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Basketball-EM: Nowitzki, wer sonst!

Es war ein echter Basketball-Krimi: Sekunden vor Schluss lag das DBB-Team im letzten Vorrundenspiel gegen Russland noch hinten. Doch dann schlug der deutsche NBA-Star zu.

In einem Basketball-Krimi haben Deutschlands Korbjäger ihr letztes Vorrundenspiel der 34. Europameisterschaft in Serbien und Montenegro gegen Russland mit 51:50 gewonnen. Damit treffen sie als Gruppenzweiter im Überkreuz-Qualifikationsspiel für das Viertelfinale in Vrsac auf die Türkei, die in der Gruppe B gegen Kroatien mit 67:80 verlor.

Matchwinner Dirk Nowitzki

Bei einem Sieg von mindestens 15 Punkten Differenz wäre die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes sogar als Gruppensieger auf direktem Weg ins Viertelfinale eingezogen. Der glückliche und knappe Erfolg garantierte aber immerhin, dass sich die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) die beschwerliche Reise ins 500 Kilometer entfernte montenegrinische Podgorica und ein Duell gegen Kroatien ersparte.

Matchwinner mit dem Sieg bringenden Drei-Punkte-Wurf 27 Sekunden vor Spielende und mit Abstand erfolgreichster deutscher Korbwerfer war einmal mehr NBA-Star Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks, der mit 24 Punkten als einziger zweistellig traf. Beste Punktesammler der Russsen waren der naturalisierte Amerikaner John Robert Holden (13) sowie Nowitzkis Gegenspieler und NBA-Kollege Andrej Kirilenko (12) von den Jazz.

Schwache erste Hälfte

"So ein Spiel habe ich noch nie erlebt, nur 16 Punkte in einer Halbzeit, unglaublich", meinte DBB-Präsident Roland Geggus, den Kopf schüttelnd über die desolate Leistung vor der Pause, in der nichts zusammenlief. Am Ende strahlte Geggus: "So ein Mistspiel zu gewinnen, ist immerhin aller Ehren wert."

Vor allem die die Wurfquote im ersten Viertel von nur 22 Prozent war indiskutabel, die der Russen allerdings nur unwesentlich besser (29 Prozent). Von der allgemeinen Wurfschwäche war auch Nowitzki infiziert, der nur zwei seiner elf Wurfversuche bis zur Pause und im zweiten Viertel überhaupt nicht traf. Bis dahin holte der 2,13 Meter große Würzburger immerhin schon 12 seiner insgesamt 19 Rebounds. Das Ergebnis des ersten Viertels (8:10) der von beiderseitigen Ballverlusten geprägte Partie sprach Bände.

Furioser Endspurt des DBB-Teams

Nach dem Wechsel erlebten die 4000 Zuschauer in der ausverkauften "Milleniums-Halle" von Vrsac eine wie verwandelte deutsche Mannschaft, die mit dem Mut der Verzweiflung noch eine Wende anstrebte. Nowitzkis Würfe gewannen an Präzision und auch die Mitspieler ließen das konfuse Spiel der ersten Halbzeit vergessen. Mit einem sehenswerten Zwischenspurt konnte das Bauermann-Team einen schier aussichtslosen 16:33-Rückstand (22.) auf 34:35 (29.) verkürzen. Am Ende des dritten Viertel lagen die Deutschen mit 34:38 im Rückstand.

Im Schlussviertel der spielerisch äußerst armen Partie kämpfte sich die deutsche Mannschaft immer mehr heran, Nowitzki glich zum 45:45 (37.) aus. Beim 46:50 drohte wieder die Niederlage. Doch Nowitzki bewies bei seinem "Dreier" eiserne Nerven.

Reinhard Schwarz/DPA / DPA

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