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Führerschein weg: Löw will Fahrstil ändern

Joachim Löw ist gern schnell unterwegs. Häufiger wohl auch zu schnell. Jetzt musste er seinen Führerschein abgeben - und will daraus Konsequenzen ziehen

Bundestrainer Joachim Löw sitzt noch in seinem Dienstwagen. Foto:

Bundestrainer Joachim Löw sitzt noch in seinem Dienstwagen. Foto:

Joachim Löw ist seinen Führerschein los. Der Bundestrainer soll wiederholt zu schnell gefahren, vor allem in seinem DFB-Dienstwagen. Löw habe im März 18 Punkte in der Flensburger Verkehrssünder-Kartei gehabt, berichtet #link;www.bild.de;Bild.de#. Das Fahrverbot soll für sechs Monate gelten. Der 54-jährige Löw bestätigte die Vorkommnisse: "Selbstverständlich stehe ich dazu, dass ich manchmal leider zu schnell gefahren bin, ich weiß, dass ich mich hier zügeln muss", wurde Löw vom Deutschen Fußball-Bund zitiert. Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" habe der Coach seinen Führerschein bereits vor drei Monaten abgegeben.

"Punkte in Flensburg habe ich noch nie in meinem Leben bekommen", erklärte Formel-1-Pilot Nico Rosberg, der gemeinsam mit Golf-Star Martin Kaymer das DFB-Team besuchte.

Die Nachricht, dass Löw seinen Führerschein abgeben musste, trat aber schnell in den Hintergrund. Bei der gemeinsamen Sponsorenaktion von Fußball-Nationalspielern und dem DFB-Generalsponsor Mercedes-Benz kam es am Dienstag zu einem Autounfall, bei dem zwei Personen verletzt wurden, eine davon schwer.

Vor allem die beiden Schalker Benedikt Höwedes und Julian Draxler, die als Beifahrer des DTM-Fahrer Pascal Wehrlein und von Formel-1-Spitzenreiter Nico Rosberg an der Sponsorenaktion beteiligt waren, müssen das Geschehen noch verarbeiten.

Löw nutzt jetzt häufiger die Bahn

Schon als junger Trainer beim FC Tirol Innsbruck (2001-02) war der Freiburger wegen zu schnellen Fahrens mit dem Handy am Ohr, nicht angegurtet und zudem ohne Vignette von der Polizei angehalten worden. Vor der WM 2006 wurde Löw als Chauffeur seines damaligen Chefs Jürgen Klinsmann mit Tempo 134 statt der erlaubten 100 Kilometer pro Stunde gestoppt und war seinen "Lappen" für vier Wochen los.

Dieses Mal ist der DFB-Chefcoach wegen wiederholter Tempoverstöße sogar für mindestens ein halbes Jahr Fußgänger und Bahnfahrer, wie die "Bild" berichtete. Bereits im März soll die Verkehrssünderkartei von Löw 18 Punkte aufgewiesen haben. Dies bestritt Löws Anwalt auf Anfrage des "Flensburger Tagblatts", das zuerst über den Fall geschrieben hatte.

"Es gibt da nichts schönzureden, natürlich muss ich jetzt mit den Konsequenzen leben und nutze häufig die Bahn", wurde Löw in einer Erklärung des Deutschen Fußball-Bundes zitiert: "Ich habe meine Lektion gelernt und werde mein Fahrverhalten ändern."

Nach Angaben von Generalsekretär Helmut Sandrock hat Löw den DFB bereits vor einiger Zeit über den Vorfall informiert. "Wir wissen, dass sich Jogi selbst am meisten darüber ärgert", äußerte Sandrock.

"Wir wollen natürlich immer Vorbild sein, aber wir sind alle Menschen, da passieren immer Fehler", kommentierte Oliver Bierhoff Löws Fehlverhalten. Bei den vielen Kilometern, die Löw von Freiburg aus jedes Jahr fahre, passiere so etwas eher, meinte Bierhoff.

swd/DPA / DPA

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