die beste Abwehr der Liga nur bei ruhenden Bällen aus. Die einzig nennenswerte Möglichkeit hatte Podolski, ein Freistoß des Nationalspielers (11.) bereitete Schalke-Schlussmann Manuel Neuer aber keine Probleme. Auch nach dem Seitenwechsel fanden die Spieler von Trainer Zvonimir Soldo kaum ein Mittel gegen die dicht gestaffelte Schalker Hintermannschaft - auf der Gegenseite beschränkten sich die Gastgeber auf Standardsituationen. Farfan setzte einen Kopfball (59.) über die Querlatte. Besser machte es der Peruaner knapp zehn Minuten vor Schluss, als er eine Hereingabe von Kuranyi ins Tor beförderte.

Altintop schafft Last-Minute-Treffer

Mit seinem ersten Tor für Eintracht Frankfurt hat Halil Altintop den Hessen in letzter Minute einen 2:1- (1:1)-Sieg gegen den SC Freiburg beschert. Dank des Türken, der am Sonntagabend in der Nachspielzeit (90 +1.) traf, schaffte Frankfurt den Anschluss an die internationalen Ränge mit nur noch zwei Punkten Rückstand auf Platz fünf. Zudem verbucht die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe nach dem 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 34 Punkten bereits einen Zähler mehr als in der gesamten vergangenen Saison. Nach der Führung durch Papiss Demba Cissé (25.) hatte Benjamin Köhler (40.) für den Ausgleich der Frankfurter gesorgt. Der SC Freiburg wartet dagegen seit acht Spielen auf einen Sieg und bleibt auf dem 15. Tabellenrang.

Skibbe hatte sich schon auf eine schwere Aufgabe gefasst gemacht. Ganz so defensiv wie er prophezeit hatte, traten die Gäste aus dem Breisgau aber erstmal gar nicht auf. Diszipliniert gingen die Schützlinge von Coach Robin Dutt zu Werke. Für Gefahr vorm Eintracht- Kasten sorgten die Angreifer Mohamadou Idrissou und Cissé. Oder auch Julian Schuster, dessen Freistoß Frankfurt-Schlussmann Oka Nikolov mit den Fäusten parierte (14.)

Eine ganz schlechte Figur gab der mit einem Wechsel in die USA kokettierende Keeper dann beim Tor von Cissé ab. Eine harmlose Flanke des Ex-Frankfurters Du-Ri Cha ließ Nikolov fallen - der Freiburger Stürmer war hellwach und zur Stelle - es war das erste Bundesliga-Tor für den Angreifer aus dem Senegal. Es hieß, Nikolov sei schon mit Magenproblemen in die Partie gegangen.

Keine fußballerische Attraktion in Frankfurt

Das insgesamt mäßige Niveau der Partie wurde durch das Tor nicht wesentlich angehoben. Auch wenn die Hausherren, die in derselben Formation antraten wie vor einer Woche beim 3:2-Auswärtssieg gegen Borussia Dortmund, zumindest zu Chancen kamen. Köhler schlenzte aber vorbei (22.), Halil Altintop schoss einmal drüber, beim zweiten Versuch traf er den Pfosten (35./41.). Dann ließ Oemer Toprak (37.) erst vorm Frankfurter Tor aufhorchen, dann am eigenen Strafraum durch ein angebliches Foulspiel: Den Freistoß zirkelte Köhler ins Tor.

Ebenso wie Kollege Skibbe hatte auch Dutt der Startformation vertraut, die vor einer Woche ein 0:0 gegen den FC Schalke 04 erkämpfte. Allerdings musste er schon früh wechseln: Cedrick Makiadi in der 21. Minute verletzt raus, dafür kam Yacine Abdessadki.

Zur fußballerischen Attraktion wurde die Begegnung auch nach dem Seitenwechsel nicht. Freiburgs Konter blieben weitgehend aus, und Frankfurt, das sein bis dato letztes Heimspiel gegen Köln 1:2 verloren hatte, fehlten die Mittel. Die Partie plätscherte vor sich hin, ehe Frankfurts Caio Sekunden nach seiner Einwechslung Freiburgs Torwart Simon Pouplin prüfte. Voraus ging dem Flachschuss eine verheerender Fehlpass Cissés. Denn scheiterte Caio zehn Minuten vor Schluss auch noch am Pfosten, Altintop machte es dann besser.

DPA/ins/kbe / DPA

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