Fußball-Nationalmannschaft Klinsmann bietet seine beste Elf auf


Gegen Südkorea will Jürgen Klinsmann kein unnötiges Risiko eingehen und mit der stärksten Mannschaft auflaufen. Im Sturm setzt er auf das treffsichere Gespann Klose und Kuranyi.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann wird nach dem Debütanten-Ball beim 3:0-Erfolg gegen Japan an diesem Sonntag (11.00 Uhr/ARD) in der Neuauflage des WM-Halbfinals keinen seiner Stars schonen. Auch die drei nachgereisten Stuttgarter Feldspieler Kevin Kuranyi, Andreas Hinkel und Philipp Lahm will er von Anfang an bringen.

"Wir wollen die Reise erfolgreich weiter gestalten. Wir stufen Südkorea höher ein als Thailand, und darum werden wir mit den Leistungsträgern ins Spiel gehen", verkündete Klinsmann. Namentlich nannte er bei den Leistungsträgern Kapitän Michael Ballack, der sein 50. Länderspiel bestreiten wird, sowie Bernd Schneider und den wieder erstarkten Miroslav Klose. Der Bremer stürmt nach seinen zwei Toren gegen Japan dieses Mal an der Seite von Kuranyi, der in seinen bislang drei Länderspielen unter Klinsmann stets traf und insgesamt sogar auf fünf Tore kam.

Die Stuttgarter müssen sofort ran

Schon am Samstagmittag bei der Pressekonferenz hatte der Bundestrainer bekannt gegeben, dass die erst am Vortag aus Deutschland eingetroffenen Stuttgarter trotz Jetlag sofort ran sollen. "Wir wollen, dass sie sich gar nicht groß Gedanken über Müdigkeit und Zeitumstellung machen", betonte der Chefcoach. Und wenn man sie schon direkt nach dem UEFA-Cup-Spiel gegen Dinamo Zagreb am vergangenen Mittwoch um die halbe Welt nachfliegen lasse, "dann sollen sie auch spielen". Der von der Reise noch sichtlich geschlauchte Torjäger Kuranyi begrüßte die Entscheidung des Bundestrainers und versprach trotz Müdigkeit vollen Einsatz: "Ich hoffe, dass wir unsere Siegesserie fortsetzen können." Beim Abschlusstraining am Abend im "Busan Asiad Main Stadium", das wohl nicht ausverkauft sein wird, musste Hinkel allerdings wegen einer Erkältung passen. Sein Einsatz ist damit fraglich geworden.

Die Chancen für den dritten deutschen Sieg im dritten Spiel gegen die Südkoreaner stehen trotzdem gut, und das nicht nur, weil im deutschen Team die Lust auf Fußball trotz Urlaubs-Vorfreude groß ist und bis auf Hinkel alle Akteure fit sind. Hinzu kommt noch, dass die Südkoreaner ähnliche Personalprobleme haben wie Auftaktgegner Japan. Dem Team um Angreifer Du Ri Cha vom Zweitligisten Eintracht Frankfurt fehlen wichtige Leistungsträger, die von ihren europäischen Vereinen keine Freigabe erhalten hatten. Trotzdem warnte Klinsmann davor, den Gegner zu unterschätzen: "Wir sind gut vorbereitet, da kommt ein schwerer Brocken auf uns zu."

Bei der Rückkehr vom gegen Japan erprobten 4-3-3 zum bewährten 4-4-2-System wird die Abwehr fast komplett ausgewechselt. Neben Hinkel und Lahm, die für die Neulinge Patrick Owomoyela und Christian Schulz ihre angestammten Außenpositionen besetzen, wird erstmals unter Klinsmann der in der Bundesliga-Hinrunde lange verletzte Arne Friedrich ins Team kommen. Der 25-Jährige rückt neben den Dortmunder Christian Wörns in die Innenverteidigung, in der der Bundestrainer den Kapitän von Hertha BSC "besser aufgehoben" findet als auf der rechten Abwehrseite. "Wir freuen uns, dass Arne wieder zu uns gestoßen ist. Er ist eine positive Figur, er bringt sich ein, ist intelligent und entwickelt Dinge mit", bemerkte Klinsmann.

Die erste Sturmreihe läuft auf

Am positivsten ist die Entwicklung der deutschen Stürmer in der kurzen Ära des ehemaligen Weltklasse-Angreifers. Zehn der 12 Tore in den fünf Partien seit der missratenen Europameisterschaft gingen auf das Konto der Angreifer, neun davon erzielten Kuranyi (5) und Klose (4). Schon ist die Rede vom neuen Traumpaar. "Wir freuen uns ungemein über die Entwicklung von Kevin und Miro", kommentierte Klinsmann die Wandlung der Stürmer, die bei der EM in Portugal noch der große Problemfall waren und nur ein halbes Jahr später zu Hoffnungsträgern für die Weltmeisterschaft 2006 geworden sind. Allerdings sei die Entwicklung noch nicht abgeschlossen, wie Klinsmann unterstrich: "Da ist noch viel Potenzial, das ausgeschöpft werden kann."

Klaus Bergmann und Oliver Hartmann/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker