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Nach Anschlag auf Teambus: Mannschaft Togos darf nicht spielen

Das Ringen um die Teilnahme der togoischen Nationalmannschaft am Afrika-Cup ist entschieden: Nach der tödlichen Attacke auf ihren Mannschaftsbus hat die Regierung ihre Landsleute zurückbeordert - gegen den Willen der Spieler.

Nach dem Anschlag mit mindestens zwei Todesopfern auf die Fußball-Nationalmannschaft Togos hat die togoische Regierung den Rückzug des Teams vom Afrika-Cup in Angola angeordnet. Während sich das Team für eine Teilnahme aussprach, forderte Togos Regierungschef Gilbert Houngbo am Sonntag wenige Stunden vor Turnierbeginn die sofortige Rückkehr der Spieler. "Wir verstehen die Haltung der Spieler, die in irgendeiner Weise ihre getöteten Kollegen rächen wollen", sagte Houngbo. "Aber es wäre unverantwortlich für die togoischen Behörden, sie weitermachen zu lassen." Die Entscheidung der Regierung stehe fest: "Die Mannschaft muss nach Hause kommen." Houngbo rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Rebellen der "Befreiungsfront der Exklave Cabinda" (FLEC) hatten am Freitag den togoischen Mannschaftskonvoi mit Maschinengewehren überfallen, kurz nachdem dieser den Grenzübergang zwischen der Republik Kongo und der angolanischen Provinz Cabinda passiert hatte. Dabei wurden der Pressesprecher der Nationalmannschaft und der Assistenztrainer getötet. Ein Busfahrer, der zunächst ebenfalls für tot erklärt worden war, schwebte in Lebensgefahr. Insgesamt erlitten neun Menschen Verletzungen, darunter drei Nationalspieler.

"Uns schmerzt allen das Herz"

Im Gedenken an die beiden Todesopfer habe die Mannschaft entschieden, beim Afrika-Cup mitzuspielen, hatte Nationalspieler Thomas Dossevi der Nachrichtenagentur AFP vor der Abzugsforderung der Regierung gesagt. Die Entscheidung sei fast einstimmig bei einem nächtlichen Mannschaftsgespräch gefallen. "Uns schmerzt allen das Herz, das ist keine Party mehr, aber wir wollen unsere Nationalfarben, unsere Werte zeigen und dass wir Männer sind", sagte Dossevi, der im französischen Nantes unter Vertrag steht. Laut Dossevi hatten die angolanischen Behörden vor der Mannschaftsentscheidung eine Sicherheitsgarantie abgegeben. Nachdem die togoische Mannschaft ihre Teilnahme am Afrika-Cup zunächst abgesagt hatte, hatte der angolanische Regierungschef Paulo Kassoma sie im staatlichen Rundfunk gebeten, noch einmal darüber nachzudenken. Die togoische Nationalmannschaft zählt zu den besten Mannschaften Afrikas und sollte am Montag ihr erstes Spiel in Cabinda gegen Ghana bestreiten. Dem Team gehört auch Assimiou Touré von Bayer Leverkusen an. Der "Bild am Sonntag" sagte Touré, er habe bei dem Anschlag "Todesangst" durchlitten, passiert sei ihm aber nichts. Ein voranfahrender Gepäckbus sei "völlig durchsiebt" worden. "Gottseidank saß ich hinten in der vorletzten Reihe. Die haben vor allem auf den vorderen Teil des Busses geschossen", sagte er.

DPA/AFP / DPA
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