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Sonntagsspiele: Abstieg ist so gut wie sicher: In Köln kullern nach dem Abpfiff die Tränen

Sie haben tapfer gekämpft und einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt, aber es hat am Ende nicht gereicht: Köln ist nach dem Remis gegen Schalke so gut wie abgestiegen. Mainz verlor gegen Augsburg.

Köln Jonas Hektor

Kölns Kapitän Jonas Hektor (vorn) im Zweikampf mit Schalkes Weston McKennie

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Der sechste Abstieg des 1. FC Köln aus der Fußball-Bundesliga ist trotz eines Achtungserfolgs und guter Moral fast schon besiegelt. Nach 0:2-Rückstand holte der Tabellenletzte beim 2:2 (1:2) zwar noch einen Punkt gegen den Tabellenzweiten Schalke 04, der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt drei Spiele vor dem Saisonende aber acht Zähler. Den Schalkern tun die verschenkten Punkte kaum weh. Bei sieben Punkten Vorsprung auf Rang fünf ist das Comeback in der Champions League nach vier Jahren fast schon sicher.

Nach Toren von Breel Embolo (5.) und des überragenden Jewgen Konopljanka (23.) schienen die unter der Woche im Pokal-Halbfinale an Frankfurt gescheiterten Gelsenkirchener auf dem besten Weg zum siebten Sieg aus den letzten acht Spielen. Köln schlug durch Leonardo Bittencourt (26.) und Marcel Risse (83.) aber zurück.

Der Europa-League-Teilnehmer aus Köln, der auch noch eine um 14 Treffer schlechtere Tordifferenz als der 16. Freiburg hat, konnte sich auf den sechsten Absturz nach 1998, 2002, 2004, 2006 und 2012 lange vorbereiten, auch wenn in der Rückrunde nach Derby-Siegen gegen Mönchengladbach und Leverkusen sowie einem Überraschungs-Erfolg in Leipzig immer wieder Hoffnung aufkeimte. Seit dem 3. Spieltag steht der FC durchgängig auf einem Abstiegsplatz.

Köln plant den direkten Wiederaufstieg

Nur Arminia Bielefeld (7) und der 1. FC Nürnberg (8) sind öfter als sechsmal aus der 1. Liga abgestiegen. Die direkte Rückkehr des ersten Bundesliga-Meisters soll der gebürtige Kölner Markus Anfang als Trainer schaffen, der aktuell noch mit Holstein Kiel um den Aufstieg ins Oberhaus kämpft.

Vor dem Spiel hatte es ein kräftiges Gewitter rund um das Stadion gegeben. Nach Angaben des FC wurden im Umkreis von zwei Kilometern 40 Blitzeinschläge notiert, einer davon direkt auf den Vorwiesen der Kölner WM-Arena. Verletzt wurde offenbar niemand, die Partie vor 50 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion begann pünktlich. Während des Spiels blitzte es nicht, regnete und hagelte aber immer wieder, der Platz war entsprechend schwer bespielbar.

Die auf fünf Positionen gegenüber dem Pokal-Aus veränderten Schalker begannen druckvoll und wurden früh belohnt: Embolo vollendete einen sehenswerten Konter nach Vorlage Konopljankas aus kurzer Distanz. Kölns Dominique Heintz prallte beim Rettungsversuch mit voller Wucht gegen den Pfosten, konnte aber weiterspielen.

Köln zeigt Moral

Als der im Pokal nur eingewechselte Konopljanka beim 2:0 erneut die Schwäche der Kölner auf der rechten Abwehrseite ausnutzte, schien das Spiel entschieden. Doch die vor allem im defensiven Mittelfeld überforderten Kölner zeigten zumindest Moral: Nach Vorlage von Nationalspieler Jonas Hector, den Trainer Stefan Ruthenbeck zentral offensiv statt links defensiv aufgestellt hatte, traf Bittencourt.

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Der Mann der ersten Halbzeit war aber weiter Konopljanka, der Ukrainer fiel aber auch mit vielen vergebenen Chancen auf. Nach einem Pfostenschuss (30.) wurde sein mit Gesichtsmaske aufgelaufener Gegenspieler Frederik Sörensen ausgewechselt, was die Fans mit Pfiffen und höhnischem Beifall quittierten. Konopljanka war aber weiter nicht zu halten, Sekunden vor der Pause scheiterte er jedoch an Kölns Torhüter Timo Horn.

Nach der Pause verflachte die Partie. Die Schalker konzentrierten sich auf ihre Kompaktheit, Köln fehlten über weite Strecken die Mittel. Der ansonsten fast nicht in Erscheinung getretene Simon Terodde scheiterte an Ralf Fährmann (55.). Kurz vor Schluss patzte Schalkes Schlussmann, doch der Ausgleichstreffer wird den Kölnern nichts mehr nützen.

Augsburg sichert die Klasse

Im zweiten Sonntagsspiel hat Augsburg durch ein 2:0 gegen Mainz  und jetzt 40 Punkten den Klassenerhalt erreicht und es nach dem Spiel entsprechend krachen lassen. Für die Mainzer geht hingegen das große Zittern nach "der verdienten Niederlage", wie Trainer Sandro Schwarz urteilte, weiter. Die Rheinhessen verharren drei Spieltage vor Saisonende mit 30 Punkten auf dem gerade zur Rettung reichenden 15. Tabellenplatz. "Die Lage hat sich nicht verändert", sagte Schwarz zur Situation unten. "Die erste Halbzeit haben wir hergeschenkt und schlecht gespielt. Die zweite Halbzeit war besser", sagte Kapitän Pablo De Blasis. "Nächstes Mal versuchen wir, zu Hause zu gewinnen", kündigte der Argentinier mit Blick auf das Spiel am kommenden Sonntag gegen Leipzig an. 

tis / DPA

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