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Poker statt Fußball Max Kruse spielt sein eigenes WM-Turnier


Mittelstürmer Max Kruse wurde nicht für WM in Brasilien nominiert, stand dafür in Las Vegas in einem Poker-Finale. Vor Jahren wollte er seine Glücksspielfähigkeiten am liebsten noch geheim halten.
Von Wigbert Löer

Nationalspieler Max Kruse ist nicht der Einzige. Der einzige Fußballprofi, der sich in seiner Freizeit exzessiv dem Glücksspiel widmet oder zumindest in so beträchtlichem Maße, dass er nun in Las Vegas in die Finalrunde der World Series of Poker einziehen konnte. Von 241 Teilnehmern reichte es am Ende für einen dritten Platz und ein Preisgeld von 27.000 Euro.

Viele Profis pokern, nach dem Training, im Mannschaftshotel, online oder mit Spielkarten. Der Deutsche Fußball-Bund weiß, wie sehr das Glücksspiel seine Elitekicker fasziniert. Bei der letzten Weltmeisterschaft in Südafrika ließ der Bundestrainer im Mannschaftsquartier einen Pokertisch aufbauen. Die Gefahr der Spielsucht wurde dabei übersehen - oder nicht weiter ernst genommen. Ob Pokern beim DFB auch diesmal zur Zerstreuung angeboten wird, wäre eine spannende Frage.

Kruse auch an Roulettetischen gesichtet

Max Kruse pokerte schon vor Jahren. Der Mittelstürmer, im Moment bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag, wurde zu seiner Zeit beim FC St. Pauli dutzende Male bei Partien und auch an Roulettetischen im Kasino Schenefeld gesehen, das bei Pinneberg und kurz vor der Stadtgrenze zu Hamburg liegt. Kruse verkehrte auch in der Hamburger Spielbank Esplanade an der Innenalster. Zudem pokerte er online.

Er trat bei Online-Turnieren an und begab sich auch an die virtuellen Cash-Game-Tische, an denen sein damaliger Mannschaftskollege René Schnitzler ein Vermögen verlor. Schnitzler geriet aufgrund seiner Spielsucht damals in Kontakt zur Wettmafia.

2011 verlor Kruse noch - fünfstellig

Kruses online-Bilanz im Jahr 2011 war besser als Schnitzlers, aber längst nicht gut: Er verzockte mehr als 11.000 Euro. Damals, als keineswegs Spitzenverdiener einer Zweitliga-Mannschaft, war das durchaus schon eine Hausnummer.

Kruse wollte sich 2011 gegenüber den Autoren des Buches "Zockerliga" nicht zu seinem Spielverhalten jenseits des Rasens äußern. Nun steht er durch sein Glücksspiel in der Öffentlichkeit. Neue Fragen dürften gestellt werden, auch bei seinem Verein Borussia Mönchengladbach, dessen Sportvorstand Max Eberl durchaus Erfahrungen mit glücksspielsüchtigen Profis hat.


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