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Premier League: Showdown für Ballack-Club

Giganten-Treffen in der englischen Premier League: Am Wochenende treffen die ersten vier Teams aufeinander. Chelsea London mit Michael Ballack muss dabei am Samstag den schweren Gang zum FC Liverpool antreten. Für die "Blues" geht es fast schon um alles. Jens Lehmanns "Gunners" empfangen Sonntag den Spitzenreiter.

In der englischen Premier League kann an diesem Wochenende bereits eine Vorentscheidung im Titelkampf fallen. Beim "Grand-Slam-Weekend" treffen die ersten Vier aufeinander - und die Trainer haben bereits den "Psycho-Krieg" eröffnet. Meister FC Chelsea mit Michael Ballack steht beim Auswärtsspiel in Liverpool angesichts von sechs Punkten Rückstand auf Manchester United mit dem Rücken zur Wand. Doch auch der Spitzenreiter hat beim FC Arsenal eine hohe Hürde zu überwinden: Der Club des deutschen Nationaltorwarts Jens Lehmann hat "ManU" bislang die einzige Heimniederlage zugefügt.

Manchesters Trainer Alex Ferguson griff mit der Erfahrung von 65 Lebensjahren als erster in die psychologische Trickkiste. "Selbst die Fans des FC Liverpool wünschen uns den Titel. Das gab es noch nie." Seine Rechnung: Wenn die "Reds" dem Meister die dritte Saisonpleite zufügen und seine Truppe in London gewinnt, dann ist "ManU" die 16. Meisterschaft kaum noch zu nehmen. Zugleich stichelte "Fergie", der unter Ladehemmung leidende 45-Millionen-Einkauf Andrej Schewtschenko werde Chelsea den Titel kosten.

Mourinho fordert Unterstützung ein

Doch auch Kollege José Mourinho blieb vor seinem 100. Premier- League-Spiel nicht untätig. Der Portugiese versucht, bei Chelsea nach den turbulenten Wochen mit nur zwei Siegen in sechs Pflichtspielen die Wogen zu glätten. "Ich werde meinen Vertrag bis 2010 erfüllen", kündigte er an, verknüpfte dies jedoch mit der Forderung, dass im Club die Grabenkämpfe beendet werden und alle an einem Strang ziehen: "Die Unterstützung des Vorstands muss ernst gemeint sein." Dennoch glauben viele an einen vorzeitigen Abgang des 43-jährigen Coaches.

Mourinhos vermeintliche Trumpfkarte sieht aus wie ein Nahkämpfer, der in eine Schlacht zieht: Torwart Petr Cech soll drei Monate nach seinem Schädelbruch mit Helm den Kasten sauber halten. "Ich riskiere damit nicht mein Leben", sagte der Tscheche und ergänzte: "Andere Leute werden mehr Angst haben als ich". Allerdings liegt noch immer keine Genehmigung des Weltverbandes FIFA vor, der den in Neuseeland angefertigten Kopfschutz erlauben muss. Bei Chelsea fehlen Claude Makelele (Sperre), John Terry und Khalid Boulahrouz (beide verletzt).

Ballack will Wiedergutmachung

Ballack ist an der Anfield Road auf Wiedergutmachung aus. Beim 1:0 über Liverpool im Hinspiel sah der Nationalmannschaftskapitän nach einem groben Foul gegen Mohamed Sissoko die Rote Karte. Seitdem steht der 30-Jährige in England besonders in der Kritik. Zu Unrecht, glaubt Mourinho: "Ballack zeigt Einsatz. Das kann nicht jeder von sich behaupten." Auch Didier Drogba nahm seinen Mitspieler in Schutz: "Er hat viele Qualitäten. Vor allem seine Physis hilft uns weiter."

Chelsea kann am Samstag vorlegen, da Manchester erst am Sonntag ins Geschehen eingreift. Während "ManU" ohne Personalsorgen nach London reist, muss Arsenal auf den gesperrten Gilberto Silva und eventuell auch auf den angeschlagenen Robin van Persie verzichten.

Dominik Lauck/DPA / DPA

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