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Sonntagsspiele: Bremen geschockt, Schalke feiert Kuranyi

Schock an der Weser: Trotz drückender Überlegenheit und einer Führung hat Werder Bremen das Spiel gegen Bochum aus der Hand gegeben - dank einer Fehlentscheidung und einer Roten Karte. Schalke dagegen rückt mit seinem Sieg gegen Stuttgart wieder an die Spitze heran.

Werder Bremen hat im Titelkampf mit dem FC Bayern einen Rückschlag hinnehmen müssen. Ausgerechnet gegen ihren bisherigen "Lieblingsgegner" VfL Bochum verlor Bremen mit 1:2 (1:0). Während der VfL erstmals nach vergeblichen 30 Anläufen im Weserstadion gewann, liegen die Bremer mit nun 36 Zählern drei Punkte hinter dem Tabellenführer aus München. Zudem fehlt den unglücklich spielenden Norddeutschen im Gastspiel beim FC Bayern nächste Woche Verteidiger Naldo (70.), der wegen Notbremse die Rote Karte sah.

Daniel Jensen (44.) hatte die haushoch überlegenden Gastgeber mit seinem Treffer kurz vor der Pause in Führung gebracht. Die kampfstarken, aber spielerisch unterlegenen Bochumer schafften völlig überraschend durch Benjamin Auer (68.) den Ausgleich. Dem Treffer ging eine krasse Fehlentscheidung von Schiedsrichter Weinert voraus. Auer hatte Shinji Ono in einer mehr als klaren Abseitsposition angespielt, der dann zum Passgeber für den Torschützen Auer wurde. Anthar Yahia (84.) stellte mit seinem Siegtreffer den Spielverlauf komplett auf den Kopf. Wieder war es Ono, der mit einer präzisen Ecke die Vorlage gab.

Bremen fehlten überaschende Idden

Fünf Tage nach dem Aus im DFB-Pokal bei Borussia Dortmund tat sich der Werder auch gegen die Bochumer sehr schwer. Zwar war das Team von Trainer Thomas Schaaf klar überlegen, doch fehlten dem Bremer Spiel die überraschenden Ideen. Auch Regisseur Diego, der anders als in Dortmund von Beginn an spielte, wirkte nicht so kreativ wie gewohnt. Immerhin hatte der Brasilianer die erste große Werder-Chance in der 23. Minute, scheiterte aber am guten VfL-Schlussmann Jan Lastuvka.

Die Bochumer, bei denen Neuzugang Mimoun Azaouagh bei seinem Debüt im Mittelfeld blass blieb, agierten zumeist defensiv und beschränkten sich auf Konter. Die Taktik von VfL-Trainer Marcel Koller ging lange Zeit auf. Vor allem über den schnellen Stanislav Sestak, mit dem Nationalspieler Per Mertesacker große Mühe hatte, waren die Gäste gefährlich. Doch die größte Möglichkeit für die Bochumer hatte Werder-Verteidiger Naldo. Er fälschte eine Flanke von Azaouagh ab und zwang seinen Torwart Tim Wiese zu einem großartigen Reflex.

Jensen mit einem Kunstschuss

In der Schlussphase der ersten Halbzeit erhöhte Werder Bremen noch einmal den Druck. Aaron Hunt (41.), der für den verletzten Ivan Klasnic neben Markus Rosenberg in den Sturm gerückt war, verzog aus 17 Metern nur knapp. Drei Minuten später traf der starke Däne Jensen genauer und ließ mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze dem VfL- Keeper keine Chance.

Nach dem Wechsel schienen die Bremer auf Betriebstemperatur zu kommen. Naldo (47.) mit einem Freistoß, Hunt (57.), der nur die Latte traf, und Tim Borowski (67.) verpassten nur knapp das Tor. VfL- Trainer Koller reagierte, brachte für Azaouagh den Japaner Shinji Ono und hatte Erfolg. Nur eine Minute nach seiner Einwechselung legte Ono für Auer (68.) auf, der den überraschenden Ausgleich markierte. Als Naldo zwei Minuten später die Rote Karte sah, war endgültig ein Bruch im Bremer Spiel. Rosenberg (81.) hatte noch einmal die Führung auf dem Fuß. Doch drei Minuten später machte Yahia (84.) nach einem Eckball von Ono die Überraschung perfekt.

Super-Comeback von Kuranyi

Im zweiten Sonntagsspiel Schalke gegen Stuttgart war Kevin Kuranyi mit einem Doppelpack (32./51.) der Matchwinner. Der Nationalspieler feierte nach überstandener Lungenentzündung ein tolles Comeback. Vier Tage nach dem Achtelfinal-Aus im DFB-Pokal beim VfL Wolfsburg versöhnten die Gelsenkirchener am Sonntag beim 4:1 (1:0) gegen den VfB Stuttgart ihre Fans, blieben im sechsten Ligaspiel in Folge ungeschlagen und hielten Anschluss an das Spitzenquartett der Fußball-Bundesliga. Vor 61 482 Zuschauern und den Augen von Bundestrainer Joachim Löw empfahlen sich Kuranyi mit seinen Saisontoren sieben und acht und der starke Westermann (76.) zudem für das Länderspiel am Mittwoch in Österreich. Ze Roberto (90.) setzte den Schlusspunkt. Einzige Wermutstropfen für die "Königsblauen" waren der erneute Fauxpas von Torhüter Manuel Neuer beim Anschlusstreffer des eingewechselten Anotino da Silva (61.) und Kuranyis fünfte gelbe Karte. Damit fehlt der 26-Jährige beim Derby in Dortmund.

DPA/tis / DPA

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