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Uefa-Pokal: Bayern-Schnarchnasen verspielen Sieg

Eine Unachtsamkeit hat sie den Sieg gekostet: Mit einem 2:2-Unentschieden haben sich der FC Bayern und die Bolton Wanderers im zweiten Spiel der Uefa-Cup-Gruppenphase getrennt. Trotz eines Doppelpacks von Lukas Podolski verspielte der Rekordmeister leichtfertig drei Punkte.

Im Gefühl des sicheren Sieges hat sich der FC Bayern München gegen den krassen Außenseiter Bolton Wanderers eine böse Bauchlandung geleistet. Trotz des ersten Doppelpacks von Lukas Podolski im Trikot des Rekordmeisters reichte es am Donnerstag gegen den englischen Premier-League-Club nur zu einem 2:2 (1:1). Damit verpassten die Münchner vor 66 000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena leichtfertig den vorzeitigen Einzug in die nächste Runde des Uefa-Cups und scheiterten wie bereits beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt auch an ihrer schlechten Chancenauswertung. Podolski hatte mit seinen ersten Treffern nach acht Monaten in der 30. und 49. Minute seine persönliche Torflaute beendet. Doch durch Ricardo Gardner (8.) und Kevin Davies (82.) entführte der englische Tabellenvorletzte einen Punkt und profitierte beim späten Ausgleich von einer weiteren Unkonzentriertheit der Bayern-Abwehr.

Mit Blick auf das nur 44 Stunden später folgenden Bundesliga-Spiel beim VfB Stuttgart rotierte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld auf fünf Positionen und gönnte dabei Philipp Lahm sowie Martin Demichelis eine Pause. Beide ließ Hitzfeld auf der TRibüne Platz nehmen. Bolton setzte nach dem Ausfall seiner Offensivkräfte Nicolas Anelka und El Hadji Diouf keineswegs nur auf die Defensive, sondern hatte mit seinen Angriffen bereits nach acht Minuten Erfolg: Ricardo Gardner nutzte die Desorganisation der Münchner Abwehr. Sein Schuss aus 12 Metern fälschte Marcell Janssen unhaltbar für Oliver Kahn zur Führung der Wanderers ab.

Franck Ribéry wirbelte

Trotz des frühen Rückstandes zeigte sich der deutsche Rekordmeister nicht geschockt, sondern erspielte sich einige Chancen. Doch trotz des Spielwitzes von Franck Ribery setzte sich die Münchner Abschlussschwäche wie schon beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt fort: Aus guter Position vergaben Andreas Ottl (17.) sowie Lukas Podolski, der den Vorzug vor Luca Toni erhalten hatte und neben Miroslav Klose stürmte. Die Engländer verstärkten nach der Führung ihre Defensive und verlegten sich aufs Kontern. Der einsatzfreudige Kevin Davies hatte nach einer knappen halben Stunde sogar das 2:0 auf dem Fuß, doch der Schuss ging knapp am Pfosten vorbei.

Fast im Gegenzug wurden die Münchner Angriffsbemühungen belohnt. Nach feiner Vorarbeit von Ribery und Bastian Schweinsteiger erzielte Podolski mit dem 1:1 (30.) sein erstes Tor im Bayern-Trikot seit acht Monaten. Angetrieben von Ribery, der gegen die unbeweglichen Engländern sich immer gut in Szene setzen konnte, hatten die Bayern vor der Pause mehrere Chancen zur Führung. Schweinsteiger vergab gleich zwei Mal in aussichtsreicher Position: Erst scheiterte er an Torwart Ali Al-Habsi, dann traf er nur das Außennetz.

Hitzfeld nahm Podolski früh raus

Ribery und Schweinsteiger zeichneten erneut für die Vorarbeit zur 2:1-Führung durch Podolski verantwortlich (49.). Früh gönnte Hitzfeld den spielentscheidenden Akteuren mehr Ruhezeit für das Spiel am Samstag in Stuttgart. Ribery wurde nach einer Stunde Spielzeit bei seiner Auswechslung frenetisch bejubelt, Pdolski zuvor (49.) mit Sprechchören gefeiert. Doch statt weiter konzentriert nach vorne zu spielen, wurde der FC Bayern nachlässig. Logische Folge war das 2:2 durch Davies kurz vor Schluss.

Christian Kunz und Klaus Bergmann/DPA / DPA

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