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Freundschaftsspiel: 7:0 gegen Luxemburg

Das nennt man Spielfreude: Mit einem wahren Torfestival heizte die DFB-Elf im Testspiel gegen Luxemburg die WM-Begeisterung im eigenen Land an. Auch Trainer Jürgen Klinsmann zeigte sich zufrieden: "Eine Freude, wie sie harmonieren".

Mit dem erhofften und schon traditionellen Torfestival in Freiburg hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die Vorfreude auf den Weltmeisterschafts-Start noch einmal kräftig angeheizt. 13 Tage vor dem Eröffnungsspiel in München gegen Costa Rica bezwang das Team von Jürgen Klinsmann am Samstag in der badischen Metropole Sparringspartner Luxemburg mit 7:0 (3:0) und setzte dabei in der Offensive einige spielerische Glanzpunkte.

Vor allem das Zusammenspiel zwischen Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski weckte Erinnerungen an die starken Vorstellungen beim Confed Cup 2005. Der Kölner glänzte vor 23.000 Zuschauern im ausverkauften badenova-Stadion ebenso als zweifacher Torschütze (36./65.-Foulelfmeter) wie Miroslav Klose (5./59.) und Oliver Neuville mit einem Doppelschlag in der Nachspielzeit. Torsten Frings (19./Foulelfmeter) rundete den höchsten Sieg im 25. Länderspiel unter Klinsmann für das deutsche Team ab, das zum dritten Mal nacheinander vor einem großen Turnier 7:0 gewann.

"Es war eine Freude zu sehen, wie sie vorne harmoniert haben. Der Konkurrenzkampf ist groß für alle. Was uns freut in den zwölf Tagen Vorbereitung, ist der große Elan. Alle freuen sich auf die WM", sprach Klinsmann den Fans aus dem Herzen. "Wir haben das gezeigt, was die Trainer sehen wollten. Ich denke, dass wir von Spiel zu Spiel stärker werden", sagte der Bremer Frings nach seinem 50. Länderspiel. Gelegenheit dazu bietet der nächste Test am Dienstag in Leverkusen gegen WM-Teilnehmer Japan, ehe am Freitag in Mönchengladbach gegen Kolumbien die Generalprobe für den Weltmeisterschafts-Auftakt auf dem Programm steht.  

Generalprobe ohne Ballack

Der kurzfristige Ausfall von Ballack machte Klinsmanns Plänen von einem ersten Härtetest für seine WM-Stammelf einen Strich durch die Rechnung. Doch auch ohne ihren verletzten Regisseur, der in Genf geblieben war und dort gemeinsam mit dem Ellbogen operierten Philipp Lahm ein Fitness-Training absolvierte, bot die Mannschaft dem erwartungsvollen Publikum attraktiven Fußball. Mit "Klinsmann"- Sprechchören und "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin"-Gesängen honorierten die Fans die gelungenen Aktionen.

Trotz der strapaziösen Trainingseinheiten am Genfer See ging das Team spritzig und engagiert zur Sache. Tim Borowski überzeugte als Ballack-Vertreter mit klugen Pässen und stopfte im Zusammenspiel mit Frings auch manche Lücke in der Defensive. Bundesliga- Torschützenkönig Klose war einmal mehr kaum zu halten und unterstrich seine Gefährlichkeit mit den Länderspiel-Toren Nummer 22 und 23.  

Abwehr muss noch viel tun

Dagegen wurde die Abwehr - obwohl kaum geprüft - noch keinen WM-Ansprüchen gerecht. Christoph Metzelder agierte beim ersten Wettkampf nach seiner im Trainingscamp erlittenen Verletzung im Deckungszentrum betont vorsichtig, seinem Nebenmann Robert Huth unterlief der eine oder andere Stellungsfehler. Ein Ausrutscher des Chelsea-Verteidigers hätte in der 9. Minute durch Alphonse Leweck beinahe zum 1:1 geführt.

Die deutsche Elf startete mit viel Schwung in das zweite WM-Testspiel gegen die Amateure aus dem Großherzogtum seit dem 7:0 vor dem Turnier in Frankreich 1998. Vor vier Jahren war Kuwait ebenfalls in Freiburg 7:0 bezwungen worden. Gleich die erste Kombination über die linke Seite führte zum Führungstor, als Klose die Hereingabe von Podolski über die Linie drückte. Sechs Minuten später verhinderte die Latte beim Kopfball nach Flanke seines Clubkollegen Borowski den nächsten Treffer des Bremers. Ein Zupfen von Tim Heinz am Trikot von Schweinsteiger leitete den zweiten Treffer durch Frings ein, der in seinem 50. Länderspiel zum dritten Mal in der Klinsmann-Ära vom Elfmeterpunkt traf. Beim 3:0 schlenzte Podolski einen genau getimten Pass von Borowski ins Netz.  

Zwei Tore in 45 Sekunden

Nach einer Phase des Leerlaufs zu Beginn der zweiten Halbzeit, in der mit Kahn, Per Mertesacker, Sebastian Kehl und Thomas Hitzlsperger vier frische Kräfte ins Spiel kamen, nahmen die Gastgeber nach knapp einer Stunde ihre Torproduktion wieder auf, als Kloses Rechtsschuss genau im Winkel landete. Drei Minuten später wurde der Bremer unter donnerndem Applaus in die Kabine verabschiedet. Als Oberweis seinen Nachfolger Gerald Asamoah im Strafraum nur regelwidrig stoppen konnte, trug sich auch Podolski zum zweiten Mal in die Torschützenliste ein und machte sein Dutzend im DFB-Trikot voll. Mit zwei Toren innerhalb von 45 Sekunden sorgte auch Neuville in der Nachspielzeit noch für Furore.

Jens Mende und Klaus Bergmann/DPA / DPA

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