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Hoeneß-Attacke: "Wir müssen Bremen richtig niedermachen"

Die Hamburger Leistung in Bremen sei einfach nicht in Ordnung. Auch eine Nacht später ist der Zorn von Uli Hoeneß nicht verraucht. Den Bremern kündigte er nächste Woche in München einen heißen Tanz an.

Werder Bremen hat gelassen auf die Hoeneß-Attacke nach dem 6:0-Kantersieg gegen den Hamburger SV reagiert.

Der Bayern- Manager hatte das Schützenfest im 80. Nordderby eine "wahnsinnige Sauerei" und witterte eine norddeutsche Schützenhilfe durch den HSV. Er freue sich auf das Bremer Gastspiel nächste Woche im Münchner Olympiastadion. "Wir müssen Bremen wegfegen und richtig niedermachen" Er dementierte am Sonntag jedoch, das Wort Schiebung in den Mund genommen zu haben. "Nein, das habe ich nie behauptet." Werder Bremen habe eine Kungelei auch gar nicht nötig, betonte der Bayern-Manager.

Sein Hauptkritik richtet sich gegen den HSV: "Ich sage ganz klar, mit der Sache hat Bremen nichts zu tun. Werder hat nur die Geschenke des HSV dankbar angenommen. Die Kritik geht nur gegen den HSV. Wenn eine Mannschaft mit so einer Einstellung anreist, dann ist das einfach nicht in Ordnung." Auch ein bundesligaunerfahrenen Ersatztorwart in der Endphase der Meisterschaft aufs Feld schicken, sei mehr als ärgerlich. "Die Meisterschaft ist kein Testgebiet."

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Bremer wollen nicht reagieren

Thomas Schaaf blieb wie immer ruhig und besonnen. Er will die Sprüche für sich selbst sprechen lassen. "Ich glaube schon, dass Hoeneß weiß, was er sagt. Jeder kann sich seinen eigenen Reim darauf machen. Wir machen da nicht mit. Und das bringt uns Sympathien", meinte Thomas Schaaf.

Auch die anderen Vereinsoberen wollen auf die Hoeneß-Äußerungen nicht reagieren: "Ich kann auf diese Drohungen gar nicht reagieren, weil es in meinem Wortschatz Vokabeln wie niedermachen und wegfegen nicht gibt", sagte Marketing-Geschäftsführer Manfred Müller. Und fügte hinzu: "Eine bessere Motivation für unsere Mannschaft hätte er mit diesen Ankündigungen nicht machen können."

Auch Sportdirektor Klaus Allofs hielt sich zurück. «Ich sehe Uli vor der Begegnung und werde ihn wahrscheinlich auf die Äußerungen ansprechen. Ob diese Formulierungen richtig sind, muss er selbst entscheiden.» Den Vorwurf aus München, der HSV hätte wie vor elf Jahren (0:5) Nachbarschafts- Hilfe geleistet, wies Allofs allerdings kategorisch zurück: «Wer die Rivalität der beiden Clubs kennt, weiß, dass das nicht der Fall ist.»

Nach einer spektakulären Tor-Gala kann sich der SV Werder Bremen die Meisterschale nun ausgerechnet bei Titelverteidiger FC Bayern München selbst abholen. Dennoch warnt Kapitän Frank Baumann: "Wir dürfen nur nicht übermütig werden. Die Bayern werden uns alles abverlangen und dagegenhalten."

Werder bot nach zwei Nullnummern eine Klassepartie und ist nun schon seit 22 Punktspielen unbesiegt. "Wir haben eine starke Leistung gezeigt, flüssig gespielt und wunderschöne Tore erzielt", lobte Schaaf sein Team für eine Gala-Vorstellung mit Treffern von Valerien Ismael (22.), Ivan Klasnic (39.), Ailton (48.), Nelson Valdez (80.) und Victor Skripnik (84./Handelfmeter). Ein unglückliches Eigentor von Sergej Barbarez (17.) hatte den HSV-Untergang eingeleitet.

Der erbärmliche HSV-Auftritt hatte mehrere Ursachen. Trainer Klaus Toppmöller leistete sich mit dem Einsatz von Ersatz-Torhüter Tom Starke - der von Bayer Leverkusen ausgeliehene Schlussmann sollte für eine mögliche Weiterverpflichtung getestet werden - einen krassen Fehlgriff. Der U 21-Junioren-Nationalspieler, der erstmals von Beginn an spielte, begünstigte mit einer Reihe von haarsträubenden Fehlern den hohen Werder-Sieg. Doch am Keeper allein lag es nicht. Der Auftritt nahezu aller HSV-Profis grenzte an Arbeitsverweigerung.

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