WM-Vorbericht Luxusprobleme im Oranje-Team


Trotz der Ausfalls von Flügelflitzer Arjen Robben geht der niederländische Trainer Bert van Marwijk gelassen in das erste WM-Spiel gegen Dänemark gehen – zu groß ist das Angebot von Topstars in der "Elftal". Doch auch die Dänen geben sich selbstbewusst.

Robben raus, van der Vaart rein: Für Bayerns Flügelflitzer Arjen Robben kommt der niederländische WM-Auftakt am Montag (13.30 Uhr) gegen Dänemark im Soccer City Stadium von Johannesburg noch zu früh, doch unruhige Nächte verbringt Bondscoach Bert van Marwijk deshalb nicht. "Ich habe sehr gut geschlafen", versicherte der Ex-Trainer von Borussia Dortmund vor seiner WM- Premiere gegen die Skandinavier, die noch um den Einsatz ihres Top- Stürmers Nicklas Bendtner vom FC Arsenal bangen.

Robben, der nach seinem Muskelfaserriss im linken Oberschenkel erst am Samstag in Südafrika eintraf und seitdem separat von der Mannschaft trainierte, soll ganz behutsam wieder aufgebaut werden. "Wir werden es mit Arjen ganz in Ruhe angehen lassen und kein Risiko eingehen", sagte van Marwijk. "Schließlich brauchen wir ihn noch im Laufe des Turniers."

"Wir wollen Weltmeister werden"

Van Marwijk kann den Ausfall des Tempodribblers gelassen kommentieren, verfügen die Oranjes zusammen mit Argentinien doch über den wohl besten Angriff der WM. Wesley Sneijder, Robin van Persie, Rafael van der Vaart, Dirk Kuyt - die Offensive der "Elftal" ließt sich wie ein "Who is Who" des internationalen Spitzenfußballs. "Wir haben ein paar Spieler, die den Unterschied ausmachen können", sagte Kapitän Giovanni van Bronckhorst lapidar - eine große Untertreibung.

Vom Potenzial her zählen die Niederländer also erneut zu den Topfavoriten, doch in der Vergangenheit wurde der Europameister von 1988 den Vorschusslorbeeren fast nie gerecht. "Es wird Zeit, dass wir endlich einmal einen Preis mit nach Hause nehmen", sagte van Bronckhorst, der gegen Dänemark sein 100. Länderspiel machen wird. Der Routinier ist überzeugt, dass die Zeit dafür in Südafrika gekommen ist: "Wir wollen Weltmeister werden."

Oranje hat gelernt effektiv zu spielen

Die Chancen stehen nicht schlecht. Die Oranjes wirken gereifter, haben unter van Marwijk gelernt, effektiv zu spielen. Mit Mark van Bommel und Nigel de Jong verfügen sie auch über eine Doppel-Sechs von internationalem Top-Niveau. Zudem ist van Marwijk auf einem guten Weg, seinen oft zur Selbstüberschätzung neigenden Profis den Schlendrian auszutreiben. "Wir nehmen jeden Gegner ernst und werden die Dänen sicher nicht unterschätzen", sagte der Bondscoach, gab aber zu, trotzdem ein bisschen angespannt zu sein. "Das erste Spiel ist immer das wichtigste."

Die Zauber-Fußballer gehen als großer Favorit ins Duell mit den Skandinaviern, die den Niederländern das Leben aber so schwer wie möglich machen wollen. "Wir sind 23 Löwen, die in ihrem Käfig herumlaufen und darauf hoffen, dass der Wärter vergisst, die Türe zu schließen", sagte Jon Dahl Tomasson, der die Holländer als Angreifer von Feyenoord Rotterdam bestens kennt.

"Auch wenn Robben ausfällt, haben sie noch viele gute Spieler. Die Niederländer sind sicherlich einer der Favoriten, wenn nicht sogar der Favorit", meinte Jesper Grönkjar. Ein Fragezeichen steht bei "Danish Dynamite" noch hinter dem Mitwirken von Bendtner, der sich mit Leistenbeschwerden herumplagt. Van Marwijk hält die skeptischen Meldungen aus dem dänischen Lager allerdings für einen Bluff. "Ich gehe davon, dass er dabei ist."

Lars Reinefeld und Heinz Büse/DPA DPA

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