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Bayern im Halbfinale: Diese Gefahren drohen Guardiola vor dem Barca-Spiel

Pep Guardiola kehrt ins Camp Nou zurück. Es dürfte für ihn ein emotionaler Höhepunkt werden. Doch auf den Bayern-Trainer warten eine große Herausforderung - und einige Gefahren.

Pep Guardiola kehrt mit dem FC Bayern München nach Barcelona zurück

Pep Guardiola kehrt mit dem FC Bayern München nach Barcelona zurück

Wenn Pep Guardiola mit seinem FC Bayern am Mittwoch (ab 20.45 Uhr im stern-Liveticker) gegen Barcelona antritt, dürfte es für den Star-Trainer einen warmen Empfang im Camp Nou geben. Doch allen Gefühlen zum Trotz geht es für Guardiola um viel mehr - um Ruf als bester Trainer der Welt.

Sollte er mit den Münchnern die widrigen Umstände (viele Verletzte) überstehen und Barca besiegen, wäre das der noch fehlende Fingerzeig, dass Guardiola in der Lage ist, auch mit den Bayern den Fußball auf allerhöchstem Niveau zu prägen - so wie ihm das in Barcelona bereits gelungen ist. Das Pokal-Aus gegen Dortmund wäre dann schnell vergessen. Fall Guardiola allerdings scheitert, drohen ihm ungemütliche Zeiten.

Auf dem Weg zum Gipfel steht dem Taktik-Tüftler allerdings nicht nur der Gegner im Weg, auch er selbst könnte zum Hindernis werden. Diese Probleme muss Guardiola mit sich ausmachen:

1. Gefahr: Guardiola will zu viel

Pep Guardiola will immer gewinnen, das ist sein Anspruch, und damit passt er perfekt zum FC Bayern. Doch gegen Barcelona könnte zu viel Siegeswillen schaden. Nach der Auslosung sagte Guardiola über den FC Barcelona: "Sie sind die Besten." Und in der Tat: In der derzeitigen Form dürfte Barca leichter Favorit sein. Der FC Bayern täte also gut daran, in Barcelona nicht zu viel zu wollen und die Rolle als Außenseiter anzunehmen. Dazu rät jedenfalls Ex-Bayern-Star Stefan Effenberg im Interview mit dem "Kicker": "Die Bayern sollten so spielen wie Real im vorigen Jahr zweimal gegen sie. Wenn du das Spiel offen gestalten willst, kann es aufgrund der Klasse Barcelonas ganz böse enden."

2. Gefahr: Er grübelt ohne Ende

Pep Guardiola grübelt vor jedem Spiel über die richtige Startaufstellung, über die richtige Taktik. Doch zu viel Nachdenken und Taktieren kann auch nach hinten losgehen. In der vergangenen Saison, vor dem wichtigen Halbfinal-Rückspiel gegen Madrid, verwarf Guardiola eine Aufstellung nach der nächsten und ließ am Ende mit einem Team spielen, von dessen Balance er selbst nicht überzeugt war. Darum könnte es dieses Mal helfen, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Bundestrainer Joachim Löw schätzt die Lage im "Bild"-Interview jedenfalls so ein: "Auf dem Niveau kann kaum einer den anderen mehr überraschen, und sie können sicher sein, das beide Seiten alles über den Gegenüber wissen."

3. Gefahr: Er vertraut Götze und Schweini nicht

In den vergangenen Wochen erhärtete sich der Eindruck, dass Pep Guardiola Bastian Schweinsteiger und Mario Götze nicht als Stützen für die Mannschaft sieht. Er ließ die beiden Nationalspieler in den wichtigen Spielen häufig auf der Bank, schenkte ihnen nur in den unbedeutenden Bundesliga-Spielen Vertrauen. Stefan Effenberg sagt im "Kicker"-Interview zur Lage im Bayern-Mittelfeld: "Bei entweder/oder würde ich Schweinsteiger nehmen. ... Alonsos Tempo reicht nicht, er kommt ins Alter." Und zu Götze sagte "Effe": "In Dortmund war Götze genial. Dazu braucht er das hundertprozentige Vertrauen des Trainers, das sehe ich zwischen Guardiola und Götze nicht wirklich." Guardiola sollte seinen beiden Stars das Vertrauen schenken, sie dürften es ihm zurückzahlen.

4. Gefahr: Er kontrolliert seine Emotionen nicht

Klar wird es eine emotionale Angelegenheit. Pep Guardiola kehrt schließlich zu dem Verein zurück, bei dem er sein halbes Leben verbracht hat und dessen Spieler er als Trainer zu herausragenden Leistungen geführt hat. Für Guardiola ist die Rückkehr erst recht ein Ansporn, besonders gut zu sein. Er will beweisen, dass er der beste Trainer ist, dass er auch mit einem anderen Verein die Champions League gewinnen kann. Dafür muss er Barcelona ausschalten. Bei aller Emotionalität muss Guardiola aufpassen, nicht zu überdrehen. Er tanzt ohnehin schon häufig wie ein Rumpelstilzchen an der Seitenlinie entlang. Doch in der derzeitigen Bayern-Situation sollte Guardiola Ruhe ausstrahlen und zeigen: Trotz aller Widrigkeiten - Mia san Mia.

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