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Legendenzoff "Er ist nicht Opfer, sondern Täter": Uli Hoeneß legt im Streit mit Paul Breitner nach

Hoeneß und Breitner 2009
Uli Hoeneß hat den meinungsstarken Breitner (r.) zum Vorstandsberater, Scout und Markenbotschafter gemacht
© Frank Leonhardt / Picture Alliance
Ende einer Männerfreundschaft: Uli Hoeneß erklärt auf einem Fanklubtreffen, wann und warum er mit seinem langjährigen Kumpel Paul Breitner gebrochen hat. Unterstützung erhält der Bayernboss aus Leverkusen.

Der Streit zwischen Paul Breitner und Uli Hoeneß geht in die nächste Runde: Auf einem FC-Bayern-Fanclub-Treffen im oberfränkischen Kersbach ließ Vereinspräsident Uli Hoeneß seinem Ärger über den einstigen Freund Luft: "Dieses Verhältnis ist nicht mehr zu kitten, er hat den Rubikon überschritten", sagte Hoeneß Medienberichten zufolge. Zwar werde Breitner "zum Märtyrer gemacht. Aber er ist nicht Opfer, sondern Täter".

"Ich habe mit Paul Breitner gebrochen"

Hintergrund der Animositäten: Die Führung des FC Bayern hat Breitner bei Heimspielen von der Ehrentribüne der Allianz Arena verbannt, nachdem dieser sich kritisch über Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge geäußert hatte. Schon auf der der Jahreshauptversammlung am Freitag hatte sich Hoeneß unversöhnlich gezeigt: "Ich habe mit Paul Breitner gebrochen, als ich aus dem Gefängnis kam - und das war's für mich."

Der langjährige Chef des FCB erläuterte auch, warum sich Breitner aus seiner Sicht falsch verhalten habe: Fast zwei Millionen Euro soll er vom Rekordmeister als Honorare für "15 bis 20 Vorträge vor Sponsoren" bekommen haben. Anfang 2017 dann habe Breitner nach einem Streit mit Karl-HeinzRummenigge den Vertrag hingeschmissen. Der "unsägliche Auftritt" im Bayerischen Rundfunk habe die Bayern-Führung veranlasst, ihn aus dem Ehrengastbereich im Stadion zu verbannen. "Wenn er ein Problem mit uns hat, soll er uns das selbst sagen - und nicht den Weg über die Presse gehen", wird Hoeneß zitiert.

Breitner versteht vieles nicht

Breitner hatte im Oktober den verbalen Rundumschlag von Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei einer ungewöhnlichen Pressekonferenz scharf kritisiert. "Ich bin nach wie vor deprimiert, weil ich mir nie vorstellen konnte in 48 Jahren, die ich mit oder am Rande des FC Bayern lebe, dass sich dieser Verein diese Blöße gibt, dass er diese Schwäche zeigt", sagte Breitner im Bayerischen Rundfunk. "Was den Uli angeht: Ich verstehe vieles nicht, was dort passiert ist."

Unterstützung bekommt Hoeneß von Bayer Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler: "Bei aller Wertschätzung für seine Leistungen als Spieler hat Paul Breitner in den 80er, 90er Jahren als Zeitungskolumnist so viele Leute verletzt - das war mitunter menschenverachtend. Da kann ich Uli durchaus verstehen, wenn er gerade Paul nicht als moralische Instanz akzeptiert", sagte Völler der "Bild am Sonntag".

nik mit DPA

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