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Hannah Stockbauer: "Kein dummes Mädel"

Nach ihrer Pleite bei den Olympischen Spielen hatte Schwimmerin Hannah Stockbauer Schwimmverband und Funktionäre scharf kritisiert. Eine Entschuldigung lehnt sie ab.

Nach ihrem verbalen Rundumschlag gegen Verbandstrainer und Funktionäre hat Schwimm-Weltmeisterin Hannah Stockbauer eine Entschuldigung für ihr Vorpreschen abgelehnt. "Ich bin kein dummes Mädel", sagte die 22-Jährige am Montagabend im Bayerischen Fernsehen. "Ich war der Meinung, es ist an der Zeit, dass endlich mal jemand auf den Tisch haut." In der "Bild"-Zeitung hatte sie Cheftrainer Ralf Beckmann und NOK-Präsident Klaus Steinbach kritisiert. Die fünffache Weltmeisterin aus Erlangen war in Athen über 400 und 800 m Freistil jeweils schon im Vorlauf gescheitert.

Die Forderung von Bernhard Schwank, Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) für Deutschland, nach einer Entschuldigung lehnte Stockbauer vehement ab. "Ich habe die Wahrheit gesagt", sagte die 22-Jährige weiter. "Das denken viele." In der "Bild"-Zeitung hatte Stockbauer mit Blick auf Funktionäre wie NOK-Präsident Steinbach gesagt: "Sie sollten aufhören, auf den Sportlern rumzutrampeln und zu erzählen, wie viele Millionen eine Medaille kostet. Sie sollen lieber mal gucken, wie das ganze Geld sinnvoller eingesetzt werden kann."

"Dass uns Sportlern die Schuld gegeben wird, ist eigentlich eine Frechheit", sagte Stockbauer zu dem schwachen Abschneiden etwa der deutschen Schwimmer in Athen. "Ich arbeite vier Jahre wirklich hart." Allerdings werde beim Deutschen Schwimm-Verband (DSV) das Geld oft falsch verteilt. "Man soll Gelder in Jugendarbeit stecken", forderte die Erlangerin. "Man kann vom Schwimmsport nicht leben, wenn man nicht Weltmeister oder Olympiasieger ist."

Ihr klägliches Abschneiden bei den Olympischen Spielen gehe aber allein auf ihr Konto, betonte die fünffache Weltmeisterin. "Ich habe versagt - es ist kein anderer für mich geschwommen. Ich kann mir wirklich nicht erklären, woran es lag. Ich weiß es einfach nicht."

Stockbauers Vorstoß war auch beim DSV auf Kritik gestoßen. "Es ist schade, dass jemand im eigenen Frust so reagiert", sagte Präsidentin Christa Thiel. "In Athen gab es keine Schuldzuweisungen, wir waren ein Team."

DPA / DPA

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