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Nationalmannschaft: Adler spielt gegen Aserbaidschan

René Adler darf sich im Moment als die Nummer 1 im deutschen Tor fühlen. Der Leverkusener profitiert von Robert Enkes Ausfall und wird im WM-Qualifikationspiel gegen Aserbaidschan zwischen den Pfosten stehen.

Mitgefühl mit dem erkrankten Robert Enke, unverhoffte Chance für Ersatzmann René Adler im Kampf um die Nummer 1: Bundestrainer Joachim Löw sieht sich nach dem kurzfristigen Ausfall von Topkandidat Enke in seiner langfristigen Torwartpolitik bestätigt und setzt im WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan auf den wieder erstarkten Adler. Der hervorragende Auftritt des Leverkuseners am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen Südafrika (2:0) beschert ihm seinen sechsten Länderspieleinsatz und den erwarteten Vorzug vor Konkurrent Manuel Neuer (Schalke 04). "René Adler hat sehr viel Selbstbewusstsein durch dieses Spiel. Deswegen macht er auch das Spiel morgen", sagte Löw am Dienstag. Plötzlich ist Adler damit auch wieder ein Kandidat für den WM-Showdown im Oktober in Moskau.

Nach der Abreise Enkes aus dem DFB-Quartier postierte sich Löw gleich bei der nächsten Übungseinheit von Adler und Neuer in der Sportschule Barsinghausen entgegen seinen Gewohnheiten direkt hinter dem Tor. Aus nächster Nähe wollte der 49-Jährige seine Kandidaten inspizieren. "René Adler hat den Einsatz verdient", lautete am Dienstag das Urteil. Für den 24-Jährigen wird das Duell mit Aserbaidschan zum Déjá-Vu. Im Oktober 2008 war er nach dem Kahnbeinbruch Enkes schon einmal als Lückenbüßer eingesprungen und zu seinem hochgelobten Länderspiel-Debüt gegen Russland (2:1) gekommen.

Die Infektion Enkes gab auch Löw weiterhin Rätsel auf. "Das tut uns allen Leid. Es wird die ganze diagnostische Schiene weitergefahren. Bislang waren alle Tests negativ", berichtete der Bundestrainer. Am Hamburger Tropeninstitut soll nun geklärt werden, warum sich Enke seit einiger Zeit schlapp fühlt und nicht intensiv genug trainieren konnte. "Viele Dinge kann man ausschließen. Die vollständige Untersuchung wird noch einige Tage dauern", sagte Löw. Wann Enke - auch bei Hannover 96 - wieder 100 Prozent einsatzfähig ist, ist unklar.

Trotz der plötzlich notwendigen Personaländerung verteidigte Löw sein Torwart-Konzept mit der frühzeitigen Festlegung auf alle Einsätze der vier Kandidaten Enke, Adler, Neuer und Tim Wiese im Jahr 2009. "Man hat gesehen, dass wir in der Torhüter-Entscheidung absolut auf dem richtigen Weg sind. Man hat gesehen, wie schnell es gehen kann, dass einer ausfällt", sagte der DFB-Chefcoach.

Ob Enke bei gutem Heilungsverlauf wie geplant im Qualifikations- Endspiel am 10. Oktober in Russland im Tor stehen wird, ließ Löw offen. Adlers Chancen sind durch das Pech von Enke gestiegen. "Wir werden sehen, wie das Spiel läuft, und werden abwarten, wie es um die Gesundheit von Robert Enke steht", meinte Löw.

Sich nicht schon jetzt auf einen Torwart für die WM 2010 festzulegen, sei in jedem Fall richtig. "Wer kann heute schon sagen, wer in neun Monaten in Südafrika zur Verfügung steht?", frage Löw. Diese Argumentation hatte Adler schon vor seinem Einsatz gegen Südafrika angebracht: "Es ist noch sehr viel Zeit bis zur WM. Durch Verletzungen und Formkrisen kann noch viel passieren."

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