Kreuzbandriss bei Ibisevic Hoffenheim steht unter Schock


Bestürzung und Entsetzen bei der TSG Hoffenheim: Der Verdacht auf einen Kreuzbandriss bei "Tormaschine" Vedad Ibisevic hat sich bestätigt. Der Bosnier fällt somit für die gesamte Rückserie aus. Hektisch treibt der Herbstmeister die Suche nach einem Nachfolger voran.

Noch bevor sich am Donnerstagabend die niederschmetternde Diagnose Kreuzbandriss bei Top-Torjäger Vedad Ibisevic bestätigte, trieben die Verantwortlichen von Herbstmeister 1899 Hoffenheim die Suche nach einem Nachfolger voran. "Es ist klar, dass wir die Sache jetzt intensivieren", sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick. "Unser Kader ist eh sehr eng und klein." Ibisevic hatte sich in Heidelberg einer weiteren Kernspin-Untersuchung unterzogen, die die schlimmsten Befürchtungen bestätigte: Der Bosnier hat sich im Test gegen den Hamburger SV am Mittwoch (0:2) bei einem Zusammenprall mit Jerome Boateng das vordere Kreuzband im rechten Knie gerissen hat und muss operiert werden.

Wann und wo sich der 24-Jährige dem Eingriff unterziehen wird, steht noch nicht fest. Manager Jan Schindelmeiser geht davon aus, dass der Bosnier mindestens ein halbes Jahr fehlen wird. Die Fahndung nach einem neuen Torjäger will der Manager zunächst aus dem Trainingslager in Spanien betreiben. Dabei lässt sich der Manager alle Optionen offen und schließt auch ein Leihgeschäft nicht aus. Beim neuen Stürmer soll es sich dabei um einen ähnlichen Spielertypen wie den 24-jährige Ibisevic handeln, der in der Hinrunde mit 18 Treffern seine Qualitäten unter Beweis gestellt hatte.

"Wir zahlen nicht jeden Preis"

"Wir hatten schon vorher eine Vorstellung davon, welches Profil Angreifer, die für uns infrage kommen, haben sollen. Jetzt konzentriert sich der Fokus natürlich auf die große Lücke, die Vedad hinterlassen wird", sagte Schindelmeiser, der weiß, dass die Suche nicht einfach wird: "Welcher Verein gibt schon jetzt seinen besten Torjäger ab?"

Rangnick machte deutlich, dass der Club für den neuen Angreifer auch von seinem bisherigen Stil, auf junge, talentierte Spieler zu setzen, abweichen werde. "Er kann ruhig auch ein bisschen älter als Vedad sein. Vor allem muss er seine Torjäger-Qualitäten nachgewiesen haben und sowohl menschlich als auch finanziell bei uns reinpassen", sagte der Coach. Schindelmeiser machte jedoch klar: "Wir zahlen nicht jeden Preis."

Ibisevic hatte sich die schwere Knieverletzung am Mittwoch im Test gegen den HSV im spanischen La Manga zugezogen und hatte sich noch am Mittwochabend einer Kernspin-Untersuchung unterzogen. Da der Befund aber nicht eindeutig war, machte er sich Jährige am Donnerstagmorgen um 7.00 Uhr zusammen mit Co-Trainer Tomislav Maric auf den Weg nach Deutschland, wo eine weitere Untersuchung in Heidelberg die schwere Verletzung bestätigte.

Obasi verletzt, Eduardo vor Sperre

Rangnick zeigte sich bestürzt über den Ausfall des bosnischen Nationalspielers. "Für den Jungen ist das verdammt traurig. Er war hier im Trainingslager extrem gut drauf und hat da angeknüpft, wo er im vergangenen Jahr aufgehört hat." Auch die Mannschaftskollegen reagierten geschockt. "Das ist ein herber Schlag für uns. Jetzt müssen wir noch enger zusammenrücken", sagte Nationalspieler Tobias Weis. Ex-Nationalkeeper Timo Hildebrand meinte: "Ich bin traurig und geschockt."

Da auch der Nigerianer Chinedu Obasi nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel "mit großer Wahrscheinlichkeit" (Rangnick) beim Rückrundenauftakt gegen Cottbus nicht dabei sein wird, herrscht für den in der Hinserie so umjubelten Angriff akuter Handlungsbedarf. Zu allem Überfluss handelte sich Carlos Eduardo gegen den HSV durch eine Faustschlag-Einlage gegen HSV-Stürmer Ivica Olic auch noch eine Rote Karte ein und muss nun nach einem möglichen Ermittlungsverfahren durch den Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes mit einer Sperre rechnen. "Das wird sicher eine Geldstrafe geben. Wir warten jetzt mal ab, ob er gesperrt wird", kommentierte Rangnick den Aussetzer des Brasilianers. Die beiden Streithähne sprachen sich bei einem Treffen aus und entschuldigten sich.

DPA/kbe


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