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International Real Madrid beim FC Sevilla in Torlaune


Ein Dreierpack von Ronaldo, zwei Feldverweise und ein 6:2-Erfolg von Real Madrid beim FC Sevilla – das Spitzenspiel der Primera Division bot beste Unterhaltung. Die Königlichen erteilten den tapfer kämpfenden Andalusiern dabei eine Lehrstunde in Sachen Chancenverwertung.

Nach 15 Pflichtspielsiegen in Serie hatte Real Madrid ausgerechnet im Clasico gegen den FC Barcelona verloren, doch diesen Schock haben die Königlichen offenbar schnell verdaut.

Mit einem 6:2-Erfolg beim FC Sevilla meisterten die Madrilenen am 17. Spieltag die schwere Auswärtshürde und setzten sich wieder an die Tabellenspitze. Der Vorsprung auf Barca, das derzeit bei der Club-WM in Japan weilt, beträgt drei Zähler.

Cristiano Ronaldo (10./41./85. Elfmeter), Jose Maria Callejon (37.), Angel di Maria und Hamit Altintop (88.) trafen für die Gäste, für Sevilla markierten Jesus Navas (69.) und Alvaro Negredo (90.) die Tore. Auf Seiten von Madrid sah Pepe die Gelb-Rote Karte, Manu Del Moral flog nach einer Grätsche von hinten in die Beine von Karim Benzema ebenfalls vom Feld und sorgte zahlenmäßig wieder für Gleichstand auf dem Feld.

Özil und Khedira nur auf der Bank 

Bei Real Madrid saßen Mesut Özil, Sami Khedira, der später immerhin eingewechselt wurde, und Kaka zunächst nur auf der Bank, dafür kam Lassana Diarra im defensiven Mittelfeld zum Einsatz, offensiv durfte Jose Maria Callejon neben Cristiano Ronaldo, Angel di Maria und Karim Benzema auflaufen.

Dafür bot der FC Sevilla mit Ivan Rakitic sowie Piotr Trochowski zwei aus der Bundesliga bestens bekannte Akteure im Mittelfeld auf. Frederic Kanoute blieb zunächst draußen, da Sevilla nur mit Alvaro Negredo in der Spitze agierte.

Sevilla mit viel Elan 

Die Zuschauer im Estadio Rámon Sánchez Pizjuán wurden von Beginn an bestens unterhalten. Und das lag vor allem auch an den Gastgebern. Die Defensivkünstler aus Andalusien, die vor dieser Partie ganze elf Gegentore in 15 Spielen kassiert und ihrerseits nur 16 Mal selbst getroffen hatten, begannen mutig und versteckten sich keineswegs. Trochowski setzte mit einem Distanzschuss, den Ronaldo noch zur Ecke abfälschte, ein erstes Signal.

Beide Teams zeigten ein intensives Spiel mit rassigen Zweikämpfen und hohem Tempo. Auch Real war präsent und kam nach neun Minuten zur ersten großen Chance. Benzema tauchte nach Doppelpass mit Di Maria frei im Strafraum auf, seinen Schuss konnte Torwart Javi Varas jedoch abwehren. Der Abpraller fiel Di Maria vor die Füße, doch auch der bekam den Ball nicht am Keeper vorbei.

Di Maria, Ronaldo, Tor! 

Sekunden später durften die Königlichen dann doch jubeln. Ein herrlicher Außenrist-Pass von Di Maria in die Tiefe landete bei Ronaldo und der vollstreckte eiskalt zum 0:1 (10.). Sevilla reagierte überhaupt nicht geschockt und suchte weiter den Weg nach vorne. Dabei zeichnete sich häufig Jesus Navas mit seinen Vorstößen über die rechte Seite aus.

So auch in der 12. Minute, als seine Hereingabe auf dem Fuß von Manu Del Moral landete. Dessen Direktabnahme kratzte Iker Casillas mit einer tollen Parade aber noch von der Linie und lenkte den Ball an den Innenpfosten. Auch die nächste Gelegenheit leitete Navas ein, seinen Pass legte Negredo zurück auf Trochowski und der ehemalige Hamburger zog von der Strafraumgrenze sofort ab. Wieder erwischte Casillas den Flachschuss gerade noch mit den Fingerspitzen (17.).

Nachdem Fazio im Anschluss an eine Ecke einen Kopfball über den Real-Kasten gesetzte hatte (19.), nahmen beide Mannschaften etwas das Tempo heraus. Erst gegen Ende der Halbzeit wurde es wieder munterer und dann zeigte Real den Andalusiern, wie man Torchancen eiskalt verwertet.

Traumtor von Ronaldo

Aus dem Halbfeld lupfte Di Maria die Kugel in den Sechzehner und Callejon steckte unbedrängt nur den Fuß herein und lenkte das Leder zum 0:2 in die Maschen (37.). Den nächsten Schock verpasste Ronaldo den Hausherren in der 41. Minute. Der Portugiese wurde zentral vor dem Tor nicht angegriffen und bestrafte das mit einem fulminanten Hammer aus 25 Metern. Die Kugel schlug rechts oben unhaltbar im Kasten ein, 0:3!

Trotz guter Leistung lag Sevilla plötzlich aussichtslos zurück. Unnötig für ein wenig Spannung sorgte in der 44. Minute Real-Verteidiger Pepe. Ein Laufduell gegen Negredo hatte er schon gewonnen, doch er fuhr den Arm noch etwas nach hinten aus und berührte seinen Gegenspieler leicht im Gesicht. Schiedsricher Carlos Clos Gomez reichte das, um Pepe die zweite Gelbe Karte zu zeigen, eine sehr harte Entscheidung.

In Unterzahl musste Madrid also die zweite Halbzeit bestreiten und Sevilla wollte es noch einmal wissen. Trochowski blieb in der Kabine, dafür kam mit Kanoute ein zweiter Stürmer. Die Andalusier machten Dampf, aber sie scheiterten weiterhin an der mangelnden Chancenverwertung. Die beste Gelegenheit ließ Rakitic in der 54. Minute aus, als er aus zehn Metern Casillas den Ball in die Arme schoss.

Und wer vorne so fahrlässig agiert, der muss sich nicht wundern, wenn es hinten im eigenen Tor rappelt. Arbeloa bediente mit einem langen Ball Benzema und der leitete direkt auf Di Maria weiter. Der Argentinier belohnte sich für seine tolle Vorstellung und vollendete souverän zum 0:4 (66.). Die Entscheidung war natürlich gefallen, doch es ehrte die Hausherren, dass sie es weiterhin versuchten. Ein kleiner Trost war das 1:4 durch Jesus Navas in der 69. Minute.

Wilde Schlussphase in Sevilla

Mit einem Flachschuss aus halbrechter Position überwand er Iker Casillas. Der deutliche Zwischenstand sorgte aber längst noch nicht für ruhige Gemüter auf dem Rasen. Manu Del Moral musste noch ein wenig Frust abbauen und senste im Mittelfeld völlig unnötig Benzema von hinten um und sah folgerichtig die Rote Karte.

Damit war auch der letzte Widerstand der Hausherren gebrochen. Als Benzema in der 84. Minute in den Strafraum eindrang, holte ihn Fazio plump von den Beinen. Ein Elfmeter war die logische Konsequenz. Natürlich trat Ronaldo an und verwandelte mit seinem 20. Saisontor zum 5:1 (85.).

War es das? Nein, beide Teams luden sich gegenseitig noch zu weiteren Treffern ein, zunächst erhöhte der eingewechselte Hamit Altintop auf 1:6, mit dem Schlusspfiff traf Alvaro Negredo noch zum 2:6.

Lars Ahrens

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