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Kamerun Zu viele Fans wollten rein: Massenpanik bei Afrika-Cup – acht Menschen sterben

Ersthelfer kümmern sich nach der Panik beim Afrika-Cup vor dem Stadion in Kameruns Hauptstadt Jaunde um Opfer
Ersthelfer kümmern sich um Opfer der Massenpanik vor dem Stadion in Kameruns Hauptstadt Jaunde. Die Panik war offenbar ausgebrochen, weil zu viele Fans das Afrika-Cup-Spiel zwischen Kamerun und den Komoren sehen wollten.
© Thierry Noukeu / DPA
48.000 Fans sind beim Afrika-Cup für das Achtelfinale zwischen Gastgeber Kamerun und den Komoren zugelassen. Weil offenbar mehr Menschen ins Stadion wollen und Ordner die Tore schließen, bricht Panik aus – mit dramatischen Folgen.

Vor einem Spiel des Afrika-Cups in Kamerun hat sich eine Tragödie ereignet: Bei einer Massenpanik außerhalb eines Fußballstadions in der Hauptstadt Jaunde wurden mehrere Menschen getötet. Bislang seien "acht Todesfälle" bei dem Vorfall am Montagabend verzeichnet worden, heißt es in einem vorläufigen Bericht des Gesundheitsministeriums. Darunter seien zwei Frauen, vier Männer, ein Kind sowie eine weitere Person, deren Leiche von der Familie mitgenommen worden sei.

Das Staatsfernsehen hatte nach dem Spiel zunächst gemeldet, es gebe ein "halbes Dutzend Tote und Dutzende Verletzte". Die Nachrichtenagentur AP hatte am Montagabend unter Berufung auf den regionalen Gouverneur Naseri Paul Biyan von sechs Toten und mindestens 40 Verletzten berichtet.

Zuschauerzahl bei Afrika Cup wegen Corona begrenzt

Ausgelöst worden sein soll die Panik vor der Partie von Gastgeber Kamerun gegen die Komoren im Stade d'Olembé, weil viele Menschen nicht ins Stadion kamen. Laut Zeugen schlossen Ordner die Eingangstore zum Stadion. Den Angaben zufolge sollen 50.000 Menschen versucht haben, sich das Spiel anzusehen. Ins Stadion passen 60.000 Besucher, wegen der Corona-Vorgaben durften aber nur 80 Prozent der Plätze (48.000) gefüllt werden.

Auf Fotos ist zu sehen, wie mehrere Menschen – auch Kinder – am Boden liegen und andere versuchen, ihnen offenbar Hilfe zu leisten. Das Gesundheitsministerium erklärte später, die Opfer seien "sofort" in Krankenwagen transportiert worden, aber "starker Straßenverkehr verlangsamte den Transport". Unter den Verletzten ist demnach auch ein Baby. Dieses befinde sich im Krankenhaus in einem "medizinisch stabilen" Zustand.

Kameruns Gesundheitsminister Manaouda Malachie veröffentlichte auf Twitter Bilder, die ihn beim Besuch eines Krankenhauses zeigen, in dem die Verletzten behandelt werden. "Es wird alles getan, um sie kostenlos zu versorgen und ihnen die beste Unterstützung zukommen zu lassen", schrieb er dazu.

Der Afrikanische Fußballverband entsandte seinen Generalsekretär "an das Bett der Opfer, die in die Krankenhäuser von Jaunde eingeliefert wurden". Der Verband erklärte zudem, dass eine Untersuchung zu dem Vorfall eingeleitet wurde. 

Auch Bayern-Profi unter den Spielern

Die Partie fand trotz des Unglücks statt, Kamerun gewann mit 2:1. Für Kamerun stand auch Bundesliga-Profi Eric-Maxim Choupo-Moting vom FC Bayern München auf dem Platz. Einige Minuten nach dem Schlusspfiff des Spiels war von dem Gedränge in der Umgebung des Stadions nichts mehr zu sehen, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Das Olembé-Stadion mit einer Kapazität von 60.000 Plätzen war eigens für den Afrika-Cup gebaut worden. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, wurde die Zuschauer-Kapazität auf 60 Prozent reduziert – für Spiele Kameruns sind es jedoch 80 Prozent.

Kamerun ist nach 1972 erst zum zweiten Mal Gastgeber des Afrika-Cups. Schon 2019 sollte das Land in der Mitte des Kontinents Gastgeber sein, bekam das Turnier aber wieder entzogen, weil es Bedenken gab, die Stadien würden nicht geeignet sein. Ägypten richtete das Gegenstück zur Europameisterschaft damals aus.

mad DPA AFP

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