Fussball Der Druck auf die Bayern wächst


Die Affäre um den FC Bayern und den so genannten Geheimvertrag mit der Kirch-Gruppe schlägt immer höhere Wellen. Die Deutsche Fußball-Liga prüft derzeit die Rechtmäßigkeit, Sanktionen gegen den Traditionsclub werden nicht mehr ausgeschlossen.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) prüft die Rechtmäßigkeit des Vermarktungsvertrages zwischen dem FC Bayern München und der Kirch-Gruppe mit Hochdruck. "Wir hoffen auf Ergebnisse in den nächsten Tagen", erklärte DFL-Geschäftsführer Michael Pfad am Montag in Frankfurt. Derzeit sei nicht absehbar, ob der FC Bayern bei Abschluss des Kontrakts über 21,47 Millionen Euro gegen Regeln verstoßen habe. Unterdessen schlägt bei der Konkurrenz die Affäre weiter hohe Wellen und beschäftigt nun auch erstmals die Politik.

Wirtschaftsjurist Reinhard Rauball, früher Präsident von Borussia Dortmund, äußerte die Ansicht, dass der Vertrag den Bayern damals nicht genehmigt worden wäre, wenn er vorgelegt worden wäre. "Ich bin sicher, dass die DFL diesem Vertrag nicht zugestimmt hätte. Wahrscheinlich hätte sie die Position vertreten, dass von diesem Geld die Liga partizipieren muss", sagte der Rechtsanwalt in einem Interview des Fachmagazins "Kicker". Theoretisch sei an möglichen Sanktionen gegen die Bayern alles denkbar: "Von 250 000 Euro Geldbuße bis hin zu Platzsperre oder Punktabzug. Das schärfste Mittel wäre ein Lizenzentzug."

Nach den Erklärungsversuchen von Bayern-Manager Uli Hoeneß am vorigen Freitag ist die Empörung über den geheim gehaltenen Alleingang des Rekord-Meisters sogar noch gestiegen. "Ich weiß nicht, ob es angebracht ist, in einer solchen Situation andere anzugreifen. Das ist infam", sagte DFL-Geschäftsführer Michael Meier in einem Interview mit dem WDR-Fernsehen mit Bezug auf die Strategie von Hoeneß, der den Kritikern Neid vorgehalten hatte.

21,47 Millionen Euro aus Kirch-Vertrag

Der FC Bayern hatte aus dem geheim gehaltenen Vermarktungsvertrag mit der Kirch-Gruppe nach eigenen Angaben 21,47 Millionen Euro erhalten. Gleichzeitig hatte sich der 17-malige Meister für eine Vergabe der Zentralvermarktungsrechte an das Medienunternehmen ausgesprochen.

Was wusste Stoiber?

Während sich die Verantwortlichen des FC Bayern am Montag bedeckt hielten, nahm Bayerns SPD den Ministerpräsidenten Edmund Stoiber aufs Korn. "Welche Rolle spielt eigentlich CSU-Ministerpräsident Stoiber in der 'Amigo-Affäre' des FC Bayern München? Warum hört und sieht man nichts von Stoiber, der immerhin Vorsitzender des Verwaltungsbeirats des FC Bayern ist?", fragte Partei-Chef Wolfgang Hoderlein. Gerade in seiner Funktion beim FC Bayern könne Stoiber die Öffentlichkeit über die Haltbarkeit oder Unhaltbarkeit der Vorwürfe aufklären, "aber ausgerechnet von Stoiber hört man nichts".

Hoderlein erinnerte daran, dass der FC Bayern beim Abschluss des Vertrags mit Kirch noch keine Aktiengesellschaft war. Somit hätte der Verwaltungsbeirat des FC Bayern informiert werden müssen, dem Stoiber vorstehe. "Dass der Verwaltungsbeiratsvorsitzende keine Kenntnis über den Abschluss eines 190-Millionen-Vertrages des FC Bayern gehabt haben will oder soll, fällt schwer zu glauben", so Hoderlein.


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