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Statement nach Attacke: Schiri äußert sich erstmals nach K.o.-Schlag - und hat auch gleich eine Botschaft für rechte Hetzer

Vor anderthalb Wochen wurde in Hessen ein Schiedsrichter bei einem C-Liga-Fußballspiel brutal niedergeschlagen. Inzwischen ist der Referee aus dem Krankenhaus und meldet sich auf Facebook zu Wort.

Rote Karte

Weil er einem Spieler die rote Karte zeigte, wurde der Schiedsrichter k.o. geschlagen

Es war eine brutale Attacke gegen einen Unparteiischen in einem Amateurfußballspiel: Vor rund anderthalb Wochen verpasste ein Spieler des TSV Münster beim Spiel gegen TV Semd dem Schiedsrichter einen Faustschlag, nachdem der ihm zuvor die rote Karte gezeigt hatte. Der Referee bracht bewusstlos zusammen und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Ein inzwischen gelöschtes Twitter-Video der Attacke machte kurz darauf im Internet die Runde. Jetzt meldete sich der Unparteiische vom GSV Breitenbrunn erstmals seit dem Vorfall zu Wort. 

Auf Facebook bedankte sich der 22-Jährige, der inzwischen das Krankenhaus verlassen konnte und sich auf dem Weg der Besserung befindet, bei allen Helfern sowie für die große Anteilnahme und Unterstützung. Er könne leider nicht auf alle Nachrichten reagieren, jede einzelne hätte ihn aber sehr gefreut. 

"Das war ein Angriff auf unseren Amateurfußball"

Dann äußert er sich auch zur Tat: "Es war nicht nur ein Angriff auf mich als Schiedsrichter. Das war ein Angriff auf unseren Amateurfußball." Dennoch bittet er, zu beachten, dass er "von einer Person angegriffen wurde. Ich distanziere mich von jeglichen Angriffen auf den gesamten Verein oder die Familie des Täters. Ich distanziere mich auch klar von der Debatte über die Nationalität/Herkunft des Spielers." Dies mache für ihn keinen Unterschied. "Ich glaube nicht, dass die AfD das Problem für die Gewalt auf unseren Sportplätzen ist, die AfD ist aber bestimmt auch nicht die Lösung!"

Als Konsequenz aus der brutalen Attacke, meldete der TSV Münster seine 1. Mannschaft vom laufenden Spielbetrieb ab. Der Spieler, der den Referee niederstreckte, erhielt lebenslanges Hausverbot. 

Sicherheitsfirma soll Schiris beschützen

Immer wieder kommt es im Amateurfußball zu Gewalt gegen Schiedsrichter. Die Unparteiischen werden an jedem Wochenende bepöbelt, bedroht und manchmal auch körperlich attackiert. 

In Berlin wusste sich die Zunft der Unparteiischen zuletzt nicht anders zu helfen, als ein ganzes Wochenende zu streiken. Zu drastischen Maßnahmen griff zuletzt der Berliner Verein Friedenauer TSC. Der Club beauftragte auf eigene Faust eine Sicherheitsfirma, um bei bis zu fünf Heimspielen der Männermannschaften die Unparteiischen zu schützen. Die Kosten bis zum Ende der Hinrunde: rund 5000 Euro.

DFB-Aktion: Nach Angriffen: Spitzen-Schiedsrichter stärken Kollegen im Amateurfußball den Rücken

Auch der DFB reagierte auf die jüngste Prügel-Attacke und erklärte das Problem der zunehmenden Gewalt gegen Amateur-Schiedsrichter zur Chefsache. In einem an die Schiedsrichter adressierten und von DFB-Präsident Fritz Keller, den Vizepräsidenten Rainer Koch und Ronny Zimmermann sowie Generalsekretär Friedrich Curtius unterzeichneten Brief hieß es: "Wir lassen Sie nicht allein!"

Quelle: Facebook

jek
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