VG-Wort Pixel

Bundesliga im stern-Check Hamburg - eine Fußballstadt knipst die roten Laternen an

Bundesliga Hertha HSV
Pierre-Michel Lasogga (l.) und Michael Gregoritsch legen sich in Pink ins Zeug und rutschen gemeinsam auf Platz 18.
© Maurizio Gambarini/DPA
Trotz eines neuen Trainers bleibt der HSV im Tabellenkeller. Genau wie Lokalrivale FC St. Pauli, nur eine Liga tiefer. Im Pott dagegen: Freude! Über Schalkes ersten Dreier. Und Ärger! Lokalrivale Dortmund jammert über zu "harte" Fouls.

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Wer hätte vor der Saison gedacht, dass es ausgerechnet der 1. FC Köln sein würde, der den übermächtigen Bayern die Stirn bieten kann - außer einigen ganz hartgesottenen FC-Fans natürlich. Doch für die Kölner läuft es rund, und wenn es einmal läuft, dann gelingen auch solche Treffer wie Modestes Ausgleich in der 63. Minute. Das 1:1 war zu dem Zeitpunkt zwar nicht besonders verdient, aber dafür sehenswert: Der Kölner Stürmer (5 Tore in dieser Saison) entwischte Bayerns Martinez, bekam den Ball durch eine Flanke von Marcel Risse serviert, die er mit einem artistischen Kung-Fu-Sprung gegen Neuers Laufrichtung abschloss. So hoch muss man mit ausgestreckten Beinen erstmal springen können.

Aufreger des Tages

Klingt hart, aber: Thomas Tuchel. Bis auf einen Punkt hätte der BVB an die Bayern herankommen können. Doch erst verloren seine Jungs die Partie gegen Leverkusen und im Anschluss Dortmunds Trainer die Nerven. Er jammert in einer Tour über die vielen und harten Fouls des Gegners. "Da wurden Grenzen überschritten", klagte er und hatte auch Zahlen parat: 21 Mal foulten die Rheinländer, nur siebenmal der BVB. Stimmt zwar, und doch klang Tuchel wie ein schlechter Verlierer, der die Schuld bei anderen sucht. Bis auf das wirklich üble Einsteigen von Hakan Calhanoglu gegen Marcel Schmelzer kurz vor Schluss waren nur die wenigsten Tätlichkeiten wirklich grenzwertig. Ja, Leverkusen ging aggressiv zu Werke, und ja, die Taktik, den Dortmunder Spielfluss zu stören und die technisch starken Schwarzgelben permanent zu nerven, führte zu dem einen oder anderen, unliebsamen Körperkontakt. Aber Thomas Tuchel kann sich ja einmal bei Messi erkundigen. Oder Ronaldo. Die kriegen seit Jahren derart auf die Knochen.

Gewinner des Tages

Bundesliga Schalke Mönchengladbach
Schalkes Breel Embolo (r.) und Eric-Maxim Choupo-Moting haben nach dem 4:0-Sieg allen Grund zum Jubeln 
© Bernd Thissen/DPA

Breel Embolo. Der Schweizer war der Königstransfer der Königsblauen. 21 Millionen hat Schalke für den erst 19-Jährigen hingeblättert. Viel Geld, hohe Erwartungen, große Enttäuschung - bislang. Doch dann kam Borussia Mönchengladbach und der Schweizer zerlegte die auswärtsschwachen Rheinländer (auf fremden Plätzen bisher nur ein Punkt) mit zwei Treffern fast im Alleingang. 4:0 stand es am Ende und bei seinem letzten Tor lief der Vielgepriesene aufs Tor zu, fiel hin, stand wieder auf und musste die Kugel nur noch über die Linie schubsen. Mehr Maloche geht nicht. Gelsenkirchens Trainer Markus Weinzierl sah man anschließend die Schwere des Steins an, der ihm vom Herzen fiel. Noch eine Niederlage und der Neue auf der Bank wäre nach nur wenigen Saisonspielen schon wieder der Alte gewesen. Doch dank Breel Embolo kann S04 wieder etwas Hoffnung schöpfen.

Verlierer des Tages

Hamburg(er SV). Wie viele Trainer hatte der HSV in den letzten zehn Jahren gleich noch mal? 17, wenn man die Interimslösungen Cardoso, Arnesen, Knäbel sowie das doppelte Engagement von Bruno Labbadia mitrechnet - Markus Gisdol inklusive. Der Start des Neuen an der Elbe aber verlief glücklos. Dabei war es nicht so, dass sich die Hamburger gegen Hertha BSC versteckten, im Gegenteil. Doch erst hatten sie kein Glück und dann kam Pech dazu. Die Berliner waren allerdings auch ein undankbarer Gegner, weil derzeit in ausgezeichneter Form. Der HSV steht nun mit zwei Toren und einem Punkt aus sechs Spielen im Tabellenkeller. Der letzte Sieg in der Bundesliga datiert vom 14. Mai dieses Jahres gegen Augsburg. Ebenfalls auf Platz 18, nur eine Liga tiefer: der andere Hamburger Profiklub. Lokalrivale St. Pauli hat fünf Punkte aus acht Spielen geholt. Wenn das an Alster und Elbe so weitergeht, werden die Hamburger noch sehr, sehr lange auf ein Derby warten müssen.

Bild des Tages

Bundesliga Hertha HSV
Noch mal Hamburger SV. Mit für deutschen Augen äußerst ungewöhnlichen Farben trat der HSV in Berlin an. Erstmals trugen die Hamburger ihre neuen, pinkfarbenen Auswärtstrikots - eine Reminiszenz an die Jerseys aus der Europapokalsiegersaison 1976/77. Gegner Hertha BSC ist übrigens das Bundesligateam, das diese Farbe ebenfalls im Spint hat. Erst letzte Woche gegen Eintracht Frankfurt haben die Berliner bewiesen, dass man in Pink auch würdevoll nicht gewinnen kann. 
© Maurizio Gambarini/DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker