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Fußball: Ein großer Schritt für Niersbach ein kleiner Schritt für den DFB

Wolfgang Niersbach ist offiziell neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Bei der Inthronisierung gab es viel Prominenz und wenig Gehaltvolles, dafür viele warme Worte für den Neuen.

Sichtlich nervös stand er da, der Neue. "Es ist ein großer Moment für mich.", waren schließlich die ersten Worte von Wolfgang Niersbach als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. "Ich bin froh, dass meine Laura und Lilian dabei sind", schob Niersbach hinterher, als er seine beiden Töchter inmitten der versammelten Fußballprominenz entdeckt hatte.

Niersbach eistimmig gewählt

Franz Beckenbauer, Uwe Seeler, Lothar Matthäus, Joachim Löw, Günter Netzer, Wolfgang Overath, Rudi Völler, Matthias Sammer, Ligapräsident Reinhard Rauball und sogar die 1954er Weltmeister Horst Eckel und Hans Schäfer waren gekommen.

Von Erleichterung war noch wenig zu spüren, dabei hätte Niersbach allen Grund dazu gehabt. Seine Wahl erfolgte einstimmig, sämtliche 260 Delegierte auf dem außerordentlichen DFB-Bundestag in einem Flughafenhotel in Frankfurt stimmten für Niersbach. Damit ist Niersbach nun offiziell nicht mehr Generalsekretär, sondern bis Oktober 2013 Präsident des mit knapp 7 Millionen Mitgliedern größten Sportfachverbandes der Welt.

Zwanziger an Niersbach "gescheitert"

Im Anschluss an seine Wahl gab es jede Menge warme Worte. "Du wirst ein großartiger Präsident", prohezeite ihm sein Vorgänger Theo Zwanziger. Zwanziger war seit 2006 alleiniger DFB-Präsident und wird dem DFB als Vorsitzender der DFB-Kulturstiftung erhalten bleiben. Zum Abschied erhielt er von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich das Bundesverdienstkreuz. Zwanzigers Sitz in der UEFA-Exekutive soll Niersbach im kommenden Jahr ebenfalls übernehmen.

"Meine Zeit im schönsten Amt, das es in Deutschland subjektiv gibt, ist vorbei. Ich freue mich auf morgen", so Zwanziger, der mit Standing Ovations verabschiedet wurde. Niersbach werde und müsse den Fußball nicht neu erfinden, "Du wirst dich nicht verändern, denn der Einzige, der versucht hat, dich zu ändern, das war ich - und ich bin gescheitert."

Niersbachs Aufgabe: Das fast Perfekte verbessern

Niersbach betonte in seiner Antrittsrede die "Einheit des Fußballs" stehe für ihn "an allerster Stelle". Er wolle die Demokratie abbauen und den Service für die Vereine und Landesverbände verbessern. Auch die Nachwuchsarbeit will Niersbach nicht vernachlässigen und damit dem "deutschen Weg" treu bleiben. "Ich glaube, das System ist nahezu perfekt, aber es muss immer noch verbessert werden."

Jede Menge Honig für Niersbach

Im Saal gab es viel Zuspruch für den Neuen. Franz Beckebauer sieht in Niersbach einen "sehr weltmännischen Boss". Hans-Joachim Watzke sieht in ihm die "Idealbesetzung". "Er ist überall in der Welt akzeptiert. Da kann Deutschland stolz sein, einen solchen Präsidenten zu haben", sagte Günter Netzer über Niersbach.

Auch Bundestrainer Joachim Löw freut sich auf die künftige Zusammenarbeit: "Ich glaube, niemand ist so gut für den DFB wie Wolfgang Niersbach." Neben der anwesenden Prominenz gehörten auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und UEFA-Präsident Michel Platini zu den Gratulanten.

Beckenbauer fordert mehr Geld

Franz Beckenabuer sprach sich bereits vor der Wahl künftig für einen hauptamtlichen Präsidenten aus: "Der Job lässt sich nicht länger ehrenamtlich ausüben, sondern sollte auch wie ein Spitzenamt bezahlt werden. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß." Es hätte durchaus schlimmer losgehen können für Niersbach.

sportal.de / sportal

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