FUSSBALL Kehl kommt - Bayerns Weg in die Zukunft


Der FC Bayern München hat nach der Verpflichtung von Sebastian Deisler auch das Rennen um den zweiten begehrten Jungstar der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gewonnen.

Weltpokalsieger FC Bayern München hat nach der Verpflichtung von Sebastian Deisler auch das Rennen um den zweiten heiß begehrten Jungstar der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gewonnen. Manager Uli Hoeneß bestätigte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass Sebastian Kehl vom SC Freiburg spätestens ab Sommer 2003 für den deutschen Rekordmeister kicken wird. »Tatsache ist, dass uns Sebastian Kehl schon im Sommer seine Zusage für einen Wechsel gegeben hat«, bestätigte Hoeneß wenige Stunden vor dem Anpfiff des DFB-Pokalspiels der Münchner beim Regionalligisten VfL Osnabrück.

Wechsel ja, aber ohne festen Zeitpunkt

Ob Kehl - wie der Noch-Berliner Deisler - schon nach der Weltmeisterschaft 2002 das Trikot des Champions-League-Siegers tragen wird, oder aber erst nach Auslaufen seines Vertrages in Freiburg am 30. Juni 2003, entscheide ganz allein der Jung-Profi, betonte Hoeneß: »Diese Freiheit hat er.« Eine Freiheit, die für die Münchner teuer werden könnte. Entscheidet sich Kehl nämlich dazu, schon vor 2003 zu den Bayern zu gehen, wird für ihn in Freiburg eine Millionen-Ablöse fällig.

Kein »Handgeld«

Energisch dementierte der Manager dagegen Angaben im Fachblatt »Sport-Bild«, wonach der 21-jährige Kehl genauso wie Deisler bereits ein Handgeld in Höhe von zehn Millionen Mark (rund 5,13 Millionen Euro) vom deutschen Meister erhalten habe. »Die Sportbild-Geschichte ist von den Einzelheiten her vollkommen falsch«, sagte Hoeneß: »Das einzige, das stimmt, ist die Tatsache, dass Sebastian Kehl zum FC Bayern kommt.«

Freiburg zeigt sich kooperativ

Um Kehl aus seinem Freiburger-Vertrag herauszukaufen, müsste Bayern viel Geld in die Hand nehmen. 10 bis 15 Millionen Mark als Ablösesumme sind im Gespräch - mindestens. Freiburgs-Manager Andreas Rettig wollte auf dpa-Anfrage Hoeneß' Aussagen »nicht kommentieren«, sondern stellte lediglich Grundsätzliches fest. »Sebastian Kehl hat bei uns einen gültigen Vertrag bis 2003. Bis dahin geht der Weg nur über den SC Freiburg«, betonte Rettig. Hinsichtlich einer möglichen Freigabe scheinen die Freiburger aber gesprächsbereit, sofern Kehl auf einen vorzeitigen Wechsel drängen sollte. »Das werden wir mit Sebastian besprechen«, betonte Rettig.

Kräftiger Gewinn

So schmerzhaft ein früherer Wechsel Kehls für die Breisgauer auch wäre, so lukrativ wäre ein früherer Abgang des Jungstars. Freiburg hat für Kehl im Sommer 2000 gerade einmal 200 000 Mark an Zweitligist Hannover 96 überwiesen. Nach nur 25 Bundesliga-Spielen berief DFB-Teamchef Rudi Völler den U 21-Nationalspieler am Ende der vergangenen Saison sogar erstmals in die A-Nationalelf.

Der neue, junge FC Bayern München

Nach der Verpflichtung von Deisler (für 28 Millionen Mark Ablöse plus 20 Millionen Mark Darlehen an den Spieler) sowie der Zusage von Kehl nimmt der personelle Umbau beim FC Bayern immer konkretere Formen an. Angeblich soll auch der Wechsel von Mittelfeldakteur Michael Ballack von Bayer 04 Leverkusen nach München zur kommenden Saison bereits fest stehen. Der 25-Jährige kann dank einer Ausstiegs-Klausel nach dieser Saison den Bundesliga-Tabellenführer vorzeitig verlassen. Hoeneß ist seiner erklärten Zielsetzung mit Kehls Verpflichtung auf jeden Fall einen großen Schritt näher gekommen: »Wir wollen versuchen, die Mannschaft sukzessive zu verjüngen, mit jungen Spielern, möglichst mit deutschen«, hatte er angekündigt.


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