MADRID 17 Verletzte nach Bombenanschlag vor Fußballspiel


Die Explosion der Autobombe ereignete sich in der Nähe des Santiago-Bernabeu-Stadions knapp vier Stunden vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League.

Bei der Explosion einer Autobombe in Madrid sind am Mittwochabend mindestens 17 Menschen verletzt worden. Die Detonation ereignete sich in der Nähe des Santiago-Bernabeu-Stadions knapp vier Stunden vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. Eine halbe Stunde vor dem Terroranschlag hatte ein anonymer Anrufer die Notdienste im Namen der baskischen Untergrundorganisation ETA vor der Explosion gewarnt, wie die Polizei mitteilte. Die Umgebung wurde daraufhin eilig evakuiert. Das Fußballspiel werde dennoch stattfinden, kündigte Real Madrid nach Gesprächen mit der UEFA an.

Keine ernsten Verletzungen

Die 20-Kilo-Bombe ging vor dem Europa-Turm hoch, einem großen Büro-Hochhaus nahe dem Stadion, das wegen des Maifeiertages aber leer war. Die Terroristen setzten einen Zeitzünder ein, wie es weiter hieß. Der Zustand der Verletzten, unter ihnen zwei Polizisten, sei nicht ernst. Sie seien von umherfliegenden Glassplittern getroffen worden. Durch die Detonation gerieten zahlreiche Autos in Brand, die Rauchwolke war kilometerweit zu sehen.

Hätte eine Katastrophe werden können

»Es hätte ein Blutbad geben können«, sagte ein Sanitäter. Zum Zeitpunkt des Anschlages waren bereits zahllose Fußballfans vor dem Stadion oder auf dem Weg dorthin. Zudem hatten die Terroristen nicht mitgeteilt, wo genau sich die Autobombe befand und wann sie explodieren würde.

In der Nähe des Tatorts befand sich auch der Schwiegersohn von König Juan Carlos, der Bankier Jaime de Marichalar. Der Ehemann der Infantin Elena besuchte im Kongresspalast eine Antiquitäten-Messe. Es wurde aber ausgeschlossen, dass der Anschlag ihm galt.

Kurz nach dem Anschlag explodierte im Süden der spanischen Hauptstadt eine zweite Autobombe. Dabei wurde aber niemand verletzt. Die Polizei vermutet, dass die Terroristen ihr Fluchtauto mit einer kleineren Sprengladung in die Luft jagten, um Spuren zu verwischen und die Beamten in eine Bombenfalle zu locken.

Real-Fans protestierten gegen ETA

Nach den Anschlägen kam es vor dem Stadion zudem zu Zusammenstößen mit der Polizei. Eine Gruppe von rund 100 radikalen Fans von Real Madrid protestierten gegen die ETA und lösten dabei Tumulte aus. Die Beamten seien mit Steinen angegriffen worden, teilten die Behörden mit. Die Polizei sei mit Schlagstöcken und Gummigeschossen gegen die Randalierer vorgegangen. Das Spiel war als Hochrisiko-Veranstaltung eingestuft, deshalb waren etwa 700 Beamte im Einsatz.

Bei den Anschlägen der ETA ist in diesem Jahr ein Mensch getötet worden. Erst vor knapp zwei Wochen hatte die Organisation eine Autobombe vor dem Gebäude des Mineralölkonzerns Repsol YPF in Madrid gezündet. Dabei war erheblicher Sachschaden entstanden.


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