HOME

Kfz-Versicherung: Telematik-Tarife: Warum es sich lohnt, den Fahrstil zu überwachen

Seit etwa zwei Jahren kann man mit speziellen Telematik-Tarifen bei der Kfz-Versicherung Geld sparen, wenn man sehr defensiv fährt, und das auch nachweist. Und dafür das Fahrprofil lückenlos überwachen lässt.

Für Fahranfänger bieten Telematik-Tarife ein gutes Sparpotenzial und sie ermahnen zu einem, sicheren Fahrstil.

Für Fahranfänger bieten Telematik-Tarife ein gutes Sparpotenzial und sie ermahnen zu einem, sicheren Fahrstil.

Getty Images

Schleichen kann sich lohnen: Versicherungen versprechen 20 Prozent Rabatt, wenn man sich überwachen lässt. Besonders verlockend sind Sonderaktionen. Käufer eines Toyota Aygo erhalten eine Versicherung zum Null-Tarif, wenn sie sich überwachen lassen und einen defensiven Fahrstil pflegen. Bedenkt man die hohen Tarife für Fahranfänger, ist das auf jeden Fall ein lohnendes Angebot.

Die Überwachung kann mit einer App oder durch eine fest installierte Box geschehen. Der Einbau der Box ist nicht umsonst, aber auf Dauer die bequemere Lösung. Sie ist auch das einzige Modell, das die geforderte dauerhafte Überwachung sicherstellt.

Der Score bestimmt die Rückzahlung

Und so funktioniert es: Bei jeder Fahrt misst die App die Fahrzeugdaten und vergibt dann einen Score-Wert. Je höher der Score, desto höher fällt am Ende des Jahres der Rabatt aus. Und auf die Ersparnis kommt es wohl den meisten Fahrern an.

Unfug am Steuer: Handys, Bier und Zeitungslesen - das ist im Auto alles verboten
Im Sommer wird es warm, ist Nacktfahren dann erlaubt? Im Prinzip darf jeder nackt fahren, solange es andere nicht sehen können, erst dann würde man öffentliches Ärgernis erregen. Frauen sollten also zumindest einen BH tragen.

Im Sommer wird es warm, ist Nacktfahren dann erlaubt? Im Prinzip darf jeder nackt fahren, solange es andere nicht sehen können, erst dann würde man öffentliches Ärgernis erregen. Frauen sollten also zumindest einen BH tragen.

Da gibt es nur ein Problem: Viele Werte können durch einen defensiven Fahrstil nicht verändert werden. Der Grund: Innerorts gibt es mehr Unfälle als außerhalb, nachts mehr als am Tage. So etwas drückt den Score. Fährt man an speziellen Unfallschwerpunkten vorbei, sinkt der Score ebenfalls. Wer also wegen Schichtdiensten häufig nachts durch die Stadt fährt und dabei auch noch Kreuzungen passiert, die als Unfallschwerpunkt gelten, wird die angestrebten 20 Prozent Rückzahlung nicht erreichen.

Neben Position und Route werden Beschleunigung und Abbremsen gemessen, selbst die Querbeschleunigung in Kurven wird erfasst. Wird das Tempolimit überschritten, sammelt man Minuspunkte. Fährt man schneller als 130 auf der Autobahn, wird das ebenfalls nicht gern gesehen. Andere denkbare Unarten wie dichtes Auffahren oder das Ignorieren roter Ampeln kann die App nicht erkennen, sie bleiben folglich ungesühnt.

Gute Ersparnis bei Fahranfängern

Finanztest hat die Rabatte einmal in Euro ausgerechnet. Am Musterbeispiel eines 19-jährigen männlichen Fahranfängers aus Berlin wurde ein Maximal-Rabatt von immerhin 357 Euro berechnet. Im besten Fall müsste er 720 Euro statt 1057 Euro zahlen. In der Praxis dürften wohl eher 250 Euro Ersparnis möglich sein. Das sind gut 20 Euro im Monat für den Fahranfänger. Nicht schlecht, aber man sieht auch, dass man so nicht an die Ersparnis des Toyota-Angebots herankommt.

Wer gern sparen will, aber ohnehin defensiv und unfallfrei fährt, hat ein anderes Problem. Wenn so jemand auf eine lange Fahrpraxis zurückblickt, zahlt er weit weniger als 100 Prozent für seine Versicherung. Das führt dazu, dass ein guter Score seine Versicherung zwar in Prozenten billiger macht, in Euro und Cent ist die Ersparnis allerdings nicht so toll.

Der Redakteur des Finanztest nahm die Aufgabe mit sportlichem Ehrgeiz, fuhr betont defensiv und freute sich jedes Mal über einen hohen Score-Wert. Der Test-Redakteur zahlte derzeit allerdings nur 329 Euro für seine Kfz-Versicherung. Er könnte mit Telematik auf 291 Euro Beitrag sinken, wenn er seinen sportlichen Score-Wert über das ganze Jahr halten würde. Das ist allerdings nur eine Ersparnis von weniger als vier Euro im Monat. Dafür lohnt sich der ganze Aufwand nicht.

Mehr Sicherheit dank Telematik

Abgesehen von Spezial-Angeboten wie dem von Toyota lohnt sich der Tarif also vor allem für junge Fahrer mit hohen Versicherungskosten. Hier sollte man auch die disziplinierende Wirkung des Scores in Betracht ziehen. Die Allianz bietet seit knapp zwei Jahren so einen Tarif für Autofahrer bis zum Alter von 28 Jahren an. Joachim Müller, Vorstandsvorsitzender der Allianz, kann einen positiven Effekt unter den fast 70 .000 Kunden feststellen: "Erste Analysen haben gezeigt, dass die durchschnittlichen Scores der Nutzer konstant besser werden, der Durchschnittsscore ist von circa 71 auf 82 Punkte gestiegen." Der Top-Wert liegt bei 100 Punkten. Die meisten Allianz-Kunden können sich über eine Rückzahlung freuen.

Doch es geht nicht allein ums Geld. Die permanente Ermahnung zu einem defensiven Fahrstil wird auch dazu führen, dass diese jungen Fahrer sicherer unterwegs sind. Sie werden weniger Unfälle bauen und keine weiteren Verkehrsteilnehmer mit einem leichtsinnigen Fahrstil gefährden.

Auch eine Motivation für Eltern, um beim Nachwuchs auf einen Telematik-Tarif zu werben.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.