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Manipulations-Prozess: Bewährungsstrafe für Hoyzer gefordert

Er könnte so gerade noch am Gefängnis vorbeischrammen: Die Staatsanwaltschaft hat für den Ex-Referee Hoyzer drei Jahre auf Bewährung beantragt. Ein Kollege dagegen muss mit einer Haftstrafe rechnen.

Im Prozess zum Fußballwettskandal hat die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Berlin für Ex-Schiedsrichter Dominik Marks zwei Jahre Haft ohne Bewährung gefordert. Im Fall von Robert Hoyzer beantragten die Ankläger eine zweijährige Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden soll. Für den Wett-Profi Ante S. wurden zwei Jahre und elf Monate gefordert. Die Forderung für Milan S. lautete auf ein Jahr und zwei Monate Freiheitsstrafe, die für Filip S. auf ein Jahr, jeweils zur Bewährung.

Für Milan und Filip S. beantragte die Staatsanwaltschaft außerdem Geldbußen in Höhe von 50.000 beziehungsweise 2.500 Euro. Hoyzer soll demzufolge 100 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautete sowohl auf gewerbsmäßigen, als auch auf gewerbs- und bandenmäßigen Betrug. Die Anklagevertretung wertete die Geständnisse von Hoyzer und Ante S. sowie ihre Bereitschaft zur Tataufklärung als "erheblich strafmildernd". Bei Ante S. sei außerdem zu prüfen, ob sich seine von einem Gutachter bescheinigte Spielsucht im Sinne einer verminderten Zurechnungsfähigkeit strafmildernd auswirken könne, hieß es weiter.

Marks sei ohne Reue

Zur Überraschung vieler Prozessbeteiligter ging die Staatsanwaltschaft mit Marks hart ins Gericht. Der Ex-Schiedsrichter hatte zuvor zwar eingeräumt, Geld von Ante S. genommen, nicht aber Spiele manipuliert zu haben. An dieser Darstellung äußerte die Anklagevertretung "erhebliche Zweifel". Er habe seine Tatbeteiligung verschleiern wollen, keine Reue gezeigt, aus seinem Verhalten lasse sich keine günstige Sozialprognose ableiten, hieß es. Eine Strafaussetzung zur Bewährung komme deshalb nicht in Betracht.

Die Staatsanwaltschaft bescheinigte allen Angeklagten eine "hohe kriminelle Energie". Nachdem Marks im Juni 2004 zu Ante S. und Hoyzer dazugestoßen sei, habe sich der gewerbsmäßige Betrug um den Tatbestand des bandenmäßigen Betrugs erweitert. Das Verfahren gegen den Chemnitzer Ex-Profi Steffen Karl ist bereits abgetrennt worden. Gegen ihn soll am 22. November weiterverhandelt werden.

AP / AP

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