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Uefa-Cup: Starke Auftritte vom HSV und Wolfsburg

Glanzlos, aber effektiv: Der Hamburger SV hat sich mit einem ungefährdeten Sieg gegen Slavia Prag vorzeitig für die Zwischenrunde des Uefa-Cups qualifiziert. Das gleiche Kunststück gelang Wolfsburg, die Portsmouth in einer turbulenten Partie bezwangen.

Mit einem glanzlosen 2:0 (1:0)-Arbeitssieg beim tschechischen Fußball-Meister Slavia Prag hat sich der Hamburger SV in die K.o.-Runde des Uefa-Cups gemogelt. Ivica Olic (30. Minute) und Mladen Petric per Foulelfmeter in der Nachspielzeit erzielten am Donnerstagabend in der tschechischen Hauptstadt die goldenen Treffer für den HSV. Auch der VfL Wolfsburg überwintert erstmals in seiner Vereinsgeschichte im Europacup. Die Niedersachsen gewannen gegen den FC Portsmouth mit 3:2 (2:2) und sicherten sich mit dem dritten Sieg bereits vorzeitig den Einzug in die Zwischenrunde des Uefa-Pokals. Edin Dzeko (3.), Christian Gentner (23.) und Zvjezdan Misimovic (74.) erzielten die Treffer für das Team von Felix Magath.

Der HSV spielte vor 17 168 Zuschauern im Stadion Eden glanzlos, aber höchst effektiv. Aus drei Toren machten die Hamburger zwei Tore. Dafür wurde die Mannschaft von Trainer Martin Jol belohnt: Nach dem zweiten Sieg in der Gruppe F muss der HSV am 17. Dezember gegen Aston Villa nicht mehr zittern. Slavia-Keeper Martin Vaniak sah wegen eines Fouls an David Jarolim in den Schluss-Sekunden die Rote Karte - dafür ging Verteidiger Erich Brabec ins Tor.

Die Hamburger Defensive stand

Für Jerome Boateng, der wegen einer Magenverstimmung passen musste, rückte Collin Benjamin in die Startformation des Bundesliga-Fünften. Nationalspieler Piotr Trochowski musste zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen. Trainer Martin Jol wählte zwar keine Mauertaktik, setzte aber auf Sicherheit: Benjamin und Alex Silva agierten als "Abfangjäger" vor der Abwehrkette. Und die aufmerksame HSV-Defensive stand gegen den von David Jarolims Vater Karel trainierten tschechischen Meister sehr sicher. Das Familientreffen der Jarolims - Marek spielte bei Prag im Mittelfeld - wurde in der 34. Minute etwas getrübt, als der Slavia-Coach wegen Reklamierens vom Schiedsrichter auf die Tribüne verbannt wurde.

Viel Erwärmendes bekamen die Fans bei winterlicher Kälte im "Eden" nicht geboten, Strafraumszenen und echte Chancen blieben aus. Auffällig waren vor allem die vielen Fehlpässe auf beiden Seiten. Das erste Ausrufezeichen setzten die Gäste, doch der wuchtige Kopfball von Marcell Jansen landete am Außennetz (11.). Nur kein Tor fangen - dies schien die Devise für beide Clubs zu sein. Doch für Slavia ging sie nur eine halbe Stunde lang auf: Mit Glück landete die eher ungewollte Vorlage von Mladen Petric bei Olic, der die Nerven behielt und aus Nahdistanz unhaltbar verwandelte. Mit seinem Treffer zeigte der Kroate, der laut "kicker" von Juventus Turin gelockt wird, wie wichtig er für die Offensive der "Rothosen" ist.

Den knappen Sieg verdanken die Hamburger auch ihrem Torhüter Frank Rost, der in der 39. Minute einen Gewaltschuss von David Hubacek glänzend parierte. Slavia verstärkte nach der Pause zwar die Offensive, brachte Ex-Nationalspieler Vladimir Smicer als Joker, blieb aber wie schon in den bisherigen Uefa-Cup-Partien ohne Torerfolg. Alex Silva hätte für die Gäste per Kopf endgültig alles klar machen, vergab aber die Riesenchance zum 2:0 (81.).

Größter Wolfsburger Erfolg

Der VfL Wolfsburg gewann gegen den FC Portsmouth mit 3:2 (2:2) und sicherte sich mit dem dritten Sieg ebenfalls vorzeitig den Einzug in die Zwischenrunde des Uefa-Pokals. Edin Dzeko (3.), Christian Gentner (23.) und Zvjezdan Misimovic (74.) erzielten die Treffer für das Team von Felix Magath, das seine weiße Weste in der Gruppe E behauptete. Einen höheren Erfolg vergab Misimovic (80.), der mit einem Strafstoß an Torhüter David James scheiterte. Für die Engländer, die keine Chance mehr auf das Weiterkommen haben, trafen Jermain Defoe (11.) und Arnold Mvuemba (14.). Im letzten Spiel am 17. Dezember beim AC Mailand reicht den Wolfsburgern bereits ein Unentschieden zum Gruppensieg, der bei der Auslosung der K.o.-Runde einen leichteren Gegner verheißt.

21 015 Zuschauer in der Volkswagen-Arena sahen von der ersten Minute an einen offenen Schlagabtausch, in dem beide Abwehrreihen bei den Treffern kräftig mithalfen. In der turbulenten Begegnung erwischten die "Wölfe" dank Dzeko einen Start nach Maß. Nach gerade einmal 160 Sekunden lenkte der bosnische Torjäger eine Flanke von Gentner an Nationalkeeper James vorbei ins Netz. Doch ein schwerer Fehler von VfL-Torhüter Diego Benaglio brachte den Achten der Premier League schnell wieder zurück in die Partie. Als der Schweizer eine Flanke von Sean Davis nicht richtig zu fassen bekam, bedankte sich Defoe mit dem Ausgleich. Drei Minuten später folgte der Führungstreffer der Engländer, als Andrea Barzagli einen 25-Meter-Knaller von Mvuemba unhaltbar für Benaglio abfälschte.

Doch Magaths Elf reagierte keineswegs geschockt und schlug durch Gentner wieder zurück. Beim Schuss des Ex-Stuttgarters aus spitzem Winkel reagierte der überraschte Portsmouth-Keeper James zu spät. Ein kapitaler Bock von James in der zweiten Halbzeit beendete dann alle Hoffnungen der Engländer auf einen Punktgewinn. Der Schlussmann legte Misimovic den Ball vor und der ließ sich nicht zweimal bitten.

DPA/tis / DPA

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