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HSV-Krise: "Viel Zeit ist nicht mehr"

Nach drei sieglosen Bundesliga-Monaten will der HSV jetzt ein Feuerwerk gegen Cottbus abbrennen. Aus der Krise schießen soll den Dino dabei der kroatische Nationalstürmer Ivica Olic, der kurzfrisitig verpflichtet wurde. Und doch wirkt Dolls Zuversicht nicht mehr unerschütterlich.

Der Hamburger SV will mit dem Last-Minute-Einkauf von Ivica Olic die schwächelnde Offensive im Bundesliga- Abstiegskampf verstärken. Der kroatische Fußball-Nationalstürmer wechselt vom russischen Meister ZSKA Moskau an die Elbe und könnte schon im Heimspiel gegen Energie Cottbus auflaufen. "Er wird im Kader sicherlich dabei sein", sagte Trainer Thomas Doll bei der Vorstellung des Stürmers. "Er hat ein gutes Spielverständnis, einen direkten Weg zum Tor und auch einen harten Schuss".

Zwei Millionen Euro für Olic

Mit dem Einkauf am Tag vor Ende der Transferperiode reagierte der in höchster Abstiegsnot steckende Verein auf die magere Tor-Ausbeute von nur 17 Treffern in der laufenden Saison. Der 27-jährige Stürmer unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2009. Die Ablöse soll rund 2 Millionen Euro betragen. Sportchef Dietmar Beiersdorfer zeigte sich vom Transfer begeistert: "Wir sind ganz sicher, dass er ein sehr guter Fang ist. Er ist ein schneller und torgefährlicher Stürmer."

Es sei Olic hoch anzurechnen, dass ein Spieler seines Formats trotz der prekären Lage beim HSV unterschrieben habe, fügte Beiersdorfer hinzu. «Über Hamburg habe ich nur Gutes von Nico Kovac und anderen gehört. Als das Angebot kam, habe ich sofort zugesagt», betonte Olic, der 1998/99 schon zwei Bundesliga-Spiele für Hertha BSC absolvierte und Deutsch spricht.

"Ich gehe davon aus, dass ich mich schnell in die Mannschaft einspiele"

Das Interesse beim HSV weckte Olic in den Champions-League-Duellen HSV - Moskau. Im Rückspiel in Hamburg traf er per Foulelfmeter zum 1:0. "Eine tolle Atmosphäre und ein schönes Stadion", erinnerte sich der Neuzugang, der am Nachmittag sofort in das Mannschaftstraining einstieg. Probleme wegen der Anbindung sieht der Kroate nicht: "Ich gehe davon aus, dass ich mich schnell in die Mannschaft einspiele."

Unterdessen meldete der Verein, dass Guy Demel mehrere Wochen ausfällt. Der Abwehrspieler hatte sich am Samstag bei Arminia Bielefeld (1:1) einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zugezogen. "Es tut mir sehr Leid für Guy. Er hat hart für sein Comeback gearbeitet", sagte Trainer Thomas Doll nach der Diagnose des gerade wieder genesenen Abwehrspielers. Personell mache sich der Coach aber keine Sorgen: "Ansonsten sind wir gut aufgestellt."

Dem HSV droht der Absturz

Dennoch steht Doll im zweiten Spiel der Rückrunde gegen Cottbus unter enormen Druck. Der erste Bundesliga-Heimsieg in dieser Saison ist Pflicht. Sonst droht nach der angekündigten «kleinen Serie» des Trainers der Sturz auf den letzten Tabellenplatz. "Wichtig ist, von der ersten Minute an zu zeigen, dass wir siegen wollen", forderte Doll. Dann springe auch der Funken auf die Fans über. An späte Gegentore, wie in den zwei vorigen Partien, mag er nicht erinnert werden: "Das Team muss lernen, dass es besser aufgehoben ist, wenn man weiter nach vorn denkt." Doch Dolls Zuversicht wirkt nicht mehr ganz so unerschütterlich: "Viel Zeit ist ja nicht mehr."

DPA / DPA

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