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Chinareisen: Spiele bremsen Touristik-Boom

Hiobs-Botschaften aus dem Reich der Mitte. Erst die Tibet-Unruhen, im Mai das verheerende Erdbeben in Sichuan, dann heftige Regenfälle im Süden des Landes. China wird im Olympiajahr von Touristen gemieden.

Von Till Bartels

Große Party am 1. Mai im Terminal des Flughafens Düsseldorf International. Air Berlin feiert die Jungfernflüge nach Peking und Shanghai und lässt knallbunte Chinadrachen durch die Abflughalle hopsen. Doch mittlerweile ist die Party-Stimmung verflogen. Zu häufig düsen die Flugzeuge mit schwacher Auslastung nach Osten. Auf manchen Nachtflügen kann es sich ein Fluggast auf einer leeren Vierer-Sitzbank bequem machen.

Nur vier Wochen nach dem Premierenflug kündigte Air Berlin eine Reduzierung der Shanghai-Flüge an. Während noch Anzeigen in den Medien für die neuen Strecken werben, macht Deutschlands zweitgrößte Fluglinie einen Rückzieher: Bis Ende Oktober werden alle China-Flüge eingestellt.

Die radikale Flugstreichung begründet Air Berlin-Chef Joachim Hunold erstens mit gestiegenen Treibstoffkosten und zweitens mit den von China im Vorfeld der Olympischen Spiele verschärften Visa-Bestimmungen, die nicht gerade die Reiselust fördern. Auch chinesische Fluglinien verzeichnen eine geringere Nachfrage. Im Mai beförderte Air China elf Prozent weniger Passagiere.

Die deutsche Lufthansa ist schon seit den frühen 80er Jahren im China-Geschäft aktiv und bestätigt den gegenwärtigen Negativtrend: "Die zeitlich befristete Veränderung der Visabestimmungen wirkt im Moment nachfragedämpfend", sagte Pressesprecherin Amélie Lorenz stern.de. "Wir sind aufgrund unserer Ausrichtung auf den Geschäftsreiseverkehr von dem aktuell beobachtbaren Rückgang der touristischen Nachfrage nicht so betroffen wie andere Fluggesellschaften." Im Gegensatz zu Air Berlin sieht Lufthansa, die inzwischen sechs Städte in China nonstop anfliegt, keine Notwendigkeit, das Angebot von 58 wöchentlichen Verbindungen nach China zu reduzieren.

Restriktive Visavergabe

Das Fremdenverkehrsamt der Volksrepublik China in Frankfurt meldet für die ersten fünf Monate jedoch ein leichtes Plus: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Übernachtsgäste aus Übersee in China um 5,1 Prozent an. Aus Deutschland reisten in den ersten fünf Monaten 230.500 Besucher an, das entspricht einem Plus von 1,9 Prozent. Die schwachen Monate April und Mai werden durch das starke Wachstum im ersten Quartal kompensiert, so die Interpretation von Fachleuten. Außerdem erweisen sich Geschäftsreisen mit jährlichen Steigerungen von 20 Prozent als Wachstumsmarkt.

Theoretisch haben sich für Touristen die Visavorschriften nicht geändert, nur werden jetzt die Bestimmungen aus Peking strenger befolgt. Botschaftsangestellte verlangen neben dem ausgestellten Flugticket eine Bestätigung der Hotelbuchung aus China. Bei Geschäftsleuten ist eine Einladung von dem jeweils zuständigen Ministerium oder der Provinzregierung erforderlich.

"Die Ungewissheit macht den Leuten zu schaffen", sagt Liu Guosheng, Geschäftsführer von China Tours. Für den Hamburger Veranstalter war der Einbruch nicht vorhersehbar. Das Jahr 2008 sei ein Ausnahmejahr. "Die Olympiade ist gut für die Werbung, nicht aber für Buchungen", so Liu Guosheng im Gespräch mit stern.de. Der in diesem Jahr erhoffte Aufschwung von Reisen ins Reich der Mitte bleibt für die deutsche Reisebranche aus.

Sportereignis vergrault Kulturtouristen

Noch härter trifft es Studienreiseveranstalter wie Studiosus und Gebeco. Die Nachfrage habe sich fast halbiert, so Ury Steinweg, Gründer und Geschäftsführer von Gebeco. "Insbesondere die hohen Preise im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen halten kulturinteressierte Kunden momentan davon ab, Chinareisen zu buchen." Der Kieler Spezialist mit Schwerpunkt auf Erlebnisreisen verspürt einen starken Rückgang von Gruppenreisen nach China. Bei Individualreisen fällt der Negativtrend mit Ausnahme der olympischen Monate August und September weniger ins Gewicht. Die Spiele sorgen nicht für einen erhofften Boom, sondern wirken wie ein Bremsklotz.

Als neuralgischer Punkt erweisen sich bei der Großveranstaltung die maßlos überzogenen Zimmerpreise, was schon in Athen und Sydney der Fall war. Eine Verdreifachung der Übernachtungskosten, wie Pekinger Hotels sie fordern, vergraulen die Gäste. Da würden auch keine kurzfristigen Rabatte helfen, so die Veranstalter.

Das kommende Jahr schätzen deutsche Reisebüros optimistischer ein. Die Kenntnis über China sei noch gering, der Nachholbedarf riesig. Denn für viele scheint das Land bislang nur aus zwei Attraktionen zu bestehen: der Chinesischen Mauer und der Terrakotta-Armee.

Der momentane Buchungsrückgang aus Europa bereitet keinem Tourismus-Verantwortlichen in Peking Sorgen. Gerade während der Olympischen Spiele lässt sich in Peking jedes Hotelbett mit überhöhten Zimmerpreisen füllen. "In China gibt es 1,3 Milliarden potentielle Touristen", so Liu Guosheng von China Tours. "Die können die Lücken gut füllen."

Weitere Infos

Fremdenverkehrsamt der VR China: www.china-tourism.de

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(