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Fußball-Bundesliga Kagawa liebt Dortmund - aber England noch mehr


Bei Borussia Dortmund ist die Personalplanung ins Stocken geraten. Nach Lucas Barrios und Robert Lewandsowski halten sich jetzt Gerüchte um einen Wechsel von Shinji Kagawa. Bei den Bayern hat dagegen ein Leistungsträger verlängert.

In Dortmund stehen die Wochen der Wahrheit an, denn nach dem Spiel in Wolfsburg geht es nacheinander gegen die Bayern, Schalke und Mönchengladbach. Doch auch abseits des Platzes könnten kurzfristig wichtige Entscheidungen anstehen, mit Shinji Kagawa steht ein Leistungsträger vor dem Absprung.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hat der Japaner das Angebot zur Vertragsverlängerung bisher ausgeschlagen und liebäugelt mit einem Wechsel nach England. Kagawa soll von Manchester United und vom FC Chelsea umworben werden. Der BVB möchte mit Kagawa den bis 2013 datierten Vertrag bis 2016 ausdehnen und Kagawas Gehalt von 1,5 Millionen Euro verdoppeln, doch er zögert noch.

Für Japaner gilt die Premier League tatsächlich als das Nonplusultra, die englische Liga ist in der Heimat Kagawas extrem beliebt und wenn er sich dort durchsetzen sollte, wäre er auf dem Weg zum absoluten Topstar in Japan. Angeblich soll Kagawa von BVB-Manager Michael Zorc noch eine Frist von zwei Wochen bekommen haben, ansonsten steht ein Verkauf im Sommer an, die Ablöse dürfte im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Dzeko im Tausch für Lewandowski?

Kagawa ist der dritte Spieler der Meistermannschaft, der sich noch nicht langfristig an den Club gebunden hat und bei dem es immer wieder Gerüchte über einen Vereinswechsel gibt. Lucas Barrios war bereits im Winter schon praktisch auf der Insel gelandet, erst in letzter Sekunde platzte der Transfer zum FC Fulham. Nun soll der Weg des Stürmers nach China führen – eine eindeutig finanziell begründete Entscheidung. Eine Bestätigung steht allerdings noch aus.

Mit Robert Lewandowski könnte auch der zweite Stürmer folgen, in England halten sich Gerüchte, der Pole könne im Tausch mit Edin Dzeko zu Manchester City wechseln. Sollten die Citizens in dieser Frage ernst machen, könnte der BVB tatsächlich schnell kapitulieren, das Gehaltsgefüge in Manchester liegt einige Stufen über dem in Dortmund.

Und nun also Kagawa. Der Mittelfeldspieler ist ein Garant für die starke Rückrunde der Borussia, zwölf Tore und neun Vorlagen sind eine starke Bilanz. Zorc scheint aber vorbereitet zu sein. "Es wird zeitnah eine Entscheidung geben", sagte der Manager der Bild-Zeitung. "Wir würden sehr gern mit ihm verlängern. Der Ball liegt weiter im Strafraum, Shinji muss ihn verwandeln. Wir wissen aber, dass er mit England und Spanien liebäugelt. Die Frage ist, zu welchem Zeitpunkt."

Die Folgen für den BVB

Doch wie schwer würden den BVB die, im schlechtesten Fall, drei Transfers überhaupt treffen? Barrios ist kein Stammspieler mehr, das wäre in jedem Fall gut zu verkraften, auch wenn dann dringend ein zweiter, besser sogar zwei weitere, Stürmer verpflichtet werden müssten.

Lewandowski wiederum lässt noch zu viele Chancen ungenutzt, ist im Spielaufbau und in der Ballverteilung zum vielleicht besten Stürmer der Bundesliga aufgestiegen. Ein schwerer Verlust, könnte man also meinen, wobei Edin Dzeko von seinen Torjäger-Qualitäten mindestens mithalten könnte. Das Spiel der Dortmunder müsste sich wieder ein wenig verändern, aber Trainer Jürgen Klopp hat auch nach dem Abgang von Nuri Sahin bewiesen, dass er auf solche Fälle vorbereitet ist und die richtigen Antworten hat.

Kagawa scheint auf den ersten Blick der größte Verlust zu sein. Mit Marco Reus steht für das offensive Mittelfeld aber bereits der erste Neuzugang fest. Eine Dreierkette mit Kagawa, Mario Götze und Kagawa klingt verlockend. Ob Klopp aber dauerhaft auf Kämpfer wie Kevin Großkreutz verzichten kann, ist gerade gegen große Mannschaften unwahrscheinlich.

Die Dortmunder werden weiter versuchen, alle drei Spieler zu halten. Das wird aber wahrscheinlich nicht gelingen, trotzdem wird der Substanzverlust überschaubar sein. Der BVB wird, unabhängig von Personalentscheidungen, auch im kommenden Jahr an der Spitze der Bundesliga mitspielen.

Gomez bleibt ein Roter

Genauso wie natürlich der FC Bayern. Die Münchner hatten einen Tag nach dem Erreichen des CL-Halbfinals gleich doppelten Grund zur Freude. Der Vertrag mit Mario Gomez wurde vorzeitig bis 2016 verlängert. "Ich habe es immer gesagt: der FC Bayern ist ein großartiger Verein, hier fühle ich mich wohl, hier sehe ich die besten sportlichen Perspektiven. Deshalb freue ich mich", sagte Nationalstürmer Gomez auf der Internetseite des Vereins. "Ich bin sicher, dass wir in den kommenden Jahren hier viel bewegen werden. Dazu will ich meinen Teil besteuern." Gomez' bisheriger Vertrag war bis zum 30. Juni 2013 datiert.

Marcus Krämer

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