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Personal-Posse: Sammer gibt HSV Schuld für geplatzten Wechsel

Matthias Sammer geht in die Offensive: In mehreren Interviews hat der DFB-Sportdirektor die HSV-Bosse für seinen geplatzen Wechsel an die Elbe verantwortlich gemacht. Die seien zu schnell mit handfesten Aussagen in die Öffentlichkeit gegangen.

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat am Sonntag noch einmal seine Entscheidung für den Deutschen Fußball-Bund und gegen den Hamburger SV verteidigt. Im Interview mit dem Sender "Sky" machte Sammer erneut vor allem die Verantwortlichen beim Bundesligisten für das Scheitern verantwortlich.

"Es ist eine Situation eingetreten, die es dann nicht mehr ermöglicht hat. Wenn ich mich zum DFB bekenne, dann mit allen Konsequenzen", erklärte Sammer. "So eine Entscheidung, vom DFB wegzugehen, mit allen Facetten, ist eine Lebensentscheidung", ergänzte der 43-Jährige.

Interessanter Flirt


Die Vertragsgespräche mit dem HSV bezeichnete er als einen "Flirt, der sicherlich interessant war". "Fakt ist, dass die Situation bis zum Dienstagabend kontrollierbar war und danach war sie es nicht mehr", sagte Sammer.

Im Interview mit der "Bild am Sonntag" hatte er dem neuen HSV-Aufsichtsratschef Ernst Otto Rieckhoff eine Mitschuld für seinen geplatzten Wechsel zu den Hanseaten gegeben. Der Spitzenfunktionär habe "durch seine Äußerungen einen öffentlichen Druck in die Gespräche gebracht. Es entstand der Eindruck, alles sei bereits beschlossene Sache. Dem war aber nicht so", sagte der Sportdirektor, der das Sportchef-Angebot des Hamburger SV am Freitag überraschend abgelehnt hatte. Der Europameister von 1996 nannte auch familiäre Gründe für seine Entscheidung.

DFB drängte zur Entscheidung


"Es hat inhaltlich gute, konstruktive Gespräche gegeben", bekannte Sammer. Mit dem HSV sei bereits vieles besprochen gewesen, er habe aber noch das Wochenende für Gespräche mit seiner Familie gebraucht, erklärte er. Doch DFB-Präsident Theo Zwanziger habe wegen der Brisanz des Themas auf einer sofortigen Entscheidung bestanden. "Deshalb habe ich mich klar zum DFB bekannt", sagte Sammer.

Irritiert zeigte sich der Umworbene über das Vorpreschen des HSV- Aufsichtsrates Rieckhoff. Dieser hatte öffentlich eine Entscheidung innerhalb weniger Tage angekündigt. "Diese Äußerungen haben die geplanten zeitlichen Abläufe unmöglich gemacht und letztlich dazu geführt, dass eine schnelle Entscheidung getroffen werden musste", sagte Sammer der "Welt am Sonntag".

Sammer: Immer mit offenen Karten gespielt


Sammer versicherte, bei den Verhandlungen immer mit offenen Karten gespielt zu haben. "Deshalb geht es mir mit der Entscheidung gut", beteuerte er in der "BamS". An einen Abschied vom DFB denke er nun nicht mehr. "Es zählt nur der DFB und meine inhaltliche Arbeit, nichts anderes."

Franko Koitzsch/DPA / DPA

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