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Hoffenheim: Hopp wehrt sich

Dietmar Hopp geht in die Offensive. Der Milliardär und Sponsor der TSG 1899 Hoffenheim will die Anfeindungen nicht länger hinnehmen: "Das sind Verbrechen", redet Hopp Klartext. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will zukünftig Fan-Aktionen gegen Hopp juristisch verfolgen.

Auch in Freiburg war es irgendwann wieder soweit: "Du bist gekauft von SAP!" skandierten die gegnerischen Fans nach dem überaus zweifelhaften Elfmeter, den Sejad Salihovic (37. Minute) zur Führung der Gäste verwandelte, in Richtung des Schiedsrichters Knut Kircher (Rottenburg). Und so ging es auch in Freiburg munter weiter mit den mittlerweile zum Normalfall gewordenen Beleidigungen gegen den Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp.

Der scheint nun aber langsam die Nase voll zu haben und setzt sich jetzt in einem Interview mit dem "Kicker" deutlich zur Wehr: "Die tollen Auftritte der Mannschaft werden getrübt durch Geschmacklosigkeiten, die nicht mehr hingenommen werden dürfen. Bei Aufrufen zu Mord ist das Maß voll. Das sind keine Dummenjungenstreiche mehr, das sind Verbrechen". Hopp bezieht sich mit dieser klaren Aussage auf die Vorfälle vom Wochenende, als Dortmunder Fans ein "Fadenkreuz-Plakat" mit dem Konterfei Hopps gezeigt hatten.

Hopp fordert mehr Stadionverbote

Die Maßnahme des DFB, bei Beleidigungen gegen seine Person juristisch gegen die Täter vorzugehen, hält der SAP-Boss für angemessen: "Das ist ein richtiger Schritt. Die Fußball-Arenen sind kein rechtsfreier Raum", so Hopp. "Fans, die sich mit dem Rücken zum Spielfeld aufstellen, auf Provokationen ausgehen und andere Menschen bedrohen. haben in den Stadien nichts zu suchen. Da müssen die Stadionverbote ausgeweitet werden, da stehen die Vereine in der Verantwortung."

In Freiburg versuchten die Hoffenheimer Verantwortlichen Ruhe zu bewahren. Dass die Zuschauer zwischendurch die Hoffenheimer mit "Scheiß Millionäre" beschimpften, wollten weder Dutt noch Rangnick zu hoch hängen. "Das musste sich der FC Bayern auch jahrelang anhören", sagte Freiburgs Coach. "Man darf nicht den Fehler machen zu meinen, dass Fußball im emotionsfreien Raum gespielt wird", sagte Rangnick und forderte: "Wir sollten nicht nach jedem Spiel darüber diskutieren, was unter die Gürtellinie ging und was nicht."

Hoffenheim mit niedrigem Etat

Allergisch reagierte Trainer Rangnick auf die erneuten Vorwürfe der Fans, die Hoffenheimer würden mit dem Geld nur so um sich schmeißen. "Wer in der Bundesliga ausgerechnet mit uns über Geld redet, ist völlig ahnungslos", erklärte Rangnick und verwies auf den mit 23 Millionen Euro vergleichsweise bescheidenen Etat seiner Profiabteilung.

Rückendeckung erhielt Rangnick von Hopp: "Ich investiere hauptsächlich in Infrastrukturen wie Stadion und Trainingszentren." Sein Geld sei ehrlich verdient. "Ist es eine Wettberwerbsverzerrung, wenn in der Industrie Menschen in Aktien investieren und eine erfolgreiche Firma mit aufbauen? Das ist das Normalste der Welt."

Zudem sei sein Sponsorentum zeitlich begrenzt: "Die TSG, das ist klar gesagt und eine Notwendigkeit, wird sich nach zwei, drei Jahren Bundesliga selbst tragen müssen."

Jens Fischer mit DPA

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