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Boxen: Felix Sturm steigt gegen Martin Murray in den Ring

Felix Sturm ist Superweltmeister der WBA und hat stets erklärt, die Besten der Welt boxen zu wollen. Sein nächster Gegner heißt Martin Murray und hat immerhin alle seine 23 bisherigen Kämpfe gewonnen. Aber ist er auch gut?

Felix Sturm genießt als Superweltmeister der WBA einige Privilegien. So kann er sich aussuchen, gegen wen er boxen will. Satte 21 Monate lang. So verfügt es der Weltverband WBA. Der neueste Gegner, den Sturm will, ist der Brite Martin Murray.

Der Mann, so scheint es, ist so schlecht nicht, hat er doch seine 23 Profi-Kämpfe allesamt gewonnen und nimmt Rang drei in der WBA-Rangliste ein. Ob er aber richtig gut ist, bezweifeln die Experten. In seiner Heimat ist Murray nur die Nummer drei im Mittelgewicht, weltweit gar nur an Position 32. "Sein Platz in der WBA-Liste ist ein Witz. Da gehört er nicht hin", sagt Jean-Marcel Nartz, Vorstandsmitglied des Europa-Verbandes EBU.

Sturm ärgert sich über die Kritik 

Dass in der Öffentlichkeit an seiner Gegnerwahl gemäkelt wird, bringt Sturm auf die Palme. "Ich finde es dreist, dass einige selbst ernannte Experten sich anmaßen, die Qualität von Boxern anhand irgendwelcher Ranglisten zu beurteilen", schimpfte der Champion im Hamburger Abendblatt.

So richtig überzeugt scheint aber selbst Sturm von den Qualitäten seines Rivalen nicht zu sein. "Ich gehe davon aus, dass ich meinen Gegner deutlich schlagen werde", mutmaßt der 32 Jahre alte Titelverteidiger.

Seinen jüngsten Kampf gegen Murrays Landsmann Matthew Macklin gewann er, obwohl ihn zahlreiche Beobachter als Verlierer gesehen hatten. Kritik wie vom britischen Ex-Weltmeister Lennox Lewis ("Straßenraub") wurmt Sturm. Deshalb will er endlich wieder glänzen. Schließlich ist der Superchampion, der 36 seiner 39 Profi-Kämpfe gewonnen hat, einer der weltbesten Techniker. Nur abrufen konnte er das zuletzt selten.

Golovkin würde gerne gegen Sturm boxen

Seit der Trennung vom Hamburger Universum-Stall vermarktet sich Sturm selbst: eigener Chef, eigene Kohle. Früher musste er die Börse mit Promoter Klaus-Peter Kohl teilen. Seine Ankündigung "Ich will immer die Besten der Welt boxen" blieb jedoch ein leeres Versprechen.

Es scheint, als wären die Besten zu teuer oder zu gefährlich. Wie der Kasache Gennadi Golovkin. Der ist Weltmeister. Und das auch noch im selben Verband. Seit Monaten rennt Golovkin Superweltmeister Sturm hinterher, um ihn zu stellen und den Titelsalat zu beenden.

"Die Frist, dass er gegen Gennadi antreten muss, läuft am 18. Dezember ab. Dann sind die 21 Monate rum. In der WBA-Order heißt es, dass er bis dahin gegen Gennadi hätte boxen müssen", sagt Golovkins Manager Maximilian Hermann. In ihren Statuten hat die WBA gar nur 18 Monate festgelegt, nimmt die aber nicht so ernst.

Sturm lehnte ein Duell mit Golovkin bislang ab. "Kein Interesse", heißt es. "Für mich ist Golovkin klar besser als Felix Sturm", sagt Schwergewichtschamp Wladimir Klitschko. Die letzte Pflichtverteidigung hat Sturm vor knapp zweieinhalb Jahren bestritten. Hermann: "Im nächsten Kampf muss er aber ran. Sonst ist er seinen Titel los."

Dass die WBA in derselben Gewichtsklasse einen Superweltmeister, einen Weltmeister und noch dazu einen Interimsweltmeister führt, ist ohnehin ein Fall für die Couch. Oder ein Fall von Gier. Schließlich streicht der Verband bei jedem Titelkampf Tantiemen ein. "Das spricht alles nicht für die Serösität der WBA", sagt Nartz. 

sportal.de / sportal

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