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Busemann-Kolumne: Fluch und Segen der Medaillen

Eben noch beklagte man den zähen Start, kurz darauf ist vom Medaillenregen die Rede. Aber ist Edelmetall wirklich alles? Eine Frage der Sichtweise, meint stern.de-Kolumnist Frank Busemann.

Wie gut ein Land auf sportlicher Ebene ist, wird nicht selten am international anerkannten Ranking des Medaillenspiegels festgemacht. Bronze ist gut, Silber ist besser und Gold hat gewonnen. So einfach ist das. So schwierig ist das. Demnach zählt ein vierter Platz nichts. Startet also eine große Nation mit 200 Athleten und die werden immer nur vierter, zeigt das, in diesem Land leben 200 Sportler die weltweit (fast) Spitze sind.

Im Medaillenspiegel tauchen sie nicht auf und rangieren genau neben den Drei-Mann/-Frau-Nationalmannschaften von Kiribati oder Swasiland. Zu diesem Zweck (und Selbstschutz) wurde von großen Staaten die sogenannte Nationenwertung erfunden. (In Zeiten steigender Rohstoff- und Edelmetallpreise mag dieser Aspekt in den Hintergrund gedrängt werden, aber selbst mit einem Goldsegen kann ein Staatshaushalt nicht saniert werden - die Goldmedaille ist Silber und hat nur einen goldenen Überzug.)

Nun werden Punkte verteilt und hoppla, Platz acht, den der Medaillenspiegel verschluckt, gibt es wirklich. Bringt einen Punkt. Acht achte Plätze sind wie eine Goldmedaille. Trotzdem glänzt da nichts. Nur für Athleten, die dem olympischen Credo „Dabei sein ist alles!“ gefolgt sind und denjenigen, die nicht damit gerechnet haben und denen, die richtig gut sind, aber sieben andere vor sich hatten. Trotzdem sieht man sie eher selten und spricht selbst beim vierten Platz von einem undankbaren. Aber es gibt sie, die Athleten, die sich über die Plätze vier bis acht freuen. Zuhauf.

Wo ist der Patriotismus?

Eigentlich gibt es mehr als drei Edelmetalle. Warum gibt es also nur drei Medaillen? Zu dritt spielt man Skat. Zu dritt ist immer einer über. In der Ehe heißt das Bigamie. Die Vergabe von drei Medaillen ist vollkommen willkürlich – aber sinnvoll. Erstens weil es Wettkämpfer sind, die sollen nicht Kartenspielen und zweitens, weil es sonst Teilnahmemedaille hieße und die gibt es beim Wandertag in der Eifel. Verknappung des Angebotes steigert das Verlangen.

Deshalb dürstet Großbritannien auch nach Gold. Die Gastgeber haben mit einer Riesenoffensive die Sportler gefördert. Deutsche Wissenschaftler berechneten vor den Spielen, dass die Briten Platz fünf im Medaillenrang belegen und das Deutschland den fünften Platz aus Peking verliert und lediglich siebter wird. Wo ist der Patriotismus? Den gibt es hier in London. Die Engländer feiern ihre bronzene Turnmannschaft als "History Boys". China würde sagen: Nur dritter. Alles Ansichtssache. Boulevardblätter schreiben nach vier ungoldigen Tage aber auch: "Wanted! Gold Medal". Egal wo, Hauptsache Gold. Doch so wehleidig wie wir waren Briten nicht.

Mitfiebern, schreien, jubeln, fluchen

Was haben wir gezetert und gelitten. Deutschland ohne Gold. Tag eins, Tag zwei. Nichts. Irgendwann dann Silber. Aber "besser" können nur die anderen. Können wir nicht mehr gewinnen? Haben wir keinen Biss? Bange Blicke auf das Fördersystem, die Gesellschaft, das eigene Selbstverständnis. Doch gemach, es waren nur die falschen Disziplinen zur falschen Zeit. Wäre das Vielseitigkeitsreiten am ersten Tag gewesen, wir hätten uns genüsslich zurückgelehnt, dem Chinesen um die Ecke erklärt, dass großer Sport immer ein Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier ist und er sich nicht grämen müsse, seine Mannschaft würde bestimmt noch irgendwo gewinnen.

China definiert sich teilweise über Sport, die Amerikaner können mit ihrem Schul- und Bildungssystem auf ein ganz anderes, lange gewachsene Sichtungs- und Förderungskonzept zurückgreifen. Wir hingegen müssen uns gegen immer mehr Nationen und mit immer mehr Wohlstandsproblemen auseinandersetzen. Ausreden. Deshalb konzentrieren wir uns auf das mögliche und das sind auch Medaillen.

Träume, Dramen, Helden

Es geht wie so oft um Superlative, Träume, Dramen, Helden, Verlierer. Sport ist emotional, wir können mitfiebern, schreien, jubeln, fluchen, zittern und bangen. Alles komprimiert auf wenige Tage, Stunden oder Momente. Betrachten wir den olympischen Sport objektiv, dann hat jeder Sportler, der sich abrackert und besten Gewissens alles in seiner Macht stehende tut, um seine beste Leistung auf dem größten Sportfest der Welt zeigt, Respekt und Hochachtung verdient.

Aber wie soll man festmachen, dass ein fünfter Platz für Paul Biedermann weniger zählen soll, als ein elfter Platz für Julia Rohde im Gewichtheben? Es ist schwer. Deshalb ist der bloße Blick auf Medaillen eine schöne Spielerei und nicht die ganze Wahrheit. Dennoch glänzt Edelmetall auf dem Podium der besten drei brillanter und stillt Sehnsüchte, die das Ebenbild einer Leistungsgesellschaft ist, die Sieger sehen will. Verdammter Medaillenspiegel.

Von Frank Busemann, London

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(