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Handball-WM gegen Spanien: Deutschland gibt Sieg aus der Hand

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der WM in Schweden die erste Niederlage einstecken müssen: Gegen Spanien schlug sich die junge Truppe wacker. Bis kurz vor Schluss die Iberer mit ihrer Erfahrung auftrumpften.

Coup gegen Spanien missglückt: Trotz unbändigen Siegeswillens haben Deutschlands Handballer bei der WM in Schweden das packende Duell zweier Ex-Weltmeister verloren. Beim Zeitstrafen-Festival unterlag der Titelträger von 2007 am Montag mit 24:26 (13:13) im Topspiel der Vorrundengruppe A. 18 Strafminuten und zwei Rote Karten waren in Kristianstad nicht zu verkraften für dieAuswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die die erste Turnierniederlage erlitt und einen Big Point auf dem Weg in die Hauptrunde vergab.

In der Heimspiel-Atmosphäre vor 3700 Zuschauern verpasste das Team von Bundestrainer Heiner Brand trotz einer 21:18-Führung (48.) den ersten Sieg gegen den Weltmeister von 2005 seit der Heim-WM 2007. "Heute wäre es sicher möglich gewesen, die Spanier zu schlagen", sagte Brand und sah in der Offensive die Gründe für die Niederlage: "Die waren sicherlich im Angriff zu finden. Wir haben eine hohe Anzahl technischer Fehler gemacht", meinte der Bundestrainer, der dem überragenden Torhüter Johannes Bitter ein Sonderlob spendierte. Auch die tolle Leistung des Hamburgers genügte am Ende aber nicht. Bester Werfer war Uwe Gensheimer mit vier Toren.

Zwei Platzverweise und jede Menge Strafminuten

Von der negativen Bilanz gegen Spanien ließ sich die deutsche Mannschaft lange Zeit nicht im Geringsten beeindrucken. "Wir wissen gar nicht, wie die letzten Ergebnisse waren", sagte Linksaußen Dominik Klein. Konzentriert und aggressiv ging die DHB-Auswahl den Kraftakt im dritten Gruppenspiel an. "Drei Spiele, drei Siege, das wäre ein Meilenstein auf dem Weg in die Hauptrunde", hatte Kapitän Pascal Hens als Ziel ausgegeben. Und Torhüter Bitter verriet: "Wir haben uns einiges einfallen lassen."

Das bezog sich in erster Linie wohl auf die Deckung. Mit einer Abwehr wie aus einem Guss bremste die deutsche Mannschaft die Angriffswucht der Spanier aus. So erkämpfte sich das DHB-Team eine 6:4-Führung (13.), die aber wieder verloren ging. Verantwortlich dafür waren neben eigenen Ballverlusten durch leichte Abspielfehler vor allem die dänischen Schiedsrichter Per Olesen und Lars Ejby Pedersen, die bis zum 13:13-Pausenstand rekordverdächtige 14 Strafminuten gegen die deutsche Mannschaft verhängten.

Überragender Johannes Bitter im Tor

Das Handicap aber machte der WM-Fünfte durch Kampfgeist wett. Selbst in Unterzahl holten er einen 9:11-Rückstand (24.) wieder auf, weil die Abwehr in Weltklasse-Manier agierte. Daran knüpfte die deutsche Mannschaft nach der Pause nahtlos an, schwächte sich aber beim Stand von 15:15 (35.) durch einen Wechselfehler und der Roten Karte für Lars Kaufmann nach der dritten Zeitstrafe selbst. Und sechs Minuten später musste auch Sebastian Preiß nach seiner dritten Strafe vom Feld.

Vor allem dank des sich enorm steigernden Torhüters Bitter erkämpfte der Weltmeister von 2007 eine Drei-Tore-Führung. Doch am Ende reichte die Kraft nicht, um den Vorsprung gegen die ebenfalls stark verteidigenden Iberer über die Zeit zu bringen.

Nächster Gegner ist am Mittwoch Titelverteidiger Frankreich.

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