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Transfer in der Winterpause Fußballclubs investieren 1,6 Milliarden Euro

Der teuerste Wechsel auf dem Transfermarkt: Der Brasilianer Oscar geht vom FC Chelsea nach Shanghai
Der teuerste Wechsel auf dem Transfermarkt: Der Brasilianer Oscar geht vom FC Chelsea nach Shanghai
© Actionplus/Picture Alliance
Der teuerste Spieler wechselte für 60 Millionen Euro nach Shanghai. Auf dem Transfermarkt waren neben den chinesischen Clubs auch Vereine der Premiere League in der Winterpause sehr aktiv. 

Die späten Weihnachtsgeschenke der Fußballclubs haben ein neues Hoch erreicht: Auf dem Transfermarkt wechselten Spieler für insgesamt 1,61 Milliarden Euro die Vereine. Vor allem Clubs aus England und China haben sich den Winterschlussverkauf ordentlich was kosten lassen. 

Mit einem Endspurt und Investitionen von allein 70 Millionen Euro am 31. Januar, dem so genannten Deadline-Day, überholte die Premier League als teuerste Liga der Welt mit ihren Gesamt-Winterinvestitionen von umgerechnet 250,5 Millionen Euro das Reich der Mitte noch, teilte die Deloitte's Sports Business Group mit. Dies sei die zweithöchste in England im Winter ausgegebene Summe.

Transfermarkt in einigen Ländern noch offen 

Allerdings kann die voll auf Angriff gegangene chinesische Superliga (bisher rund 200 Millionen Euro) noch nachlegen, denn das dortige Winter-Transferfenster ist noch bis zum 28. Februar geöffnet. Zwar bremste die Anordnung des chinesischen Fußball-Verbandes, dass künftig nur noch jeweils drei statt bisher vier ausländische Spieler auf dem Platz stehen dürfen, die Kaufabsichten der spendierfreudigen Clubs. Dennoch wurden allein im Jahr 2016 schon vier Milliarden Yuan, umgerechnet 540 Millionen Euro, für ausländische Spieler ausgegeben.

Nach China wechseln könnten also auch Profis aus der Bundesliga, die mit ihren Wintertransfers für 90 Millionen Euro (ohne Leihgebühren) ihre bisherige Bestmarke von 65 Millionen Euro weit übertraf. So soll dem bei Eintracht Frankfurt spielenden Szabolcs Huszti eine Millionen-Offerte seines Ex-Clubs Changchun Yatai zur sofortigen Rückkehr vorliegen. Ein- und -Verkäufe sind im Februar auch in der Schweiz (bis 15.), Argentinien (21.) und Russland (24.) möglich. Danach sind nur noch Transfers in Japan (31. März) und Brasilien (4. April) erlaubt.

China lockt viele Stars

Den teuersten Weihnachtswechsel leistete sich Shanghai SIPG. Der Brasilianer Oscar hat laut Medienberichten 60 Millionen Euro Ablöse in die Kasse des FC Chelsea gespült und stellte damit einen Club-Rekord auf. Oscar selbst soll 417.000 Euro nach Steuern pro Woche kassieren. "Das ist nur noch krank", monierte Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Der Brasilianer widersprach und betonte, dass der Transfer für ihn, Chelsea als auch Shanghai gut sei.

Auch Stefan Effenberg sieht keinen Anlass zu Kritik. "China-Transfers sind nicht krank. Das ist so, wenn ein Land im internationalen Fußball eine Rolle spielen will", sagte der Ex-Nationalspieler dem TV-Sender Sky. Und José Mourinho, Trainer von Manchester United, betonte: "Chinesisches Geld ist für jeden attraktiv." Für die Kicker allemal. "Das Angebot war so gut, dass ich es allein schon mit Blick auf meine Familie nicht ablehnen konnte", sagte Axel Witsel. Wie der 25-jährige Oscar ist auch der belgische Nationalspieler mit 28 im besten Fußball-Alter. Doch statt bei Juventus Turin anzuheuern und in der Champions League Erfolge zu feiern, gab er dem Lockruf des Geldes nach und ging zu Tianjin Quanjian in die chinesische Provinz.

Transfers sollen Klassenerhalt sichern

Zweitteuerster Profi zum Jahreswechsel war laut transfermarkt.de ein Deutscher. Nationalspieler Julian Draxler ging für 40 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zu Paris St. Germain, dahinter folgt der Brasilianer Gabriel Jesus. Er wechselt für 32 Millionen Euro zu Manchester City. Ansonsten hielten sich Englands Top-Vereine um den Jahreswechsel zurück. Dafür machten die sechs am Tabellenende stehenden Clubs mobil: Sie gaben laut Deloitte zusammen 128,6 Millionen Euro aus - mehr als die Hälfte des in der Premier League im Winter umgesetzten Budgets für neue Kicker.

Der Grund liegt auf der Hand: Die Wahnsinnssumme von 9,7 Milliarden Euro aus dem seit dieser Saison und über drei Spielzeiten gültigen TV-Vertrag erreichen die Clubs nur, wenn sie erstklassig bleiben.

fri DPA

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