HOME

Fußball-Bundesliga: Zoff bei Bayern-Jägern

In München wird man sich die Hände reiben: Kurz vor Beginn der Rückrunde läuft bei der Konkurrenz des FC Bayern sportlich noch nicht viel zusammen. Stattdessen dominieren Skandale und Verletzungssorgen die Schlagzeilen.

Verletzungssorgen auf Schalke, Unruhe in Stuttgart, Eklat in Bremen - die Verfolger von Spitzenreiter FC Bayern München kommen mit Problemen aus der Winterpause. Kurz vor dem ersten Rückrundenspiel zwischen dem FC Bayern und dem Hamburger SV sorgen die Mitkonkurrenten des deutschen Rekordmeisters für reichlich Gesprächsstoff. Vor allem in Bremen herrscht Aufregung: Nach einer missratenen Vorbereitung mit 17 Gegentreffern in fünf Testspielen und dem Kopfstoß von Spielmacher Johan Micoud gegen Mitspieler Fabian Ernst reagierte die Clubführung mit Geldstrafen. "Solche Dinge können wir absolut nicht gebrauchen", zürnte Bremens Sportdirektor Klaus Allofs.

Nicht nur in Bremen, wo auch noch der ägyptische Neuzugang Mohamed Zidan wegen einer Sprunggelenks-Verletzung wochenlang ausfällt, verlief die Vorbereitung alles andere als optimal. Auch beim kommenden Werder-Gegner gibt es viele Fragezeichen. Mit den Füßen malträtierte Schalke-Coach Ralf Rangnick beim 0:1 im Testspiel gegen Galatasaray Istanbul eine Werbetrommel. Dem Wutausbruch ließ der gelernte Pädagoge zwar moderate Töne folgen, konnte seine Sorgen dabei aber nur bedingt verbergen. Marcelo Bordon und Lincoln bestritten kein einziges Testspiel. Beide kehren erst wenige Tage vor dem Rückrunden-Auftakt ins Mannschaftstraining des Tabellenzweiten zurück, sollen gegen Bremen aber wieder zur Verfügung stehen. Die lange Pause seiner Leistungsträger bereitet Rangnick kein Kopfzerbrechen: "Das ist nicht tragisch. Schließlich muss sich bei uns keine neue Mannschaft finden."

Gespannte Stimmung in Stuttgart

Noch mehr Ungereimtheiten gibt es beim VfB Stuttgart. Schwer wiegt der Ausfall von Philipp Lahm, der wegen eines Ermüdungsbruchs im rechten Fuß lange fehlen wird. Damit nicht genug: Der wochenlange Vertragspoker mit Torhüter Timo Hildebrand und die Ankündigung von VfB-Präsident Erwin Staudt, sich im Fall des Nicht-Erreichens der Champions League von Profis trennen zu müssen, waren der Stimmung wenig zuträglich. Öffentlich kritisierte Nationalstürmer Kevin Kuranyi den Vereinschef. Ein Sieg in Mainz könnte helfen, die Wogen zu glätten.

Einziger sorgenfreier Klub im Kreis der Bayern-Jäger ist der VfL Wolfsburg. Wie eine Untersuchung bei Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München ergab, wird der über Leistenbeschwerden klagende Andres D’Alessandro nicht wie befürchtet länger ausfallen. "Es besteht durchaus noch Hoffnung auf einen Einsatz gegen Dortmund", sagte VfL- Manager Thomas Strunz. Ähnlich positiv ist der Krankenstand in München. Mehmet Scholl und Alexander Zickler drängen auf eine Rückkehr. Roque Santa Cruz und Willy Sagnol werden gegen den HSV zwar noch fehlen, sind aber im Soll.

Verletzungspech in Dortmund

Auf gutem Weg wähnte sich auch das Bundesliga-Sorgenkind aus Dortmund. Doch die Freude von Trainer Bert van Marwijk über die Rückkehr der Langzeitverletzten Christoph Metzelder, Evanilson, Otto Addo und Salvatore Gambino währte nur kurze Zeit. Kurz vor der Abreise aus der Türkei zog sich Angreifer Ewerthon eine schwere Sprunggelenkverletzung zu. Zudem ist der Einsatz von Spielmacher Tomas Rosicky in Wolfsburg fraglich. Um nicht noch tiefer in den Abstiegssog zu geraten, sondiert die finanziell angeschlagene Borussia den Transfermarkt. Der Pole Ebi Smolarek (Feyenoord Rotterdam) soll ausgeliehen werden.

Zu früh kommt der Rückrunden-Start für den ehemaligen Nationalspieler Benjamin Lauth. Obwohl der Fußbruch verheilt wird, wird der Angreifer vom Hamburger SV gegen Bayern noch fehlen. "Er braucht noch Kraft, es war sehr lange verletzt, da wird er Geduld haben müssen", sagte HSV-Coach Thomas Doll.

Heinz Büse/DPA / DPA

Wissenscommunity