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Basketball: DBB-Team gewinnt mit Nowitzki gegen Belgien

"Long time no see" heißt ein englischer Ausspruch, den die deutschen Schlachtenbummler beim Supercup in Bamberg ihrem Superstar Dirk Nowitzki zurufen wollten. Der NBA-Champion gab sich nach 1114 Tagen Pause beim 71:65 (34:28) über Belgien die Ehre und glänzte einmal mehr mit 18 Punkten. Auch Chris Kaman überzeugte.

1114 Tage hatten die deutschen Fans auf Dirk Nowitzki im DBB-Trikot verzichten müssen, doch zwölf Tage vor dem EM-Auftakt in Litauen zeigte sich der Superstar dem heimischen Publikum beim Supercup in Bamberg und führte die Nationalmannschaft zum 71:65 (34:28) über Belgien.

"Es war schön, mal wieder zu Hause zu spielen", sagte Nowitzki danach im TV-Sender Sport 1. "Spielerisch haben wir noch eine Menge Potenzial drin. Auch ich muss von Spiel zu Spiel besser werden, meine Luft war nicht ganz so toll. Ich glaube, dass ich noch ein paar Spiele brauche", fügte der Würzburger hinzu.

NBA-Kollege Chris Kaman überzeugte mit 17 Zählern bei seiner Rückkehr ebenfalls und war zweitbester Schütze. An diesem Samstag trifft die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes auf Griechenland, das Vize-Weltmeister Türkei mit 62:38 (42:25) bezwungen hatte. "Wir müssen da anders agieren, müssen hinten besser stehen, die Dreier besser verteidigen und die wichtigen vorn reinmachen", forderte Nowitzki.

Erst einmal den Rost abschütteln

Der von den 6600 Zuschauern in der ausverkauften Stechert Arena schon beim Warmmachen frenetisch gefeierte Nowitzki brauchte ein paar Minuten, um in Schwung zu kommen. Der erste Wurf des NBA-Champions verfehlte den Korb, die Bewegungen des 33-Jährigen wirkten nach der Mini-Pause von gerade einmal drei Wochen zunächst noch etwas steif.

Doch nach 3:28 Minuten war es soweit: Er traf zum 8:7 und sorgte für die erste deutsche Führung an diesem Abend. Es waren die ersten beiden Punkte des Superstars für Deutschland seit fast genau drei Jahren. Zuletzt hatten Nowitzki und Kaman bei den Olympischen Sommerspielen 2008 das Trikot mit dem Adler auf der Brust getragen.

"Wir müssen uns natürlich weiter finden"

Während Nowitzki auf Anhieb in der Startformation stand, verzichtete Bundestrainer Dirk Bauermann zunächst auf seinen zweiten NBA-Star Kaman. Für den 29-Jährigen von den Los Angeles Clippers begann Tibor Pleiß auf der Center-Position und rechtfertigte seine Nominierung mit den ersten vier Punkten für das deutsche Team.

Gegen die ebenfalls für die EM qualifizierten Belgier zeigte das deutsche Team zahlreiche positive Ansätze, aber auch noch einige Schwächen. "Wir müssen uns natürlich weiter finden, aber das haben wir heute schon ganz gut gemacht", bilanzierte Pleiß zur Pause dennoch zufrieden.

Die Sorge, mit dem Mitwirken von Nowitzki und Kaman würden die jüngeren Spieler ihre Verantwortung an die Stars abgeben, entpuppte sich zunächst als unbegründet. Sowohl Pleiß als auch Robin Benzing knüpften an ihre guten Leistung beim Turnier in der Türkei an, das die deutsche Equipe gewonnen hatte.

Rhythmusschwierigkeiten

Bauermann gab im ersten von sechs Testspielen vor eigenem Publikum bis auf Konrad Wysocki noch einmal allen Akteuren Spielzeit. Nach dem Supercup will der 53-Jährige entscheiden, welche beiden Spieler er noch aus dem EM-Kader streicht.

Welchen Wert Kaman für das deutsche Team haben wird, demonstrierte das kalifornische Kraftpaket zu Beginn der zweiten Halbzeit, als er die Führung der Gastgeber mit sechs Punkten in Serie auf 40:28 ausbaute. Nach nur drei Tagen mit dem kompletten Kader fehlte der DBB-Auswahl aber noch der Rhythmus.

Die Belgier entpuppten sich als unbequemer Gegner und lagen zwei Minuten vor dem Ende plötzlich mit 64:61 vorne. Doch als es darauf ankam, waren Nowitzki und Kaman zur Stelle und sicherten den umjubelten Erfolg.

sportal.de / sportal

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