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Trainerwechsel: Frontzeck ist neuer Aachen-Coach

Vom Assistenten zum Cheftrainer: Michael Frontzeck nimmt am Tivoli das Zepter in die Hand. Der unverbrauchte Nachfolger von Dieter Hecking macht sich auf "ein hartes Stück Arbeit" beim Bundesliga-Aufsteiger gefasst.

Ein Novize auf dem Chefsessel wird neuer Trainer des Fußball-Bundesligisten Alemannia Aachen. Michael Frontzeck übernimmt am Tivoli die Aufgabe von Aufstiegs-Coach Dieter Hecking. Der 42 Jahre alte Frontzeck bekommt einen auch für die 2. Liga gültigen Vertrag bis 30. Juni 2008 und wird seine neue Mannschaft bereits im Nachbarschaftsduell am Samstag gegen seinen früheren Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach erstmals verantwortlich betreuen. "Das ist eine große Aufgabe für ihn und für uns alle. Wir haben eine gute Wahl getroffen. Er ist unverbraucht und passt am besten zu unserer Struktur und unserer Philosophie", sagte Aachens Sportdirektor Jörg Schmadtke

"Ich freue mich schon auf das erste Training am Mittwoch. Wir steigen sofort in die Vorbereitung auf das Spiel gegen Mönchengladbach ein", kündigte Frontzeck bei seiner Vorstellung in Aachen an. Er war im November zusammen mit dem damaligen 96-Trainer Ewald Lienen in Hannover entlassen worden. Hecking hatte am vergangenen Donnerstag von der Alemannia-Führung die Freigabe für die Niedersachsen bekommen, wo er die Position von Peter Neururer übernimmt.

"Das wird ein hartes Stück Arbeit"

Oberste Priorität für den Neuen auf der Aachener Kommandobrücke hat die Sicherung der Erstklassigkeit. "Das wird ein hartes Stück Arbeit, aber ich bin überzeugt, dass wir den Klassenverbleib schaffen werden", kündigte Frontzeck an. Am Freitag, kurz nach der Freigabe für Hecking, telefonierten Frontzeck und Schmadtke erstmals miteinander. Und dann musste es schnell gehen, "weil uns die ganze Aktion aus heiterem Himmel und unvorbereitet getroffen hat", wie der Aachener Club-Präsident Horst Heinrichs den Hecking-Weggang erläuterte.

Laut Schmadtke, mit dem Frontzeck ein halbes Jahr beim SC Freiburg zusammen in der Bundesliga aktiv war, war es bei der Trainersuche ein Grundsatz, "jemanden zu finden, der zu uns und unserer Philosophie passt und sich einbringt". Dabei sei Frontzeck der Kandidat "auf einer langen Liste" gewesen, "der für uns die übergeordnete Rolle spielte", sagte Schmadtke. Zur Frage des Co-Trainers sagte Schmadtke, man werde Gespräche führen. Der bisherige Hecking-Assistent Dirk Bremser soll seinem Ex-Chef nach Hannover folgen.

Vom Assistenten zum Cheftrainer

Frontzeck ("Ich bin kein Freund großer Sprüche") kennt Schmadtke schon seit 25 Jahren und hat die Aachener Profis auf dem Tivoli "häufig beobachtet". Das gab wohl mit den Ausschlag, dass er beim Vertragsangebot einschlug: "Die Mannschaft spielt schnell und offensiv. Deswegen sind wir auch schnell zusammen gekommen." Sein neues Team sei jetzt in der Liga und im DFB-Pokal "ins Rollen gekommen. Da wollen wir jetzt anknüpfen, denn wir wollen auch in der kommenden Saison am Tivoli Erstliga-Fußball zeigen."

Für Borussia Mönchengladbach, den VfB Stuttgart, den VfL Bochum und den SC Freiburg absolvierte Frontzeck in der Bundesliga 436 Einsätze, in denen er 37 Tore erzielte. Mit Stuttgart war er 1992 deutscher Meister und bestritt zwischen 1984 und 1992 in der deutschen Nationalmannschaft 19 Partien. Seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer in Köln hatte er mit Auszeichnung bestanden. Seit seiner Entlassung in Hannover war Frontzeck ohne Beschäftigung. In Mönchengladbach (unter Hans Meyer) und in Hannover (unter Lienen) arbeitete er jeweils als Assistent. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, das Spiel gegen Mönchengladbach wäre kein besonderes", sagte Frontzeck.

Dietmar Fuchs, DPA / DPA

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