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Beachvolleyball: Hitzeschlacht am Strand von Piräus

Drei Spiele - drei Siege. Die deutschen Beachvolleyballer ihre olympischen Auftaktspiele bei brütender Hitze gewonnen und hoffen jetzt auf Medaillen.

Nach Markus Dieckmann/ Jonas Reckermann (Moers) und Stephanie Pohl/Okka Rau (Hamburg) am Samstag kamen 24 Stunden später auch Christoph Dieckmann/Anderas Scheuerpflug (Berlin) gegen Francisco Alvarez/Juan Rosell (Kuba) nach 64 Minuten im Tiebreak mit 21:19, 19:21, 15:10 zum Erfolg und haben sich eine gute Ausgangsposition für den weiteren Turnierverlauf gesichert. Die beiden Gruppenbesten und vier von sechs Gruppen-Dritte erreichen das Achtelfinale. Danach geht es im K.o.-System weiter.

Jetzt auch Medaillenhoffnungen

"Wir haben nicht super gespielt. Die Annahme des hart aufgepumpten Balls und das Zuspiel bei Wind hat uns Probleme bereitet. Im dritten Satz ging es dann besser, haben wir gut geblockt und einen für den zweiten Gruppenplatz wichtigen Sieg eingefahren", sagte Andreas Scheuerpflug. Nach Rang drei in Klagenfurt bei der Weltserie hat er auch Medaillenhoffnungen: "Bis auf die Brasilianer haben wir jeden besiegt, alles liegt eng zusammen und wird von der Tagesform bestimmt."

Sein Partner Christoph Dieckmann verspürte "mehr Anspannung als normalerweise" und hoffte nicht auf ein frühes Aufeinandertreffen im innerdeutschen Duell mit Zwillingsbruder Markus und dessen Partner. "Wenn, dann am besten erst im Finale", sagte er. Unterstützung bekommen die Zwillinge von Montag an durch die Eltern: Mutter Bärbel ist Oberbürgermeisterin in Bonn, Vater Jochen Finanzminister in NRW.

Topfavorit Brasilien

Die an Nummer vier gesetzten Europameister Dieckmann/Reckermann behaupteten sich gegen Paul Papaleo/Ramon Hernandez (Puerto Rico) mit 21:14, 21:13 und unterstrichen am Strand von Piräus, dass sie ihre Medaillen-Ambitionen nicht auf Sand gebaut haben. "Klar haben wir eine Chance auf eine Medaille, das brauchen wir nicht zu verhehlen. Aber Topfavoriten bleiben die Brasilianer", sagte Reckermann, der im Juni mit seinem Partner den zur Weltserie zählenden "Grand Slam" in Berlin als erstes deutsches Duo gewonnen hat.

Damen erfolgreich trotz Trainerwechsel

Die Vorjahreseuropameister Pohl/Rau zeigten mit ihrem Sieg von 21:17, 21:18 über die starken Chinesinnen Lu Wang/Wenhui Ju auch eine Trotzreaktion in Richtung ihres Ex-Trainers Marco Solustri. Der Italiener hatte dem an Nummer sieben gesetzten Duo drei Wochen vor Athen die Zusammenarbeit aufgekündigt. "Wir wollten ihm zeigen, dass das nicht der richtige Weg war", meinte Okka Rau. Ihre Partnerin träum von einer Medaille: "Wenn wir unsere Leistung abrufen, können wir hier fast jeden schlagen." Das zweite deutsche Frauen-Duo mit Susanne Lahme, die zum vierten Mal bei Olympia dabei ist, und Danja Müsch (Düren) traf am Abend auf die Griechen Koutroumanidou/Arvaniti.

Während Scheuerpflug/Dieckmann mit der Hitze keine Probleme haben, klagte Markus Diekmann: "Es war schon brutal heiß." Und Okka Rau meinte: "Ich konnte mich selbst über schlechte Bälle nicht ärgern, weil es so heiß war." Das Damen-Duo hatte sich für die Spielpausen mit Kühlwesten und eiskalten Handtüchern gegen die Hitze gewappnet.

Von Peter Juny und Marc Zeilhofer/DPA

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