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FUSSBALL: Die Olympia-Revanche der Fußball-Frauen

Die Olympia-Schmach ist gerächt. Nach dem Halbfinal-Erfolg können sich die deutschen Fußball-Frauen voll auf das Europameisterschafts-Finale konzentrieren.

Die Olympia-Schmach ist gerächt, jetzt können sich die deutschen Fußball-Frauen voll auf das Europameisterschafts-Finale konzentrieren. Dem 1:0-Halbfinalerfolg über Norwegen ging eine beeindruckende Leistung der deutschen Fußballerinnen voraus. Im EM-Finale treffen die Kickerinnen jetzt am Samstag auf die Damen aus Schweden. Bereits zum fünften Mal stehen Deutschlands Fußball-Damen damit in einem EM-Finale. Vor 13 524 begeisterten Zuschauern im Ulmer Donaustadion gelang Sandra Smisek in der 57. Minute mit einem herrlichen Kopfball in den Winkel das Tor des Tages.

Bekannte Gegnerinnen

»Das Finale wird nochmal sehr schwer, aber den schwierigsten Gegner haben wir schon geschlagen«, sagte die überglückliche Torschützin. Die Stürmerin vom FCR Duisburg rechnet sich für das Endspiel am kommenden Samstag gegen Schweden, das in der zweiten Vorschlussrunden-Partie mit 1:0 gegen Dänemark gewann, gute Chancen aus. Beide Teams standen sich schon 1995 im EM-Finale gegenüber, damals gewann die DFB-Auswahl mit 3:2. Auch im Eröffnungsspiel der Titelkämpfe vor zehn Tagen hatte Deutschland mit 3:1 das bessere Ende für sich.

Ein bisschen Feiern

Zunächst soll aber die gelungene Revanche gegen Norwegen ausgekostet werden, denn die unglückliche 0:1-Halbfinalniederlage bei den Olympischen Spielen von Sydney durch ein Eigentor von Tina Wunderlich hatte das DFB-Team lange gewurmt. »Jetzt wird schon ein bisschen gefeiert«, meinte Smisek, und die als beste Spielerin der Partie ausgezeichnete Bettina Wiegmann ergänzte: »Wir hatten uns vorgenommen, diesmal das Tor auf der richtigen Seite zu schießen«.

Personelle Konstanz

Cheftrainerin Tina Theune-Meyer bot fast dieselbe Mannschaft auf, die im Eröffnungsspiel Schweden mit 3:1 besiegt hatte. Lediglich Smisek ersetzte von Beginn an die Wolfsburgerin Claudia Müller. Auch Norwegens Trainer Age Steen hatte keine Personalprobleme. Auf der rechten Abwehrseite sollte Anne Bugge-Paulsen die schnelle Birgit Prinz stoppen. »Das war schwierig. Ganz kann man sie nicht ausschalten«, gestand Steen später.

Gänsehaut

Von Beginn an entwickelte sich eine temporeiche und ausgeglichene Partie, in der beide Teams zu guten Chancen kamen. »Es war ein faszinierendes und spannendes Spiel. Die Fans haben uns wieder super unterstützt. Mir liefen auf der Bank einige Schauer über den Rücken«, gestand Theune-Meyer, die zunächst eine Schrecksekunde erlebte. Denn nach nur fünf Minuten hätte die englische Schiedsrichterin Wendy Ann Toms bei einer Attacke von Torhüterin Silke Rottenberg gegen Dagny Mellgren auf Elfmeter erkennen können.

Praktisch im Gegenzug hatte Smisek die Führung auf dem Fuß, doch die norwegische Torfrau Bente Nordby war um einen Tick schneller. Auf der Gegenseite sorgte Solveig Gulbrandsen mit einem Kopfball für Gefahr im deutschen Strafraum. Nach etwa 20 Minuten bekam die DFB-Elf das Spiel etwas besser in den Griff, die Aktionen wurden durchdachter und klarer. Einige Großchancen durch einen Freistoß von Renate Lingor, die nur den Pfosten traf, sowie Birgit Prinz und Maren Meinert waren die Folge. Doch das erlösende Tor wollte vor der Pause nicht gelingen.

Traumtor

Nach einem gefährlichen Kopfball von Linda Örmen an die Latte schlug die Stunde von Sandra Smisek. Der kleinen und wendigen Stürmerin gelang nach einer wunderschönen Kombination über Renate Lingor und Birgit Prinz ein Traum-Kopfball in den Winkel. Für Smisek war es bereits der dritte Turnier-Treffer.

Frenetisch angefeuert erspielte sich der viermalige Europameister weitere Großchancen. Doch weder die nimmermüde Prinz, deren Distanz-Schuss an den Pfosten klatschte, noch die eingewechselte und zweimal völlig freistehende Claudia Müller brachten den Ball ein weiteres Mal über die Linie. »Ich hoffe, das haben sie sich für das Finale aufgehoben«, meinte Theune-Meyer.

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