WM 2010 Vuvuzela-Diskussion empört Afrikaner


Nach tagelanger Kritik am Getröte der Vuvuzelas werden die Gastgeber langsam sauer. Südafrikas Torhüter fordert die Zuschauer sogar auf, noch mehr Tröten mitzubringen. Die Fifa will von einem Verbot eh nichts wissen. Für Tinnitus-Bedrohte ist dennoch Besserung in Sicht.

Dicke Schlagzeilen, empörte Fans, trotzige Spieler: Das drohende Vuvuzela-Verbot hat in ganz Afrika für einen lauten Aufschrei gesorgt. "Wir appellieren an die südafrikanischen Fans, gegen Uruguay noch mehr Vuvuzelas mitzubringen. Je lauter, desto besser für uns", sagte Itumeleng Khune, Nationaltorhüter des WM-Gastgebers. Ins Kreuzfeuer der Kritik geriet OK-Präsident Danny Jordaan, dessen Interview mit der BBC die Diskussion ins Rollen gebracht hatte. Das Boulevard-Blatt Sowetan druckte sein Zitat "I will ban Vuvuzela" ("Ich werde die Vuvuzela verbannen") in großen Buchstaben auf Seite eins und ließ zahlreiche empörte Leser zu Wort kommen. "Hände weg von unseren Vuvuzelas! Das hier ist Afrika, das ist unsere WM", hieß es darin.

Auch die Tageszeitung "Star" verteidigte die WM-Tröte, die dem Turnier eine eigene Identität gegeben habe. "Die Vuvuzela ist das einzige Geräusch, dass man auch im Weltraum hören kann", schrieb das Blatt mit einem Augenzwinkern. Heiß her ging es auch im Internet: Bei Twitter gehörte "Vuvuzela" am Wochenende zu den weltweit zehn meistdiskutierten Begriffen.

Theo Zwanziger versteht die Kritik nicht

Rückendeckung kam auch aus Deutschland, wo DFB-Präsident Theo Zwanziger kein Verständnis für die lautstarke Kritik zeigte: "Das Turnier findet nun einmal in Südafrika statt, da muss man die Gepflogenheiten im Stadion akzeptieren und sich anpassen. Hier gehören die Vuvuzelas zum Fußballspiel wie in Deutschland die Schlachtgesänge der Fans."

Am Montag ruderte das Organisationskomitee der WM zurück und schloss ein Verbot wegen der Lärmbelästigung aus. "Wir haben immer gesagt, dass die Vuvuzelas die WM charakterisieren. Dabei bleiben wir. Vuvuzelas werden nicht verboten", sagte OK-Sprecher Rich Mkhondo. Jordaan sei in dem Interview falsch zitiert worden. "Vuvuzelas würden nur dann verboten, wenn sie missbraucht werden. Genau das hat Jordaan auch schon vergangenes Jahr beim Confederations Cup klargestellt", sagte Mkhondo, der die Fans erneut bat, während der Nationalhymnen und offiziellen Stadiondurchsagen die Tröten nicht zu benutzen.

Vielleicht hat sich das Thema aber auch schneller erledigt als gedacht. Ein Hersteller des Plastik-Instruments kündigte am Montag an, neue Mundstücke zu produzieren. Die neuen Ersatzteile sollen für eine Reduzierung der Lautstärke um 20 Dezibel sorgen.

SID SID

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