Nationalmannschaft Entweder Adidas oder Fernsehen


Die meisten Fußballprofis bekommen ihre Schuhe von den verschiedensten Herstellern. Weil die deutsche Nationalmannschaft aber in Adidas spielt, müssen die Spieler die Schuhe der bayerischen Firma tragen. Wer sich weigert, spielt nicht, kündigt Jürgen Klinsmann an.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat im schwelenden Schuhkonflikt mit einigen Nationalspielern unmissverständlich Position für den Ausrüster des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bezogen. "Es wird hier kein Nationalspieler mit einem anderen Schuh als von Adidas spielen. Wenn er sagt, er muss doch mit einem anderen spielen, dann kann er nach Hause fahren", sagte Klinsmann der "Sport Bild".

Der 40-Jährige reagierte damit auf ein ebenfalls in dem Magazin veröffentlichtes Schreiben der "Vereinigung der Vertragsspieler" (VdV). In dem Brief vom 17. März bietet die Spielergewerkschaft insgesamt zwölf Nationalspielern an, sie im Zusammenhang mit "der Problematik der individuellen Ausrüsterverträge mit anderen Sportartikelherstellern als der Firma Adidas" gegenüber dem DFB zu vertreten und zu unterstützen. Verschiedene Nationalspieler seien in dieser Angelegenheit bereits an die VdV herangetreten.

Brdaric, Hitzlsperger, Hildebrand, Lahm, Lehmann, Friedrich, Metzelder

Empfänger des Schreibens waren laut "Sport Bild" Thomas Brdaric, Miroslav Klose, Frank Baumann, Thomas Hitzlsperger, Timo Hildebrand, Philip Lahm, Andreas Hinkel, Jens Lehmann, Arne Friedrich, Christoph Metzelder, Dietmar Hamann und Christian Wörns. "Aus unserer Sicht kann es zu einer für die Beteiligten tragfähigen Lösung der Angelegenheit nur kommen, wenn die betroffenen Spieler mit einer Stimme sprechen und sich gemeinschaftlich vertreten lassen", heißt es in dem von VdV-Präsident Florian Gothe und Verbandsjustiziar Frank Rybak unterzeichneten Schreiben.

Nach Klinsmanns Ansicht gibt es allerdings in dieser Angelegenheit nichts zu bereden. "Wenn ein Spieler meint, er kann einklagen, dass er mit seinem Schuh spielen muss, so kann er nicht klagen, dass er bei uns spielt", sagte der Bundestrainer: "Wenn er die Gegebenheit nicht akzeptiert - was ihm frei überlassen ist - dann kommt er halt nicht und schaut sich das Spiel im Fernseher an."

Bereits vor mehreren Monaten hatten sich die Nationalspieler schriftlich dazu verpflichtet, die DFB-Bedingungen im Umgang mit Sponsoren zu akzeptieren. Im Gegenzug erhalten die Auswahlprofis regelmäßig Gelder aus dem Sponsoren-Pool des Verbandes.

DPA DPA

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