HOME

Stern Logo Athen 2004

Urin-Manipulation: Diskus-Olympiasieger des Dopings überführt

Der ungarische Diskus-Olympiasieger Robert Fazekas ist wegen der Manipulation einer Doping-Kontrolle die Goldmedaille aberkannt worden. Auch ein weißrussischer Hochspringer wurde erwischt.

Der ungarische Diskus-Olympiasieger Robert Fazekas ist wegen der Manipulation einer Doping-Kontrolle nach seinem Sieg bei den Athen-Spielen die Goldmedaille aberkannt worden. Wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Dienstag mitteilte, wurde er von den Spielen ausgeschlossen.

Nachträglich wird dem zweitplatzierten Litauer Virgilius Alekna Gold zuerkannt. Auf den Silber-Rang rückt Zoltan Kovago aus Ungarn. Aleksandr Tammert aus Estland erhält nun Bronze. Am Montag war der Kugelstoßerin Irina Korschanenko (Russland) wegen Dopings der Olympiasieg wieder genommen worden.

Nach einem Bericht des griechischen Fernsehsenders MEGA versuchte Fazekas, den Test mit einem an den Genitalien befestigten Plastiksack, der Fremdurin enthalten haben soll, zu umgehen.

Unterdessen soll der weißrussische Hochspringer Aleksej Lesnichy des Dopings nach der Qualifikationsrunde am vergangenen Freitag überführt worden sein, hieß es. Beim Test sei das anabole Stereoid Clenbuterol entdeckt worden.

Der 29 Jahre alte Europameister Fazekas hatte den Wettkampf mit 70,93 m vor Virgilijus Alekna (Litauen/69,89) gewonnen. Bronze holte ebenfalls ein Ungar - Zoltan Kovago mit 67,04 m. Der fünffache Weltmeister Lars Riedel aus Chemnitz musste wegen einer Verletzung aufgeben und war mit 62,80 m Achter geworden.

Diskus-Bundestrainer Jürgen Schult meinte vor der Bestätigung des Doping-Verdachts zu den Beschuldigungen: «Vermutungen gab es immer, doch wir haben uns immer zurückgehalten, weil wir auch in diesen Bereichen geworfen haben.» Es müsse weiter «knallhart durchgegriffen» werden.

Fazekas setzt die Reihe der prominenten Doping-Sünder im Diskuswerfen fort. Zwei Jahre nach dem Gewinn von WM-Silber wurde der Niederländer Erik de Bruijn 1993 wegen eines Anabolika- Vergehens für vier Jahre gesperrt. Im gleichen Jahr war auch der Litauer Roman Ubartas, Olympiasieger von 1992, ertappt und gesperrt worden.

In Athen war bereits die Kugelstoß-Olympiasiegerin Irina Korschanenko wegen Dopings die Goldmedaille weggenommen worden. Nach dem Nachweis ihres Anabolika-Vergehens rückte die Magdeburgerin Nadine Kleinert auf den Silberrang vor.

Wissenscommunity