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Vor dem Endspiel: Bayerischer Hoffnungsträger

Weil die Stümer nicht treffen, setzt Teamchef Völler vor dem Endspiel gegen Tschechien alles auf Michael Ballack. Wechselgedanken werden ihn nicht belasten. Der letzte deutsche Star bleibt bei den Bayern.

Für Rudi Völler ist er praktisch der letzte Hoffnungsträger vor dem gegnerischen Tor, doch Michael Ballack wehrt sich vehement gegen die Rolle des Heilsbringers. Er sei kein Stürmer, betonte der torgefährlichste Spieler im deutschen EM-Kader vor dem Vorrunden-"Endspiel" am Mittwoch gegen Tschechien. "Wenn ich ganz weit zurückgehe, dann habe ich in der Jugend mal Stürmer gespielt. Ich habe meine Stärken im Mittelfeld."

Das ändert nichts daran, dass vor allem Ballack das Tor zum Viertelfinale öffnen soll. Völler kehrt sogar zum System mit Kevin Kuranyi als einziger Spitze zurück, um den Münchner wie beim 1:1 im ersten Gruppenspiel gegen die Niederlande wieder häufiger in Strafraumnähe zu bringen. "Wichtig ist, dass er oft torgefährlich ist", erklärte der DFB- Teamchef, "denn dann ist Alarmstimmung beim Gegner." An seine Stürmer glaubt Rudi "Nationale" schon lange nicht mehr.

Und die Bilanz macht Mut: 19 Tore hat Ballack in seinen bislang 43 Länderspielen erzielt, eine ausgezeichnete Quote für einen Mittelfeldspieler. Der 27-Jährige war der erfolgreichste deutsche Torschütze in der Qualifikation für die WM 2002 (6 Tore) und die EM in Portugal (4). Und er war es auch, der nach seinen drei wichtigen Toren in den Alles-oder-nichts-Partien gegen die Ukraine die deutsche Elf in Asien mit seinen Treffern gegen die USA (1:0) und Südkorea (1:0) ins WM-Endspiel schoss. Damit hat er besondere Ansprüche geweckt, die auch Völler an ihn stellt: "Bei Spielern wie Michael Ballack ist der Druck ein wenig größer."

Um sich in keiner Form ablenken zu lassen, hat er alle Aktivitäten für einen Wechsel zum FC Barcelona eingestellt. "Im Moment finden keine Gespräche mit Barcelona statt, weder von mir noch von Herrn Ballack", sagte Becker am Dienstag der dpa.

Dass Ballack bei Bayern bleibt, wird nicht nur deshalb immer wahrscheinlicher. "Die Bayern haben offenbar umgedacht. Wenn sie ihn jetzt behalten wollen, werde ich selbstverständlich keinen Finger mehr rühren. Alles andere wäre unseriös", sagte Becker der "Bild"-Zeitung.

Franz Beckenbauer hatte in letzter Zeit immer wieder neue Ablösesummen für den 27-Jährigen in den Raum gestellt. Mal waren es 50 Millionen Euro, dann 100, zuletzt wieder nur 20.

Auch Barcelona selbst scheint am Ballack-Transfer nicht mehr interessiert zu sein. Grund: Die Katalanen haben sich mit dem französischen Spielmacher Ludovic Giuly vom AS Monaco auf einen Wechsel verständigt. Als Ablöse sind sieben Millionen Euro im Gespräch.

"Es gibt nur noch Details zu klären", sagte "Barca"-Präsident Joan Laporta gegenüber spanischen Medien.

Klaus Bergmann und Oliver Hartmann, dpa / DPA

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