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Meinung

Peinliches Europa-League-Aus: RB Leipzig hat sich als unwürdiger Vertreter der Bundesliga erwiesen

Die Bundesliga poliert ihr ramponiertes Europapokal-Image auf: Fünf Teams überwintern international. Nur RB Leipzig hat dem deutschen Fußball mit aufreizend-arrogantem Auftreten einen Bärendienst erwiesen.

RB Leipzig in der Europa League

Niedergeschlagen oder beschämt? Nordi Mukiele von RB Leipzig nach dem Spiel gegen Trondheim

Sieh an, die Bundesliga ist wieder wer! Die schwache Vorjahresbilanz für die Fünfjahreswertung ist bereits "pulverisiert", wie das Fachmagazin "Kicker" reichlich euphorisch feststellt: Mit Bayern, Dortmund, Schalke, Frankfurt und Leverkusen überwintern immerhin fünf von sieben Bundesliga-Startern in Europa, drei davon in der Champions League.

Nur ein Verein hat komplett versagt: Mit der Einstellung, die RB Leipzig in der Europa League an den Tag gelegt hat, verkörperte die Mannschaft von Ralf Rangnick genau jene Tugenden, die den Misserfolg der deutschen Teams in diesem Wettbewerb seit Jahren befördert hatten.

RB Leipzig: Mischung aus Arroganz und Ignoranz

Die Leipziger traten international mit genau jener unverschämten Mischung aus Arroganz und Ignoranz auf, die in der Europa League bei Bundesliga-Teams in der Vergangenheit immer wieder zu beobachten war und deshalb die Frage aufwirft: Warum kämpfen Mannschaften überhaupt eine ganze Saison lang um Europapokalplätze, nur um nach Erreichen über die Doppelbelastung zu jammern und Gruppenspiele abzuschenken?

Die Mentalität der Leipziger in der Europa League war eine Frechheit und wurde von Rangnick zudem völlig unverständlicherweise noch befördert: "Unsere Priorität liegt ganz klar auf der Bundesliga", hatte der Trainer zum Beispiel nach dem 0:1 in Salzburg verkündet. "Bei uns beschäftigt sich niemand mit der Euro League." An anderer Stelle ließ er die Reporter wissen: "Wenn wir weiterkommen, freuen wir uns, wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter."

Timo Werner: "Das ist kein Wunder"

Absolut folgerichtig, dass man mit dieser Einstellung eher nicht weiterkommt. Wie zur Strafe gestaltete sich das Leipziger Aus am gestrigen Abend dann besonders bitter: Den Sieg gegen Trondheim hergeschenkt und ausgeschieden, obwohl Salzburg zeitgleich die nötige Schützenhilfe leistete – eine Blamage, die durch Timo Werners Kritik an Rangnicks Rotation abgerundet wurde: "Das ist kein Wunder, wenn man die halbe Mannschaft austauscht", soll der Nationalstürmer in der Mixed Zone vor Presseleuten geätzt haben.

Kein Wunder ist auch das Scheitern von RB Leipzig. Der Klub hat sich in dieser Saison als unwürdiger Vertreter des deutschen Fußballs erwiesen. Sollte dem Team erneut die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb gelingen, wäre es gut beraten, seine Herangehensweise an größere Aufgaben zu überdenken – oder den Startplatz gleich an eine motiviertere Truppe weiterzugeben. Eintracht Frankfurt beweist zum Beispiel gerade auf eindrucksvolle Weise, wie ein ganzer Verein die Europa League leben kann – und bricht damit auf dem Platz und in der Fankurve Rekorde. So nehmen die Hessen eine Vorbildfunktion ein. Auch und vor allem für RB Leipzig.

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