HOME

Uefa-Pokal: HSV weiter, Nürnberg darf hoffen

Der Hamburger SV steht nach einem Sieg über Dinamo Zagreb in der nächsten Runde des Uefa-Pokals. Die Tore für die Hanseaten fielen in den letzten Spielminuten. Auf ein Weiterkommen darf auch der 1. FC Nürnberg hoffen, der sich gegen den AZ Alkmaar durchsetzte.

Der Hamburger SV hat sich von eisigen Temperaturen und heißblütigen Fans nicht aus dem Tritt bringen lassen und steht in der nächsten Runde des Uefa-Pokals. Den Hanseaten gewannen am Mittwochabend durch späte Treffer von Nigel de Jong (87. Minute) und Piotr Trochowski (Foulelfmeter/90.+2) mit 2:0 (0:0) bei Dinamo Zagreb und lösten vorzeitig das Ticket für die K.o-Phase des Fußball- Europapokals. Im mit etwa 20 000 Zuschauern gefüllten Maksimir- Stadion zeigte der HSV nach dem Bundesliga-Dämpfer gegen Werder Bremen wieder einen souveränen Auftritt und schaffte gegen den kroatischen Meister im dritten Uefa-Pokalspiel den dritten Sieg ohne Gegentreffer.

Am 20. Dezember genügt den Hamburgern im Heimspiel gegen den FC Basel nun ein Remis, um den Gruppensieg in der Gruppe D perfekt zu machen. Dieser würde in der Zwischenrunde einen leichteren Gegner bescheren. "Das wird ganz wichtig. Der erste Platz ist viel wert", sagte Verteidiger Joris Mathijsen. "Es war nicht einfach heute, bei dieser Stimmung im Stadion. Aber wir haben kompakt gestanden und waren die bessere Mannschaft", sagte er. Auch Trainer Huub Stevens war zufrieden: "Wir haben sie kommen lassen, und dann zugeschlagen. Neun Punkte, drei Siege, da können wir uns natürlich freuen", sagte der Niederländer.

HSV kontrollierte die Partie

In ihrem bereits 26. Pflichtspiel der Saison zeigten die Hamburger keine Müdigkeitserscheinungen und kontrollierten die Partie über fast die komplette Spielzeit. HSV-Trainer Huub Stevens hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 1:2 am Samstag in Bremen auf zwei Positionen verändert. Romeo Castelen kam für Trochowski in die erste Elf, Vincent Kompany ersetzte Guy Demel. "Wir müssen uns auf einen starken Gegner einstellen", begründete Stevens die Rochaden im dritten Spiel innerhalb von sechs Tagen.

Der HSV spielte konzentriert, gewährte dem Gegner wenig Räume für Offensivaktionen und setzte auch das ersten Achtungszeichen. David Jarolim (18. Minute) traf mit einem Distanzschuss nur die Querlatte - der deutsche Dinamo-Schlussmann Georg Koch stand dabei etwas zu weit vor seinem Tor. Kurz darauf konnte der frühere Bundesliga-Keeper den Ball gerade ins Toraus befördern, als Ivica Olic (23.) in seinem alten Heimatstadion zur Führung einköpfen wollte.

Erstaunlich passive Gastgeber

Die erstaunlich passiven Gastgeber hatten wenig aussichtsreiche Szenen: Ognjen Vukojevic versuchte sich zweimal vergeblich mit Fernschüssen (28./33.). In dieser Phase machten die Dinamo-Fans ihrem schlechten Ruf alle Ehre und feuerten zahlreiche Leuchtraketen in Richtung des von Frank Rost gehüteten HSV-Tores. Der Schlussmann ließ sich jedoch nicht beeindrucken und parierte auch einen Freistoß von Bosko Balaban (44.) sicher. Auf der Gegenseite hatte zuvor Koch einige Mühe mit einem Schuss von Kompany (38.) gehabt.

Zagreb, in der Champions-League-Qualfikation im August an Werder Bremen gescheitert, verstärkte auch zu Beginn des zweiten Abschnitts seine Offensivbemühungen noch nicht wesentlich. Dem HSV kam die brave Spielweise des kroatischen Champions gelegen. Mathijsen (60.) hatte Pech, dass sein Kopfball am Pfosten landete. Koch tat sich beim Rettungsversuch an der Schulter weh, konnte die Partie aber fortsetzen. Erst in den letzten 20 Minuten drückte Zagreb aufs Tempo. Die nun müden Hamburger wehrten sich aber beharrlich und kamen durch die Treffer von de Jong aus kurzer Distanz und dem eingewechselten Trochowski sogar noch zum Sieg.

Nürnberg darf weiter träumen

"Tor-Phantom" Marek Mintal und das glückliche Wechsel-Händchen von "Jubilar" Hans Meyer lassen den 1. FC Nürnberg weiter vom Überwintern im Uefa-Pokal träumen. Mit einem Doppelschlag in der 83. und 85. Minute drehte der Slowake ein schon verloren geglaubtes Spiel am Dienstagabend fast im Alleingang und schoss den "Club" zu einem 2:1 (0:1)-Sieg gegen den 10. der niederländischen Ehrendivision, AZ Alkmaar. Ein Sieg im abschließenden Spiel der Gruppe A in Griechenland bei AE Larissa reicht den Nürnberger nun, um im kommenden Jahr in der Runde der letzten 32 mit von der Partie zu seihn. Vor 35 020 Zuschauern in Nürnberg hatte Derny de Zeeuw die lange Zeit überlegenen Niederländer in der 29. Minute in Führung gebracht.

In seinem 75. Europapokalspiel als Trainer verzichtete Meyer in seiner Anfangsformation auf Ralf Schmidt und vor allem Marek Mintal, die durch Peer Kluge und Leon Benko ersetzt wurden. Doch der Schachzug ging, zumindest was die Stürmerfrage betraf, daneben und wurde nach nur 37 Minuten korrigiert. Nun ersetzte der Slowake Mintal den Kroaten Benko - ohne dem Spiel des Pokalsiegers allerdings eine Wende geben zu können. Pech freilich hatte Mintal in der 41 Minute, als sein Schuss vom Strafraum-Eck nur knapp über die Latte strich.

Das erste Tor gelang den Niederländern

Eine Handvoll mehr oder minder guter Chancen hatte der Bundesliga- 16. bis dahin gehabt. Doch das Tor gelang den reifer, abgeklärter und ruhiger spielenden Niederländern. Mit der Hacke spielte Moussa Dembele seinen Kollegen Derny de Zeeuw glänzend frei und der ließ dem von seiner desorientierten Abwehr im Stich gelassenen Keeper Jaromir Blazek in der 29. Minute keine Chance.

Mit einer Glanzparade hatte Blazek in der 7. Minute die verdiente Führung der Gäste noch verhindern können. Simon Cziommer hatte den Freistoß getreten. Jener Cziommer, der in Alkmaar zum umworbenen Mittelfeldstar geworden ist, nachdem er in seinem Heimatland Deutschland nicht zurecht gekommen war und nach zwei Bundesliga- Spielen für Schalke 04 in der Saison 2003/04 sein Heil in den Niederlanden suchte.

"Club" mühte sich vergeblich

Während Cziommer seine Stürmer immer wieder geschickt einsetzte, mühte sich der "Club" vergeblich. Vor allem Angelos Charisteas enttäuschte die Fans wieder einmal besonders. Mit einem gellenden Pfeifkonzert machten sich die Fans Luft, nachdem der Grieche in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Ball zunächst zwar am starken Torwart Boy Warterman dann aber auch am Tor vorbei ins Aus gezirkelt hatte. Glück hatten die Franken dagegen in der 39. Minute, als zunächst Dembele den Pfosten traf und auch de Zeeuw im Nachschuss den Ball nicht zum zweiten Mal im "Club"-Tor unterbringen konnte.

Das Pech im Abschluss klebte den Nürnbergern zunächst auch im zweiten Durchgang an den Füßen. Mehr und mehr erhöhten die Franken zwar den Druck, doch außer Kampf und Einsatz hatten sie nichts zu bieten. Hektisch und teilweise auch unkonzentriert wurden die Chancen vergeben, wie von Misimovic (67./73.) oder auch Saenko, der in der 62. Minute für den bemühten Adler eingewechselt wurde. Und Saenko war es im Zusammenspiel mit dem doppelten Torschützen Mintal, der das unmöglich Erscheindende doch noch möglich machte.

DPA / DPA

Wissenscommunity