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Sonntagsspiele: Ein Buhmann hält Bremen im Titelkampf

Bremen bleibt Schalke-Jäger Nummer eins: Mit viel Mühe hat Werder Bremen gegen Mainz 05 gewonnen und Anschluss an den Spitzenreiter gehalten. Ein ungeliebter Kroate sorgte für das Werder-Glück. Leverkusen siegte mit einem Last-Minute-Tor gegen Gladbach.

Ausgerechnet Buhmann Jurica Vranjes hat den SV Werder Bremen im Titelkampf auf Tuchfühlung zu Spitzenreiter Schalke 04 gehalten. Der noch am Mittwoch im Uefa-Cup von den eigenen Fans gnadenlos ausgepfiffene Kroate erzielte am Sonntagabend gegen den FSV Mainz 05 in der 60. Minute den wichtigen ersten Treffer zum 2:0 (0:0)-Sieg. Als die Mainzer alles nach vorne warfen sorgte Diego in der dritten Minute der Nachspielzeit für den Endstand. Die Bremer, bei denen WM-Torschützenkönig Miroslav Klose nach Rückenproblemen zurückkehrte, haben nach 26. Spieltagen in der Fußball-Bundesliga als Tabellenzweiter somit weiter nur drei Punkte Rückstand auf Schalke.

"Ich denke, das habe ich gut gemacht. Gott sei Dank haben wir gewonnen und haben keinen großen Rückstand auf Schalke", sagte der glückliche Vranjes. Auch Teamkollege Torsten Frings jubelte mit: "Für Jurica freue ich mich besonders. Wir hatten keinen Krach mit den Fans, aber so etwas schadet der ganzen Mannschaft", sagte der Kapitän. "Der Sieg geht in Ordnung. Wir sind weiter dran", befand Frings.

Mainz steckt weiter mitten im Abstiegskampf

Die Mainzer konnten mit den Ex-Bremern Mohamed Zidan und Leon Andreasen ihren Aufwärtstrend vor 39 450 Zuschauern im Weserstadion hingegen nicht fortsetzen und stecken auch als bestes Team der Rückrunde mit 30 Punkten als 13. weiter mitten im Abstiegskampf. "Gegen Bremen zu verlieren, ist kein Knick. Wir sind weiter im Soll und werden im Abstiegskampf bestehen", sagte der Mainzer Nationalspieler Manuel Friedrich.

Der Einsatz von Vranjes beruhte auch noch auf einem Missgeschick. Erst durch eine beim Aufwärmen erlittene Zerrung von Christian Schulz rückte der 27-Jährige überhaupt ins Team. Auch Klose stand nach zwei Partien Pause in der Startelf und zeigte eine ordentliche, aber glücklose Leistung und wartet weiter auf seinen ersten Treffer seit dem 31. Januar.

Diego sorgte für das erste Ausrufezeichen

Für das erste Ausrufezeichen in der stürmischen Anfangsphase sorgte Diego. Der Brasilianer setzte nach nur 90 Sekunden einen Schuss an den Pfosten. Kurz darauf konnte Friedrich eine Flanke von Frings (5.) gerade noch über das eigene Gehäuse köpfen.

Mit der ersten Mainzer Offensivaktion durch Zidan (12.) wendete sich plötzlich das Blatt. Der Ägypter prüfte mit einem Schlenzer Tim Wiese im Werder-Tor. Dieser hatte nur zwei Minuten später bei einem vom böigen Bremer Wind zum Flatterball gewordenen Schuss große Mühe, parierte dafür einen Freistoß von Benjamin Weigelt (20.) bravourös. Nach der engagierten Startphase agierten die Bremer nun nicht mehr wie ein Meisterkandidat und überließen den gut organisierten Mainzern viel Raum.

Dennoch bekam Bremen seine zunächst größte Chance vom Gegner praktisch geschenkt. Nikolce Noveski trat vor dem eigenen Strafraum ins Leere, aber weder Hugo Almeida noch Klose (31.) brachten den Ball am prächtig haltenden.05-Torwart Dimo Wache vorbei. Anschließend übernahmen die Bremer wieder die Initiative, haderten aber mit mehreren Fehlern von Schiedsrichter-Assistent Guido Winkmann bei Abseitsentscheidungen. Vranjes verpasste zudem kurz vor dem Seitenwechsel nach Zuspiel von Klose noch die Chance zum Führungstor.

Bremen in der zweiten Halbzeit besser

Unbeirrt setzten die Bremer aber in der zweiten Halbzeit ihren Offensivstil fort. Dass ausgerechnet Vranjes den Bann brach, hatte kaum einer erwartet. Nach Zuspiel von Clemens Fritz schoss er den Ball von der Strafraumgrenze zu seinem dritten Saisontor ins Netz. Mainz steckte nicht auf und sorgte weiter für eine ansehnlich Partie. Die Bemühungen blieben aber ohne Erfolg. Nach stürmischen Mainzer Schlussattacken konnte Diego den letzten Bremer Konter zum Endstand nutzen.

Im zweiten Sonntagsspiel hat Andrey Woronin Borussia Mönchengladbach in noch größere Abstiegsnöte gestürzt. Mit seinem Treffer in der Nachspielzeit stellte der Angreifer den glücklichen 1:0 (0:0)-Sieg von Bayer Leverkusen im Duell mit dem Tabellenletzten sicher. Vor 22 500 Zuschauern hatte es lange Zeit nach einem verdienten Punktgewinn für die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay ausgesehen, ehe das Last- Minute-Tor von Woronin bei den Gästen für Ernüchterung sorgte. Acht Spiele bleiben dem Schlusslicht noch, um den zweiten Abstieg nach 1999 bei einem Abstand von nunmehr fünf Punkten zum rettenden Ufer abzuwenden. Dagegen gelang Leverkusen mit dem sechsten Heimsieg der Sprung auf den fünften Rang.

"Es war ein Rückschlag"

Die Enttäuschung über die Niederlage stand dem verletzten Mönchengladbacher Mittelfeldspieler Michael Delura ins Gesicht geschrieben. "Es war ein Rückschlag, aber noch ist alles möglich. Wenn man sieht, wie wir hier in Leverkusen aufgetreten sind, brauchen wir die Köpfe nicht hängen zu lassen." Während die Gäste deprimiert vom Platz schlichen, ließ sich Matchwinner Woronin von den Fans feiern: "Es war die letzte Möglichkeit des Spiels, da habe ich einfach draufgehalten."

Peter Hübner/DPA/tis / DPA

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